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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission gibt unter Auflagen grünes Licht für Übernahme von Mefro Wheels durch Accuride

Brüssel, 30. April 2018

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des Stahlradherstellers Mefro Wheels durch dessen Wettbewerber Accuride nach der Fusionskontrollverordnung geprüft und genehmigt. Der Beschluss ist an die Bedingung geknüpft, dass Accuride seine europäische Tochtergesellschaft Gianetti Ruote veräußert.

Accuride und Mefro Wheels sind Zulieferer der Automobilindustrie. Sie stellen hauptsächlich Stahlräder für Busse, Lkw und Anhänger her.

Die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission

Die Kommission hat die Auswirkungen der geplanten Übernahme auf den wirksamen Wettbewerb auf dem Markt für Stahlräder für Busse und Lkw im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) geprüft.

Im Rahmen der Untersuchung stellte sie fest, dass der geplante Zusammenschluss in seiner ursprünglich angemeldeten Form Anlass zu folgenden wettbewerbsbezogenen Bedenken gab:

  • Infolge der Übernahme hätten Accuride und Mefro Wheels über einen gemeinsamen Marktanteil von mehr als 60 % verfügt, und das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen hätte nur noch einen anderen Wettbewerber auf dem Markt gehabt (Maxion). Somit wäre durch den Zusammenschluss der größte Akteur auf dem Markt entstanden, und die Abnehmer hätten kaum noch zwischen verschiedenen Zulieferern wählen können, sodass sie sich Preiserhöhungen möglicherweise nur schwer hätten widersetzen können.
  • Von den Wettbewerbern, die gegenwärtig nicht in Europa tätig sind, geht kein ausreichender Wettbewerbsdruck aus, und es ist nicht damit zu rechnen, dass sich daran in absehbarer Zukunft etwas ändern wird.

Die vorgeschlagene Abhilfemaßnahme

Um die Bedenken der Kommission auszuräumen, bot Accuride an, seine in Italien ansässige europäische Tochtergesellschaft Gianetti Ruote an einen geeigneten Käufer zu veräußern.

Dadurch wäre sichergestellt, dass auf dem Markt für Stahlräder für Busse und Lkw die Wettbewerbssituation von vor der Übernahme – mit drei voneinander unabhängigen Anbietern – aufrechterhalten wird.

Deshalb ist die Kommission zu dem Ergebnis gelangt, dass der geplante Zusammenschluss unter Berücksichtigung dieser Abhilfemaßnahme den Wettbewerb nicht gefährdet. Die Genehmigung des Zusammenschlusses erfolgt unter der Bedingung, dass die Verpflichtungen in vollem Umfang eingehalten werden.

Unternehmen und Produkte

Das deutsche Unternehmen Mefro Wheels produziert und vertreibt Stahlräder für Pkw, leichte und schwere Nutzfahrzeuge sowie Land- und Baumaschinen.

Das US-amerikanische Unternehmen Accuride produziert und vertreibt Stahl- und Aluminiumräder sowie dazugehörige Bauteile wie Bremstrommeln, Scheibenbremsenrotoren und Gestängesteller für Lkw, Busse und Anhänger sowie für Spezial- und Militärfahrzeuge. Im EWR vertreibt Accuride Stahlräder für Lkw, Busse und Anhänger über die mehrheitlich in seinem Eigentum stehende italienische Tochtergesellschaft Ruote Gianetti.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Das Zusammenschlussvorhaben wurde am 12. März 2018 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten EWR oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Weitere Informationen werden auf der Website der GD Wettbewerb der Kommission im öffentlich zugänglichen Register unter der Nummer der Wettbewerbssache M.8652 veröffentlicht.

 

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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