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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Europäischer Innovationsanzeiger 2018: Europa muss seine Innovationsfähigkeit vertiefen

Brüssel, 22. Juni 2018

Wie der heute von der Kommission veröffentlichte Europäische Innovationsanzeiger 2018 zeigt, ist die EU im Bereich der Innovation immer besser aufgestellt. Allerdings sind noch Anstrengungen zur Sicherung ihrer globalen Wettbewerbsfähigkeit nötig.

Die Kommission veröffentlicht jährlich eine vergleichende Bewertung der Innovationsleistung der Mitgliedstaaten, gemessen im Vergleich zu ihren internationalen Konkurrenten. Mithilfe dieser Daten können die Mitgliedstaaten und die EU insgesamt beurteilen, in welchen Bereichen sie ihre Anstrengungen konzentrieren müssen.

Elżbieta Bieńkowska, Kommissarin für den Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU, erklärte: „Wie der Innovationsanzeiger 2018 bestätigt, mangelt es in Europa keineswegs an Talent und Unternehmergeist. Wir müssen aber mehr dafür tun, dieses Potenzial erfolgreich zu nutzen. Die EU, die Mitgliedstaaten, die Regionen, die Industrie und auch die vielen KMU müssen zusammen an der Allokationseffizienz arbeiten, also die Ressourcen in unserer Wirtschaft effizienter verteilen. Sie müssen die Funktionsweise des Binnenmarkts verbessern und dazu beitragen, dass Europa in Sachen Innovation weltweit führend bleibt.“

Carlos Moedas, Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, fügte hinzu: „Auch dem diesjährigen Innovationsanzeiger zufolge schneidet Europa im Wissenschaftsbereich hervorragend, bei der Innovation aber unterdurchschnittlich ab. Die „Erneuerte Agenda für Forschung und Innovation“ sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, um Europa auf dem Gebiet der Innovation weltweit eine führende Position sichern. Dank unserer Vorschläge für Horizont Europa, dem nächsten Forschungs- und Innovationsprogramm der EU, lassen sich Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette beschleunigen sowie bahnbrechende Innovationen rascher ermitteln und optimieren.“

Aus der diesjährigen Ausgabe des Europäischen Innovationsanzeigers lässt sich ein positiver Trend in den meisten EU-Mitgliedstaaten ablesen. Dies gilt insbesondere für Malta, die Niederlande, Spanien und Schweden, dem in der EU bei der Innovation nach wie vor führenden Land. Die EU holt gegenüber ihren Hauptkonkurrenten Kanada, Japan und USA weiter auf. Doch nur mit gemeinsamen Anstrengungen zur Steigerung des Innovationspotenzials in Europa wird es gelingen, diese Innovationslücke zu schließen und den Vorsprung gegenüber China zu halten.

Diese Erkenntnisse werden durch die kürzlich von der Kommission vorgestellte Erneuerte Agenda für Forschung und Innovation bestätigt. Darin wird an die Staats- und Regierungschefs der EU appelliert, jetzt zu handeln, damit Europa sein Potenzial nutzt und sich zu einem globalen, hochdynamischen Innovationszentrum entwickelt. Die Staats- und Regierungschefs der EU führten am 16. Mai in Sofia informelle Gespräche und dürften beim Europäischen Rat am 28. und 29. Juni Schlussfolgerungen vorlegen. Am 7. Juni präsentierte die Kommission ihren Beitrag zur Sicherung der weltweiten Spitzenposition Europas auf dem Gebiet der Innovation: Es handelt sich dabei um das bisher ehrgeizigste Forschungs- und Innovationsprogramm der EU, Horizont Europa, das mit 100 Mrd. EUR für den Zeitraum 2021-2027 dotiert werden soll. Finanzierungen durch die EU allein werden jedoch nicht ausreichen. Der öffentliche und der private Sektor müssen sich gemeinsam dafür einsetzen, dass die europäische Lebensart erhalten bleibt und noch verbessert wird.

Europäischer Innovationsanzeiger 2018 – wichtigste Ergebnisse

  • Schweden ist einmal mehr in der EU führend auf dem Gebiet der Innovation. Dahinter rangieren Dänemark, Finnland, die Niederlande, das Vereinigte Königreich und Luxemburg, ein Land, das dieses Jahr zur Gruppe der Spitzeninnovatoren aufschließt. Deutschland ist nunmehr in der Gruppe der starken Innovatoren zu finden.

