Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR FI

Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionen: Kommission genehmigt Erwerb von Uniper durch Fortum

Brüssel, 15. Juni 2018

Die Europäische Kommission hat die Übernahme von Uniper durch Fortum nach der EU-Fusionskontrollverordnung ohne Auflagen genehmigt. Beide Unternehmen sind im Energiesektor tätig. Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass der Zusammenschluss keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken in Bezug auf den Europäischen Wirtschaftsraum gibt.

Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte dazu: „Die Gewährleistung des Wettbewerbs auf den europäischen Strommärkten ist von ausschlaggebender Bedeutung, denn Strom wird von allen Verbrauchern genutzt. Fortum und Uniper sind wichtige Marktteilnehmer bei der Stromerzeugung in den nordischen Ländern, insbesondere in Schweden. Wir können die vorgeschlagene Fusion gutheißen, da zwischen den verschiedenen Ländern des nördlichen Raums ein hoher Grad an Verbundfähigkeit und in Schweden eine Reserveerzeugungskapazität bestehen. Deshalb wird unserer Auffassung nach der Wettbewerb auch nach der Fusion weiterhin stark sein. "

Fortum und Uniper sind im Energiesektor tätige Unternehmen. Die Kommission würdigte die Auswirkung des Vorhabens auf folgender Grundlage:

  • Erzeugung und Lieferung von Strom sowie Nebendienstleistungen in Schweden – dem einzigen Land, in dem beide Unternehmen Erzeugungsanlagen betreiben. Bei dieser Würdigung wurden auch die Stromerzeugungstätigkeiten von Fortum in Finnland berücksichtigt;
  • Finanzhandel mit Strom in den nordischen Ländern sowie
  • verschiedene energiebezogene Tätigkeiten, an denen beide Unternehmen beteiligt sind, wie Stromeinzelhandel und Fernwärme sowie mit der Energieerzeugung verbundene Dienstleistungen.

Im Laufe ihrer Untersuchung erhielt die Kommission Feedback von einer großen Zahl an Wettbewerbern und Kunden von Fortum und Uniper sowie von Regulierungsbehörden, Netzbetreibern und Energiebörsen, insbesondere von Nord Pool, über den der Strom in den nordischen und baltischen Ländern vertrieben wird.

Aus der Untersuchung der Kommission ging hervor, dass das Vorhaben

  • zu keiner Beeinträchtigung des wirksamen Wettbewerbs bei der Stromerzeugung und ‑lieferung aufgrund insbesondere des kombinierten moderaten Marktanteils der Unternehmen in Schweden (rund 30 %), des hohen Maßes an Verbundfähigkeit mit den Nachbarländern, der bedeutenden Reserveerzeugungskapazität in Schweden und der wahrscheinlichen Reaktion anderer Erzeuger auf Preiserhöhungen durch das neue Unternehmen führen dürfte;
  • das Koordinierungsrisiko bei der Stromerzeugung und beim Stromgroßhandel in Schweden z. B. aufgrund der Komplexität einer solchen Strategie nicht erhöhen dürfte;
  • keine ungerechtfertigten Wettbewerbsverfälschungen in Bezug auf Nebendienstleistungen in Schweden, vor allem aufgrund der vorhandenen Reserveerzeugungskapazität und/oder der möglichen Expansion Dritter, die Möglichkeit des Stromimports und der Tatsache, dass der Netzbetreiber das Potenzial neuer Anbieter zur Teilnahme auf diesen Märkten aktiv erhöht, verursachen dürfte;
  • keinen erheblichen Rückgang der Liquidität auf dem Finanzmarkt für Strom in den nordischen Ländern oder eine Erhöhung der Handelspreise bewirken wird.

Die Kommission kam daher zu dem Ergebnis, dass der Zusammenschluss keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken in Bezug auf den Europäischen Wirtschaftsraum gibt.

 

Unternehmen und Produkte

Fortum ist eine in Finnland niedergelassene Energiegruppe, die vor allem auf dem Gebiet der Strom- und Wärmeerzeugung in den nordischen Ländern tätig ist. Sie ist ebenfalls in anderen europäischen Ländern sowie Russland und Indien tätig.

Uniper ist eine in Deutschland niedergelassene Energiegruppe, die in Europa und Russland tätig ist. Außerdem umfasst das Unternehmen die früheren E.ON-Sparten konventionelle Energieerzeugung und Energiehandel.

 

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Der Zusammenschluss wurde am 7. Mai 2018 bei der Kommission angemeldet.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten EWR oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Die nichtvertrauliche Fassung des Beschlusses wird über das Beihilfenregister auf der Website der GD Wettbewerb unter der Nummer M.8660 zugänglich gemacht.

 

IP/18/4187

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


Side Bar