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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Standard-Eurobarometer-Umfrage Frühjahr 2018: Ein Jahr vor den Wahlen zum Europäischen Parlament wächst das Vertrauen in die Union und der Blick in die Zukunft wird optimistischer.

Brüssel, 14. Juni 2018

Die Lage der Wirtschaft wird von der Mehrheit der Europäerinnen und Europäer als gut eingeschätzt und sie blicken zuversichtlich in die Zukunft. Dies hat eine heute veröffentlichte Eurobarometer-Umfrage ergeben. Das Vertrauen in die Union nimmt zu und die Wirtschafts- und Währungsunion findet so viel Unterstützung wie nie zuvor.

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger nehmen die Vorteile von zentralen politischen Maßnahmen der Union wahr und zwei Drittel der Europäerinnen und Europäer sprechen sich für eine starke EU aus, wenn es um Handelsfragen geht. Zudem haben sie mehrheitlich ein positives Bild von der EU und der Anteil derjenigen, die der Meinung sind, dass ihre Stimme zählt, ist auf dem höchsten Stand seit 2004. Dies sind einige der wichtigsten Ergebnisse der jüngsten Standard-Eurobarometer-Umfrage, die zwischen dem 13. und dem 28. März durchgeführt und heute veröffentlicht wurde.

 

1. Optimistische Einschätzung der Wirtschaftslage und starke Unterstützung für den Euro

50 % (+ 2 Prozentpunkte seit Herbst 2017) der Europäerinnen und Europäer – gegenüber 37 % (-2 mit negativer Meinung) – geben nach wie vor eine positive Einschätzung der Lage der europäischen Wirtschaft ab; dies ist der höchste Wert seit 2007. In 25 Mitgliedstaaten vertritt die Mehrheit der Befragten die Auffassung, dass die Situation der europäischen Wirtschaft gut ist (gegenüber 23 Mitgliedstaaten im Herbst 2017). Seit Herbst 2017 hat die positive Wahrnehmung in 21 Mitgliedstaaten zugenommen.

Zum ersten Mal seit Frühjahr 2007 überwiegen die positiven Einschätzungen der Lage der nationalen Wirtschaft (49 %, + 1) gegenüber den negativen (47 %, -2). Seit Herbst 2017 hat sich das positive Gefühl in Bezug auf die Wirtschaftslage in 18 Mitgliedstaaten verstärkt, und zwar am meisten in Portugal (43 %, +10), Irland (79 %, +7), Finnland (77 %, +6) und Litauen (38 %, +6). Die Wahrnehmungen in den Mitgliedstaaten sind unterschiedlich. Während in den Niederlanden und in Luxemburg 93 % der Befragten die nationale Wirtschaftslage als gut einschätzen, sind es in Griechenland nur 2 %.

Die Unterstützung für die Wirtschafts- und Währungsunion und für den Euro verzeichnet nach wie vor ein Rekordhoch: Drei Viertel der Befragten in der Eurozone (74 %) unterstützen die einheitliche Währung der EU.

 

2. Vertrauen in die Europäische Union nimmt zu

Das Vertrauen in die EU ist auf 42 % (+1) gestiegen und auf dem höchsten Stand seit Herbst 2010. In 15 Mitgliedstaaten hat die Mehrheit der Befragten Vertrauen in die EU. Am höchsten ist das Vertrauen in Litauen (66 %), Portugal und Dänemark (jeweils 57 %) sowie in Luxemburg und Bulgarien (jeweils 56 %). Seit Herbst 2017 hat das Vertrauen in die EU in 19 Ländern zugenommen, insbesondere in Portugal (57 %, +6 Prozentpunkte) und Slowenien (44 %, +6), in sechs Ländern hingegen ist es gesunken, vor allem in Belgien (47 %, -6), Ungarn (44 %, -5) und der Slowakei (44 %, -4).

40 % der Europäerinnen und Europäer haben ein positives Bild von der EU (37 % haben ein neutrales und nur 21 % ein negatives Bild). Dies gilt für 15 Mitgliedstaaten; die höchsten Prozentsätze sind in Irland (64 %), Bulgarien und Portugal (jeweils 56 %) sowie Luxemburg (54 %) zu verzeichnen.