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Europäischer Innovationsanzeiger 2018 – Länder-Rangliste. Y-Achse: Innovationsleistung 2017 (farbige Säulen), 2016 (horizontale Striche) und 2010 (graue Säulen) im Verhältnis zum EU-Durchschnitt 2010 – Gesamtergebnis aus 27 Indikatoren. X-Achse: EU-Länder

  • Im Durchschnitt hat die Innovationsleistung der EU seit 2010 um 5,8 % zugenommen. In den vergangenen acht Jahren ist die Innovationsleistung in 18 EU-Ländern im Steigen begriffen und in zehn Ländern rückläufig: Die stärksten Zunahmen verzeichneten Litauen, Malta, die Niederlande und das Vereinigte Königreich, die größten Rückgänge dagegen Zypern und Rumänien.

  • Auf globaler Ebene holt die EU gegenüber Kanada, Japan und den Vereinigten Staaten auf. Die EU hält ihren Vorsprung vor China, der aber rasch abnimmt, weil China seine Leistung fast dreimal so schnell wie die EU steigert. Gegenüber Südkorea ist die EU zurückgefallen, dürfte in den nächsten Jahren aber nach und nach aufholen.

  • In ausgewählten Innovationsbereichen stehen folgende EU-Länder an der Spitze:

    • Dänemark – Humanressourcen und innovationsfreundliches Umfeld;

    • Luxemburg – attraktive Forschungssysteme;

    • Frankreich – Finanzierung und Unterstützung;

    • Irland – Innovationen bei KMU, Auswirkungen auf Beschäftigung und Absatz;

    • Belgien – Verknüpfungen zwischen Innovationen und Zusammenarbeit.

  • Die größten Fortschritte bei der Innovation wurden in den Bereichen Breitbandversorgung, Humanressourcen und Attraktivität der Forschungssysteme, insbesondere durch internationale Kopublikationen, verzeichnet.

  • Der Anteil der öffentlichen FuE-Ausgaben am BIP liegt weiter unter dem Niveau von 2010.

  • In den kommenden zwei Jahren wird die gesamte Innovationsleistung der EU voraussichtlich um 6 % zulegen.

Hintergrund

Etwa zwei Drittel des europäischen Wirtschaftswachstums sind in den letzten Jahrzehnten auf Innovationen zurückzuführen. In Europa werden – bei einem Anteil an der Weltbevölkerung von nur 7 % – 20 % der weltweiten FuE-Investitionen getätigt und ein Drittel aller hochkarätigen wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht. Außerdem ist Europa beispielsweise in der Pharma-, Chemie-, Maschinen- und Modebranche weltweit führend. Europa engagiert sich auch stark, wenn es darum geht, Innovationen durch Schlüsseltechnologien wie Fotonik und Biotechnologie zu fördern.

Allerdings ist Europa auch in vielen Bereichen im Rückstand. Die Unternehmen in der EU investieren weniger in Innovation als ihre Konkurrenten. Da der Risikokapitalmarkt in Europa nach wie vor unterentwickelt ist, lassen sich Unternehmen eher in einem Umfeld nieder, das bessere Chancen für rasches Wachstum bietet. Die für die öffentlichen Investitionen in der EU angepeilte Marke von 3 % des BIP wird verfehlt. Die FuE-Intensität ist je nach EU-Region ganz unterschiedlich, die Investitions- und Forschungstätigkeiten sind vor allem auf Westeuropa konzentriert. Zudem verfügen 40 % der Arbeitskräfte in Europa nicht über die notwendigen digitalen Kompetenzen.

Der jährliche Europäische Innovationsanzeiger enthält eine vergleichende Bewertung der Forschungs- und Innovationsleistungen der EU-Mitgliedstaaten sowie ausgewählter Drittländer. Ferner werden die relativen Stärken und Schwächen der Forschungs- und Innovationssysteme dieser Länder analysiert. Die Publikation bietet auch Hilfestellung bei der Bewertung jener Bereiche, auf die im Interesse einer besseren Innovationsleistung die Aufmerksamkeit zu richten ist.

Weitere Informationen

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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