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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Wie digital ist Ihr Land? Der digitale Binnenmarkt für mehr digitale Leistungsfähigkeit in Europa

Brüssel, 18. Mai 2018

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Heute gibt die Europäische Kommission die Ergebnisse des Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) 2018 bekannt, mit dem die Fortschritte der Mitgliedstaaten bei der Internetanbindung, der Verwendung digitaler Kompetenzen im Internet, der Digitalisierung der Unternehmen und digitalen öffentlichen Diensten beobachtet werden. Der DESI macht deutlich, dass die Digitalisierung der EU voranschreitet, die Fortschritte aber noch nicht ausreichen, um sicherzustellen, dass Europa zu den weltweit führenden Ländern aufschließen und die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten ausgleichen kann. Hierfür ist es notwendig, den digitalen Binnenmarkt so bald wie möglich zu vollenden und mehr in die Digitalisierung der Wirtschaft und Gesellschaft zu investieren.

Hierzu erklärte Andrus Ansip, der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident der Kommission:Dies ist ein - wenn auch kleiner - Schritt in die richtige Richtung hin zur Digitalisierung. Die EU insgesamt macht zwar Fortschritte, diese reichen aber noch nicht aus. Gleichzeitig sind in anderen Ländern und Regionen der Welt raschere Verbesserungen zu verzeichnen. Deshalb sollten wir mehr in die Digitalisierung investieren und zudem den digitalen Binnenmarkt so bald wie möglich vollenden, damit die Leistungsfähigkeit Europas im digitalen Bereich verbessert wird und wir erstklassige Netzanbindungen, Online-Dienste der öffentlichen Verwaltungen und einen lebendigen elektronischen Handel bekommen.“

Mariya Gabriel, die für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständige Kommissarin, ergänzte: Wir freuen uns auf rasche Fortschritte bei den großen Reformen wie dem Europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation, die zum Ziel haben, die Investitionen in verbesserte Konnektivität zu fördern. Der diesjährige Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zeigt, dass wir weitere Anstrengungen unternehmen müssen, um die Defizite unserer Bürgerinnen und Bürger bei den digitalen Kompetenzen zu beheben. Durch Einbeziehung weiterer digitaler Technologien und Vermittlung entsprechender Kompetenzen schaffen wir zusätzliche Möglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger, die Unternehmen und die öffentlichen Verwaltungen. So kann der digitale Wandel unserer Gesellschaft gelingen.

Im vergangenen Jahr hat die EU ihre digitale Leistungsfähigkeit weiter gesteigert und das Gefälle zwischen den am stärksten und den am wenigsten digitalen Ländern weiter (von 36 auf 34 Prozentpunkte) abgebaut. In der Rangfolge des DESI 2018 schnitten Dänemark, Schweden, Finnland und die Niederlande am besten ab und zählten auch weltweit bei der Digitalisierung zu den führenden Ländern. Es folgen Luxemburg, Irland, das Vereinigte Königreich, Belgien und Estland. Die größten Fortschritte (mehr als 15 Prozentpunkte) konnten in den vergangenen vier Jahren Irland, Zypern und Spanien verzeichnen. Einige andere EU-Länder haben jedoch noch einen langen Weg vor sich, und in der EU als Ganzes sind noch Verbesserungen notwendig, um die globale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

Rangfolge

 

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Der DESI 2018 hat Folgendes ergeben:

Die Internetanbindung ist zwar besser als im Vorjahr, reicht aber nicht aus, um dem raschen Anstieg des Bedarfs gerecht zu werden.

  • 58 % Privathaushalte haben eine Anschlussmöglichkeit an das ultraschnelle Netz mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde, und die Zahl der Anschlüsse nimmt schnell zu. 15 % der Privathaushalte nutzen das ultraschnelle Breitbandnetz, das sind doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren und fünfmal so viele wie 2014.
  • 80 % der EU-Privathaushalte können mit festen Breitbandnetzanschlüssen (mindestens 30 Megabit pro Sekunde) versorgt werden (Vorjahr: 76 %) und ein Drittel (33 %) haben auch einen entsprechenden Anschluss (ein Anstieg von 23 % gegenüber dem Vorjahr und von 166 % gegenüber 2014).

Die Zahl der Verträge für Mobilfunk-Datendienste ist seit 2013 um 57 % gestiegen; damit haben 90 von 100 Personen in der EU einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen. Durchschnittlich 91 % der EU-Bevölkerung haben Zugang zu 4G-Mobilfunknetzen (Vorjahr: 84 %).

Die Indikatoren zeigen, dass die Nachfrage nach Anschlüssen an schnelle und ultraschnelle Breitbandnetze weiter zunehmen dürfte. Die Kommission hat eine Reform der EU-Telekommunikationsvorschriften vorgeschlagen, um dem wachsenden Konnektivitätsbedarf in der EU nachzukommen und Investitionen zu fördern.

Immer mehr Europäerinnen und Europäer kommunizieren über das Internet.

Am stärksten steigt die Nutzung des Internet bei Dienstleistungen wie Anrufen oder Videoanrufen: Fast die Hälfte aller Europäerinnen und Europäer (46 %) nutzen das Internet zum Telefonieren; dies ist ein Anstieg von fast 20 % gegenüber dem Vorjahr und von mehr als 40 % gegenüber 2013. Anderen Indikatoren zufolge machen 81 % aller Europäerinnen und Europäer mindestens einmal wöchentlich vom Internet Gebrauch (Vorjahr:79 %).

