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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Ein stärkeres Europa: neue Initiativen in den Bereichen Jugend, Bildung und Kultur

Brüssel, 22. Mai 2018

Die Kommission treibt Arbeiten zur Schaffung eines europäischen Bildungsraums bis 2025, zur Stärkung der kulturellen Dimension der Europäischen Union und zur besseren Beteiligung junger Menschen voran; dazu legt sie eine Reihe von Maßnahmen wie beispielsweise eine neue Jugendstrategie und eine neue Agenda für Kultur vor.

Diese neuen Initiativen sollen Lernmobilität und Bildungschancen in der EU verbessern, junge Menschen befähigen, indem sie sie zur Teilnahme am politischen und demokratischen Leben ermutigen, und das Potenzial der Kultur für den sozialen Fortschritt und das Wirtschaftswachstum in Europa nutzen.

Jyrki Katainen, für Arbeitsplätze, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit zuständiger Vizepräsident, erklärte: „Mit den heutigen Maßnahmen stärken wir die Jugend-, Kultur- und Bildungspolitik in der EU weiter. Nach dem Treffen der Staats- und Regierungschefs zum Thema Bildung und Kultur auf dem Göteborger Sozialgipfel im letzten Jahr und den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates vom Dezember haben wir rasch eine erste Reihe von Initiativen zu Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen, zu digitalen Kompetenzen sowie zur Förderung gemeinsamer Werte und inklusiver Bildung vorgelegt. Die heute präsentierten Initiativen gehen noch einen Schritt weiter: Sie konzentrieren sich auf Lernmobilität, Jugend, frühkindliche Bildung, Fremdsprachenerwerb und Kultur – lauter wichtige Bausteine für die Zukunft Europas.“

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, erklärte: „Die Bildungs-, Kultur- und Jugendpolitik spielt eine zentrale Rolle für die Resilienz, die Wettbewerbsfähigkeit und den Zusammenhalt des Europas von morgen. Zusammen mit dem ersten Paket, das im Januar angenommen wurde, zeigen unsere heutigen Vorschläge, dass die Kommission sich unermüdlich für die gemeinsam mit den Mitgliedstaaten gesteckten, ehrgeizigen Ziele einsetzt. Diese Maßnahmen werden den Weg für die Schaffung des europäischen Bildungsraums ebnen, die europäische Identität stärken und insbesondere junge Menschen befähigen.“

Der allgemeinen und beruflichen Bildung, der Jugend und Kultur muss mehr Aufmerksamkeit auf der EU-Ebene gewidmet werden, um junge Menschen in die Lage zu versetzen, ihr Potenzial voll zu nutzen. Investitionen in Fertigkeiten, Kompetenzen und Wissen sind unerlässlich für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz. Die heute vorgestellten Initiativen werden jungen Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten bessere Zukunftsaussichten eröffnen und sie in die Lage versetzen, sich aktiver in die Gesellschaft einzubringen.

Das heute von der Kommission vorgestellt Paket enthält:

  • eine übergeordnete Mitteilung „ Ein stärkeres Europa aufbauen: Die Rolle der Jugend-, Bildungs- und Kulturpolitik“, in der die Kommission darlegt, wie sie die Göteborg-Agenda und den Auftrag des Europäischen Rates umzusetzen gedenkt;
  • eine Jugendstrategie für den Zeitraum 2019-2027, die die Teilhabe junger Menschen in Europa verstärken und ihnen bei der Politikgestaltung auf EU-Ebene mehr Gehör verschaffen soll und die die Bedeutung widerspiegelt, die die Kommission Investitionen in junge Menschen und ihre Zukunft beimisst;
  • Vorschläge für Empfehlungen des Rates zu Systemen für hochwertige frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung, die die Grundlage für spätere Erfolge im Leben bilden, zur automatischen gegenseitigen Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen sowie der im Ausland erzielten Ergebnisse von Lernzeiten, die die Lernmobilität fördern soll, und zur Verbesserung des Lehrens und Lernens von Sprachen, um dafür zu sorgen, dass mehr junge Menschen Fremdsprachen beherrschen;
  • eine neue Agenda für Kultur zur Schärfung des Bewusstseins für Europas gemeinsames, vielfältiges Kulturerbe. Sie soll das volle Potenzial der Kultur nutzen, um ein inklusiveres und gerechteres Europa zu schaffen, indem sie Innovation, Kreativität, dauerhafte Beschäftigung und nachhaltiges Wachstum fördert und die Außenbeziehungen der EU stärkt. 

