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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission gibt grünes Licht für Übernahme von General Electric Industrial Solutions durch ABB

Brüssel, 1. Juni 2018

Die Europäische Kommission hat die Übernahme von General Electric Industrial Solutions durch ABB nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Beide Unternehmen vertreiben weltweit Elektroprodukte und -systeme. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die Übernahme auf keinem der betroffenen Märkte im Europäischen Wirtschaftsraum Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt.

Die beteiligten Unternehmen Asea Brown Boveri Ltd („ABB“) und General Electric Industrial Solutions („GEIS“) sind beide weltweit in der Herstellung und im Vertrieb von Elektrobauteilen und -systemen tätig.

Nach einer breit angelegten Untersuchung zu einer Vielzahl von Märkten ist die Kommission zu folgenden Ergebnissen gekommen:

  • ABB und GEIS sind zwar beide in der Entwicklung, Herstellung und im Verkauf von Nieder- und Mittelspannungsprodukten für industrielle, gewerbliche und private Anwendungen sowie von strombezogenen Sicherungssysstemen und Transformatoren tätig, ihre geografischen Tätigkeitsgebiete sind jedoch komplementär, wobei ABB stärker in Europa und GEIS stärker in den USA aktiv ist.
  • In Bezug auf die Überschneidungen auf Märkten im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) stellte die Kommission fest, dass der Zusammenschluss keine wesentlichen Wettbewerbsbedenken aufwirft, weil: i) durch die Zusammenführung des Produktangebots von ABB und GEIS der gemeinsame Marktanteil in mehreren Produktkategorien nicht erheblich steigt, ii) das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen auch weiterhin dem wirksamen Wettbewerb vonseiten mehrerer großer Wettbewerber sowie spezialisierter bzw. lokaler Anbieter ausgesetzt sein wird und iii) die Produkte auf den betreffenden Märkten in der Regel homogen und somit zwischen konkurrierenden Marken austauschbar sind. Auch die Abnehmer haben weitgehend bestätigt, dass nach dem Zusammenschluss noch genügend alternative Bezugsquellen im EWR zur Verfügung stehen werden.
  • Hinsichtlich Märkten, in denen die beiden beteiligten Unternehmen auf verschiedenen Stufen der Lieferkette tätig sind, stellte die Kommission fest, dass die Unternehmen nicht in der Lage wären, Wettbewerber vom Markt auszuschließen, insbesondere weil in den betreffenden Marktsegmenten weiterhin alternative Anbieter tätig sein werden.

Vor diesem Hintergrund kam die Kommission zu dem Schluss, dass das Zusammenschlussvorhaben auf keinem der betroffenen Märkte Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt.

Unternehmen und Produkte

Das in der Schweiz ansässige Unternehmen ABB ist in den Bereichen Strom- und Automatisierungstechnik tätig und beliefert weltweit Kunden aus der Versorgungswirtschaft, der Industrie, der Verkehrsbranche und dem Infrastruktursektor. Die vier Geschäftsbereiche von ABB sind: i) Elektrifizierungsprodukte (die hier relevante Sparte), ii) Robotik und Antriebe, iii) industrielle Automation und iv) Stromnetze.

GEIS, eine Tochtergesellschaft der General Electric Company (USA), ist in der Entwicklung, Herstellung und im Verkauf von Elektroprodukten und -lösungen für den Nieder- und Mittelspannungsbereich für industrielle, gewerbliche und private Anwendungen tätig. GEIS verfügt über folgende vier Geschäftssparten: i) technische Lösungen, ii) Produktlösungen, iii) konfigurierte Lösungen und iv) eingebettete Lösungen.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Das Vorhaben wurde am 20. April 2018 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten EWR oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register der Kommission unter der Nummer M.8678 veröffentlicht.

IP/18/4028

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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