Am 25. Mai 2018 treten die neuen EU-Datenschutzvorschriften in Kraft, mit denen das Vertrauen in das Online-Umfeld gestärkt werden soll.

Die EU verfügt über mehr IT-Fachkräfte als früher, aber es fehlt immer noch an Kompetenzen.

  • Die Zahl der Absolventen technischer und naturwissenschaftlicher Fächer (MINT-Fächer) ist nur sehr geringfügig gestiegen (19,1 Absolventen je 1000 junge Menschen zwischen 20 und 29 Jahren gegenüber 18,4 Absolventen im Jahr 2013).
  • 43 % der EU-Bürgerinnen und -Bürger verfügen nicht einmal über elementare IT-Kompetenzen (Vorjahr: 44 %).

Zum Abbau der Defizite bei den digitalen Kompetenzen in der EU hat die Kommission zusätzlich zur Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze die Praktika für digitale Chancen eingeführt. Mit dieser Pilotinitiative werden bis zum Jahr 2020 für bis zu 6000 Studenten und junge Hochschulabsolventen digitale Praktika in einem anderen EU-Mitgliedstaat ermöglicht.

Die Digitalisierung der Unternehmen nimmt zu, und auch der elektronische Geschäftsverkehr verzeichnet ein langsames Wachstum.

Immer mehr Unternehmen versenden elektronische Rechnungen (18 % gegenüber 10 % im Jahr 2013) oder verwenden soziale Medien, um mit den Kunden und Geschäftspartnern zu kommunizieren (21 % gegenüber 15 % im Jahr 2013), die Zahl der KMU, die Verkäufe über das Internet abwickeln, hat sich in den vergangenen Jahren aber nicht verändert (17 %).

Die Kommission hat eine Reihe von Maßnahmen - von mehr Transparenz bei den Preisen für Paketlieferdienste bis zu einfacheren Vorschriften für die Mehrwertsteuer und digitale Verträge - vorgelegt, um den elektronischen Handel in der EU zu fördern. Ab dem 3. Dezember 2018 haben die Verbraucher und Unternehmen die Möglichkeit, auf dem Internet EU-weit und ohne Diskriminierung aufgrund von Staatsangehörigkeit oder Wohnsitz die günstigsten Angebote zu suchen.

EU-Bürgerinnen und -Bürger nehmen zunehmend Behördendienste online in Anspruch.

58 % der Internetnutzer, die bei ihren Behörden Formulare einreichen, nutzen dafür das Internet (2013: 52 %).

  • 18 % aller Personen machen Gebrauch von elektronischen Gesundheitsdiensten.

Im April 2018 hat die Kommission Initiativen zur Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors und zu elektronischen Gesundheitsdiensten beschlossen, mit denen grenzübergreifende öffentliche Online-Dienstleistungen in der EU erheblich verbessert werden.

Hintergrund

Der jährlich ermittelte Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) dient der Messung der Fortschritte der EU-Mitgliedstaaten auf dem Weg zu einer digitalen Wirtschaft und Gesellschaft. Er hilft den EU-Mitgliedstaaten dabei, die Bereiche zu ermitteln, in denen vorrangig Investitionen und Maßnahmen erforderlich sind. Außerdem ist der DESI ein wichtiges Instrument für die Analyse der digitalen Entwicklung im Rahmen des Europäischen Semesters; er gibt den EU-Mitgliedstaaten die Möglichkeit, über ihre Wirtschafts- und Haushaltspläne zu diskutieren und Fortschritte zu bestimmten Zeitpunkten über das gesamte Jahr hinweg zu beobachten.

Dieses Jahr werden der DESI und die eingehendere Analyse der Politik der Mitgliedstaaten im digitalen Bereich, die einen Überblick über die Fortschritte bei der Umsetzung der Maßnahmen durch die Mitgliedstaaten gibt (bisheriger Titel: „Bericht über den Stand der Digitalisierung in Europa“), gemeinsam unter der Bezeichnung „DESI“ veröffentlicht. Im Anhang der Berichte findet sich zu jedem Mitgliedstaat ein ausführlicheres Kapitel zur Telekommunikation. Um Vergleiche zwischen einzelnen Mitgliedstaaten zu erleichtern, werden im Rahmen des DESI auch Ländervergleiche zu folgenden Themen durchgeführt: Konnektivität, Kompetenzen, Nutzung des Internets, Inanspruchnahme digitaler Technologien durch Unternehmen, digitale öffentliche Dienste, Forschung und Entwicklung im Bereich IKT, Innovationen und Investitionen sowie die Inanspruchnahme von Mitteln für Forschung und Innovation im Rahmen von Horizont 2020 durch die Mitgliedstaaten.

Die Kommission hat im Rahmen ihrer Strategie für den digitalen Binnenmarkt 29 Legislativvorschläge vorgestellt und in einer unlängst veröffentlichten Mitteilung das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten aufgerufen, diese Vorschläge bis Ende 2018 anzunehmen.

Weitere Informationen:

Fragen und Antworten

Länderprofile

Factsheet: Ein digitaler Binnenmarkt zum Nutzen aller Europäer

Factsheet: Datenwirtschaft für alle Europäer

Schaffung eines digitalen Binnenmarkts – Vorgehen der Europäischen Kommission seit 2015

Videos

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