Die heute angekündigten Initiativen setzen die Arbeiten an anderen Aspekten des europäischen Bildungsraums fort, der bis 2025 abgeschlossen werden soll. Die übergeordnete Mitteilung „Ein stärkeres Europa aufbauen“ skizziert Pläne für die Einführung eines Europäischen Studierendenausweises, der die Lernmobilität fördern soll, indem der Verwaltungsaufwand und die Kosten für Studierende und Bildungseinrichtungen gesenkt werden. Die Kommission plant die Umsetzung bis 2021 als sichtbares Symbol für die europäische Identität der Studierenden.

Die Mitteilung unterstreicht auch die laufende Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und dem Bildungssektor zur Entwicklung europäischer Hochschulen. Diese europäischen Hochschulen bestehen aus nach dem Bottom-up-Prinzip errichteten Netzwerken von Universitäten und sollen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mittels langfristiger institutioneller Strategien intensivieren. Sie werden Innovation und Exzellenz vorantreiben, die Mobilität von Studierenden und Lehrkräften verstärken sowie den Fremdsprachenerwerb erleichtern. Dadurch dürfte auch die europäische Hochschulbildung wettbewerbsfähiger werden. Die Kommission plant Pilotprojekte in den Jahren 2019 und 2020 im Rahmen des Programms Erasmus+, bevor die Initiative 2021 flächendeckend ausgeweitet wird.

Darüber hinaus werden weitere Maßnahmen zur Unterstützung eines auf lebenslanges Lernen ausgerichteten und innovationsgetriebenen Ansatzes für die allgemeine und berufliche Bildung entwickelt. So wird die Kommission beispielsweise vorschlagen, die Einrichtung von Exzellenzzentren für die berufliche Aus- und Weiterbildung zu unterstützen, die eine aktive Rolle der Berufsbildung für die lokale und regionale Wirtschaftsentwicklung fördern sollen.

Ferner werden heute erste Ergebnisse einer Eurobarometer-Umfrage veröffentlicht, in der sich die Europäer/innen zu wichtigen Initiativen im Hinblick auf die Einrichtung eines europäischen Bildungsraums äußern. So sind mehr als 90 % der Befragten in allen Ländern der Ansicht, dass es nützlich wäre, wenn Studierende die Möglichkeit erhalten, mit Menschen aus anderen Ländern in Netzwerken europäischer Hochschulen an Innovationsprojekten zusammenzuarbeiten. 84 % der befragten jungen Menschen gaben außerdem an, dass sie ihre Kenntnisse in einer bereits erlernten Fremdsprache gerne verbessern würden. 77 % würden gerne eine neue Fremdsprache lernen.

Hintergrund

2016 unterstrichen die EU-Spitzen den Handlungsbedarf im Bereich der Jugend. Im Bratislava-Fahrplan verpflichteten sie sich, jungen Menschen bessere Chancen zu bieten, u. a. die Jugendinitiative oder das Europäische Solidaritätskorps. Die Kommission schlägt nun eine Erneuerung der Jugendstrategie vor, um dafür zu sorgen, dass junge Menschen sich in die Gestaltung des Europas von morgen einbringen können.

Im November 2017 auf dem Göteborger Sozialgipfel erörterten die Staats- und Regierungschefs Fragen der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Kultur auf der Grundlage der Kommissionsmitteilung „Stärkung der europäischen Identität durch Bildung und Kultur“, wo sie die Vision eines europäischen Bildungsraums schufen und eine neue Kulturagenda ankündigten. Darauf folgten die Schlussfolgerungen des Europäischen Rates vom 14. Dezember 2017; darin werden die Mitgliedstaaten, der Rat und die Kommission aufgefordert, die in Göteborg erörterte Agenda voranzubringen. Außerdem lobte der Europäische Rat das europäische Jahr des Kulturerbes 2018 als Gelegenheit, das Bewusstsein für die soziale und wirtschaftliche Bedeutung von Kultur und Kulturerbe zu schärfen.

Weitere Informationen

Fragen und Antworten

Bildung (inklusive Themenblatt)

Kultur (inklusive Themenblatt)

Jugend (inklusive Themenblatt)

Eurobarometer zum europäischen Bildungsraum

IP/18/3704

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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