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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme von Rockwell Collins durch UTC unter Bedingungen

Brüssel, 4. Mai 2018

Die Europäische Kommission hat im Bereich Luft- und Raumfahrt die Übernahme von Rockwell Collins durch die United Technologies Corporation (UTC) nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Voraussetzung für die Genehmigung ist die Veräußerung von Geschäftstätigkeiten in Verbindung mit Aktoren, Pilotsteuerungen, Vereisungsschutz- und Sauerstoffsystemen.

Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte dazu: „Wenn wir eine Flugreise unternehmen, denken wir normalerweise nicht an die vielen verschiedenen Bauteile, die für Flugzeuge benötigt werden. UTC und Rockwell Collins zählen zu den wichtigsten Zulieferern, die Flugzeugherstellern in aller Welt eine breite Palette von Bauteilen anbieten. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass der Wettbewerb für alle gewahrt wird. Wir können diesen Zusammenschluss genehmigen, weil UTC sich verpflichtet hat, auf allen Märkten, bei denen wir Bedenken hatten, Geschäftstätigkeiten zu veräußern. Damit sind sämtliche Überschneidungen zwischen den beiden Unternehmen abgedeckt.“

UTC und Rockwell Collins beliefern Hersteller wie Airbus und Boeing mit Systemen und Ausrüstung für die Luft- und Raumfahrt. Die beiden Zulieferer haben breit gefächerte Produktportfolios, die sich weitgehend ergänzen. UTC konzentriert sich auf Produkte für die Stromerzeugung sowie Antriebs- und Landungssysteme, während das Kerngeschäft von Rockwell Collins Avionik- und Kabinenprodukte umfasst.

 

Die Untersuchung der Kommission

Die Kommission holte im Zuge der wettbewerbsrechtlichen Prüfung von zahlreichen Flugzeugzulieferern, Fluggesellschaften und Flugzeugherstellern umfangreiche Informationen ein.

Sie hatte auf der Grundlage einer ersten Prüfung Bedenken, dass der Zusammenschluss in der ursprünglich angemeldeten Form den Wettbewerb auf den Märkten für Aktoren für trimmbare Höhenleitwerke (THSA), bestimmte Pilotsteuerungen (Leistungshebelführungen und Ruder/Bremspedalsysteme), pneumatische Systeme zum Schutz der Flügel vor Vereisung und Sauerstoffsysteme hätte verringern können.

Im Rahmen einer eingehenden Prüfung des Sachverhalts stellte die Kommission Folgendes fest:

  • Auf den Märkten für THSA, Pilotsteuerungen und pneumatische Vereisungsschutzsysteme sind UTC und Rockwell Collins wichtige Global Player. Dort hätten konkurrierende Anbieter nach der Übernahme nur geringen Wettbewerbsdruck ausgeübt.
  • Der Markt für Sauerstoffsysteme ist bereits stark konzentriert. Rockwell Collins ist dort weltweiter Marktführer, doch UTC wollte in den Markt eintreten und Rockwell Collins mit neu entwickelten Technologien Konkurrenz machen.  

Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die übrigen Überschneidungen und vertikalen Beziehungen zwischen UTC und Rockwell Collins keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken geben. In diesen Bereichen gibt es genügend andere Anbieter.

Darüber hinaus prüfte die Kommission, ob das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen die Fähigkeit und den Anreiz hätte, durch Bündelungs- oder Koppelungsgeschäfte mit seinen Produkten Wettbewerber von den entsprechenden Märkten auszuschließen. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass das neu aufgestellte Unternehmen weder eine ausreichende Marktmacht noch einen Anreiz hätte, um solche Strategien zur Beeinträchtigung des Wettbewerbs zu verfolgen.

 

Die vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen

Um die anfänglichen Bedenken der Kommission auszuräumen, bot UTC an, die folgenden Geschäftstätigkeiten zu veräußern:

  • die gesamten weltweiten Geschäftstätigkeiten von Rockwell Collins in den Bereichen THSA und Pilotsteuerungen, die an mehreren Standorten, insbesondere in den USA und Mexiko, angesiedelt sind;
  • das gesamte weltweite Vereisungsschutzgeschäft von Rockwell Collins, das auf einen Standort in den USA konzentriert ist;
  • zwei Forschungsprojekte von UTC für Sauerstoffsysteme.

Die Kommission stellte fest, dass die Überschneidungen zwischen UTC und Rockwell Collins, zu denen die Kommission wettbewerbsrechtliche Bedenken geäußert hatte, durch diese Verpflichtungen vollständig beseitigt werden.

Daher ist die Kommission zu dem Ergebnis gelangt, dass der geplante Zusammenschluss unter Berücksichtigung der gegebenen Zusagen den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nicht gefährdet. Die Genehmigung des Zusammenschlusses erfolgt unter der Bedingung, dass die Verpflichtungen in vollem Umfang eingehalten werden.

 

Internationale Zusammenarbeit

Aufgrund der weltweiten Tätigkeiten der Unternehmen arbeitete die Kommission eng mit anderen Wettbewerbsbehörden zusammen, insbesondere mit dem US-Justizministerium und der kanadischen Wettbewerbsbehörde sowie den Wettbewerbsbehörden Brasiliens und Chinas.

 

Unternehmen und Produkte

Das US-Unternehmen UTC bietet weltweit Hightech-Produkte und Dienstleistungen für Bausysteme sowie für die Luft- und Raumfahrt an. Die UTC-Gruppe umfasst die Otis Elevator Company, UTC Climate, Controls & Security, Pratt & Whitney sowie UTC Aerospace Systems.

Rockwell Collins ist ein in den USA ansässiger Hersteller von Luftfahrtprodukten und Anbieter von integrierten Lösungen für die Wirtschaft und staatliche Stellen. Zudem produziert und vertreibt das Unternehmen eine Vielzahl von Kabinenprodukten.

 

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Das Vorhaben wurde am 12. März 2018 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten EWR oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet. Diese Frist verlängert sich auf 35 Arbeitstage, wenn die beteiligten Unternehmen, wie im vorliegenden Fall, Abhilfemaßnahmen anbieten.

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register der Kommission unter der Nummer M.8658 veröffentlicht.

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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