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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission gibt Comcast grünes Licht für die geplante Übernahme von Sky

Brüssel, 15. Juni 2018

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme von Sky durch den weltweit aufgestellten Medien-, Technologie- und Unterhaltungskonzern Comcast (USA) ohne Auflagen freigegeben. Nach Prüfung des Vorhabens auf der Grundlage der EU-Fusionskontrollverordnung kam sie zu dem Ergebnis, dass die Übernahme keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwirft.

Im Rahmen des geplanten Rechtsgeschäfts übernimmt Comcast Corporation (Comcast) den in Österreich, Deutschland, Irland, Italien und dem Vereinigten Königreich führenden PV-TV-Anbieter Sky plc (Sky). Comcast ist Eigentümer von Universal Pictures, einem der sechs großen Hollywood-Filmstudios, und betreibt Fernsehsender wie CNBC, Syfy oder E!.

Comcast und Sky sind in Österreich, Deutschland, Irland, Italien, dem Vereinigten Königreich und Spanien vornehmlich auf unterschiedlichen Märkten tätig. Sie stehen deshalb nur in begrenztem Umfang miteinander im Wettbewerb, im Wesentlichen beim Erwerb von TV-Inhalten und beim Großhandel mit Pay-TV-Basisprogrammen.

Die Kommission kam nach Prüfung des Vorhabens zu dem Schluss, dass die Marktanteile von Sky auf den Märkten für den Erwerb von TV-Inhalten sowie auf dem Markt für den Großhandel mit Fernsehprogrammen in den betreffenden Mitgliedstaaten durch die Übernahme nur wenig steigen würden.

Da die beteiligten Unternehmen überwiegend auf unterschiedlichen Marktebenen tätig sind, prüfte die Kommission vor allem folgende mögliche Auswirkungen des geplanten Zusammenschlusses:

  • Könnte Comcast den Zugang der Wettbewerber von Sky zu seinen Filmen und anderen TV-Inhalten oder seinen Fernsehsendern verhindern oder erheblich einschränken? Die Kommission kam zu dem Schluss, dass diese Bedenken nicht begründet sind, weil Pay-TV-Anbieter weiterhin Zugang zu Inhalten der Wettbewerber von Comcast und zu mehreren anderen Sendern mit ähnlichen Programmen und Zuschauergruppen in den betreffenden Mitgliedstaaten haben.
  • Hätte Sky einen Anreiz, von Comcast-Wettbewerbern keine Inhalte mehr zu erwerben? Die Kommission stellte fest, dass dies unwahrscheinlich ist, da die Qualität des Produktangebots von Sky sinken würde.
  • Könnte Sky konkurrierenden Sendern den Zugang zu seiner Plattform verwehren? Die wettbewerbsrechtliche Prüfung ergab, dass die Möglichkeiten des neu aufgestellten Unternehmens, Comcast-Konkurrenten den Zugang vorzuenthalten, im Vereinigten Königreich, in Deutschland und in Österreich aufgrund geltender Rechtsvorschriften sehr begrenzt sind. Zudem sind Wettbewerber, denen der Zugang hätte verweigert werden können, entweder für einen ausreichend langen Zeitraum vertraglich abgesichert oder in den betreffenden Mitgliedstaaten nicht auf die Sky-Plattform angewiesen.

Daher gelangte die Kommission bei ihrer Marktuntersuchung zu dem Schluss, dass das Vorhaben keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt.

 

Konkurrierendes Angebot von Twenty-First Century Fox

Das Übernahmeangebot von Comcast ist ein Gegenangebot zu einem Angebot des US‑Medienunternehmens Twenty-First Century Fox. Die beiden Unternehmen liefern sich ein Bietergefecht, um die Kontrolle über Sky zu übernehmen. Am 7. April 2017 hatte die Kommission auch das Angebot von Twenty-First Century Fox für Sky ohne Auflagen genehmigt.

 

Unternehmen und Produkte

Sky plc ist der führende Pay-TV-Anbieter in Österreich, Deutschland, Irland, Italien und dem Vereinigten Königreich.

Der US-Kabelnetzbetreiber Comcast Corporation ist auf den europäischen Märkten über NBCUniversal vertreten, dem eines der sechs großen Hollywood-Studios (Universal Pictures) gehört. Comcast betreibt mehrere Fernsehsender (CNBC, Universal Channel, Syfy, E! 13th Street, Movies24 und Studio Universal) und erbringt Abrufdienste (hayu‚ Studio Universal Classics, Picturebox und Syfy Horror).

 

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Das Vorhaben wurde am 7. Mai 2018 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten EWR oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register der Kommission unter der Nummer M.8861 veröffentlicht.

 

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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