Das Vertrauen in die EU ist weiterhin höher als das Vertrauen in die nationalen Regierungen/Parlamente. 42 % der Europäerinnen und Europäer vertrauen der Europäischen Union, während nur 34 % ihrem nationalen Parlament und ihrer Regierung vertrauen.

Die Mehrheit der Menschen in Europa beurteilt die Zukunft der EU optimistisch (58 %, +1). Dies gilt für alle Mitgliedstaaten mit Ausnahme von Griechenland, wo trotz eines um 5 % gestiegenen Optimismus 53 % „pessimistisch” und nur 42 % „optimistisch“ sind, und vom Vereinigten Königreich (48 % gegenüber 43 %). Am stärksten ist der Optimismus in Irland (84 %), Portugal (71 %), Luxemburg (71 %) sowie Malta, Litauen und Dänemark (jeweils 70 %). Am anderen Ende des Spektrums liegen Frankreich (48 %) sowie Zypern und Italien (jeweils 54 %).

Die beiden größten Errungenschaften der EU sind nach Einschätzung der Europäerinnen und Europäer die „Freizügigkeit und der freie Verkehr von Waren und Dienstleistungen innerhalb der EU“ sowie der „Frieden zwischen den Mitgliedstaaten der EU“ (58 % bzw. 54 % der Befragten). Zudem geben 70 % der befragten Personen an, dass sie sich als Bürgerinnen und Bürger der EU fühlen. Zum ersten Mal seit dem Frühjahr 2010 wird diese Einschätzung in allen Mitgliedstaaten mehrheitlich geteilt.

 

3. Migration und Terrorismus sind die größten Sorgen in Europa

Die Einwanderung ist den Befragten zufolge derzeit die größte Herausforderung für die Union (38 %, -1). An zweiter Stelle steht der Terrorismus (29 %, -9), mit einigem Abstand gefolgt von den Themen Wirtschaftslage (18 %, +1), öffentliche Finanzen der Mitgliedstaaten (17 %, +1) und Arbeitslosigkeit (14 %, +1).

Auf der nationalen Ebene werden weiterhin Arbeitslosigkeit (25 %, unverändert), Gesundheit und soziale Sicherheit (23 %, +3) und Einwanderung (21 %, -1) als größte Problemfelder betrachtet. Das Thema Gesundheit und soziale Sicherheit erreicht einen neuen Höchstwert und liegt nun zum ersten Mal seit Frühjahr 2007 an zweiter Stelle.

 

4. Die Menschen in Europa nehmen die Vorteile politischer Maßnahmen der EU und ihre Errungenschaften wahr

Im Vergleich zum Frühjahr 2014 nehmen immer mehr Bürgerinnen und Bürger die Vorteile von Schlüsselmaßnahmen der Union wahr, etwa keine oder weniger Grenzkontrollen bei Auslandsreisen (53 %, + 1), preiswertere Handytelefonate in einem anderen EU-Land (48 %, + 14), stärkere Verbraucherrechte beim Kauf von Waren oder Dienstleistungen in einem anderen EU-Land (37 %, + 13) oder verbesserte Fluggastrechte (34 %, + 12).

Zudem gibt es starke Unterstützung für die von der Kommission festgelegten Prioritäten. Die Freizügigkeit wird von 82 % der Befragten (+1) und eine gemeinsame Verteidigungs- und Sicherheitspolitik von 75 % befürwortet (unverändert). Zum ersten Mal wurden die Bürgerinnen und Bürger auch nach ihrer Einschätzung der EU-Handelspolitik gefragt; diese wird mit einer Mehrheit von 71 % unterstützt.

 

Hintergrundinformationen

Die Standard-Eurobarometer-Umfrage vom Frühjahr 2018 (EB 89) wurde vom 17. bis 28. März 2018 in Form persönlicher Befragungen durchgeführt. Insgesamt wurden 33 130 Personen in allen EU-Mitgliedstaaten sowie den Kandidatenländern befragt.[1]

 

Weitere Informationen

Standard-Eurobarometer Nr. 89

 

[1] Die 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU), fünf Kandidatenländer (ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Türkei, Montenegro, Serbien und Albanien) und die türkische Gemeinschaft Zyperns in dem Teil des Landes, der nicht von der Regierung der Republik Zypern kontrolliert wird.

IP/18/4148

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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