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Europäische Kommission - Pressemitteilung

EU-Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz startet europaweite Kampagne zur Sensibilisierung für gefährliche Stoffe

Brüssel, 24. April 2018

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) hat die für den Zeitraum 2018-19 anberaumte EU-weite Kampagne „Gefährliche Stoffe und gesunde Arbeitsplätze“ auf den Weg gebracht.

 

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© EU Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz

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Dies ist der Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen und Aktivitäten, die im Laufe von 2 Jahren für dieses Thema sensibilisieren und dazu beitragen sollen, mit den Risiken, die für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit gefährlichen Stoffen verbunden sind, optimal umzugehen.

Die Verwendung gefährlicher Stoffe ist in der EU nicht – wie gemeinhin angenommen –rückläufig. Mehr denn je gilt es, mit den von ihnen ausgehenden Risiken richtig umzugehen. Einige der Stoffe, denen Arbeitnehmer am häufigsten ausgesetzt sind, enthalten Karzinogene. Zusätzlich zu den 21 bereits eingeschränkten oder zur Begrenzung vorgesehenen Stoffen schlug die Europäische Kommission kürzlich Grenzwerte für die Exposition der Arbeitnehmer gegenüber fünf krebserzeugenden Chemikalien vor.

Marianne Thyssen‚ EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, erklärte zum Auftakt der Kampagne auf einer Pressekonferenz in Brüssel: „Wir werden unsere Sensibilisierungsarbeit fortsetzen. Außerdem werden wir Maßnahmen ergreifen, um die Exposition der Arbeitnehmer gegenüber krebserzeugenden Chemikalien zu begrenzen. Dies hat nicht zuletzt deshalb höchste Priorität für die Europäische Kommission, weil die europäische Säule sozialer Rechte den Arbeitnehmern ein hohes Maß an Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz garantiert. Die richtungsweisenden Kampagnen der EU-OSHA zielen auf Arbeitsplätze in ganz Europa ab. Sie unterstützen Organisationen dabei, wirksame Konzepte für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz anzuwenden und die dafür erforderlichen Instrumente zu nutzen.“

Techniken für den richtigen Umgang mit gefährlichen Stoffen am Arbeitsplatz, wie z. B. Risikobewertung, Entsorgung und Substitution, Verbreitung praktischer Tools und Fallstudien, sollen dank der neuen Kampagne verstärkt zum Einsatz kommen. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen auch Gruppen von Arbeitnehmern, die besonders gefährdet sind.

Dr. Christa Sedlatschek, Direktorin der EU-OSHA, erklärt dazu: Vielen Arbeitnehmern ist nicht bewusst, dass nicht nur mit Gefahren- und Sicherheitshinweisen versehene chemische Erzeugnisse schädlich sein können. Andere, in allen Branchen gängige Stoffe – etwa Mehl in Bäckereien bis hin zu Quarzstaub auf Baustellen – können gefährlich sein, wenn ihre Verwendung nicht wirksam gesteuert wird. Daher sensibilisiert unsere Kampagne für alle Arten gefährlicher Stoffe und nicht nur für solche, die offensichtlich gefährlich sind. Es kommt darauf an, zur Prävention in einem ersten Schritt eine Risikobewertung in allen Branchen vorzunehmen.“

In die Kampagne sind unterschiedlichste Partner eingebunden, nämlich das EU-OSHA-Netzwerk nationaler Anlaufstellen („Focal Points“), offizielle Kampagnenpartner, Medien und das Enterprise Europe Network, das für die Kampagne bei Kleinstunternehmern und KMU werben wird. Die Kampagne wird auch von den europäischen Institutionen und ihren Netzen, insbesondere dem bulgarischen EU-Ratsvorsitz, voll unterstützt.

Lazar Lazarov, stellvertretender bulgarischer Arbeits- und Sozialminister, erklärte dazu: „Die aktuelle Kampagne für gesunde Arbeitsplätze vermittelt eine wichtige Botschaft. Zwar ist es gut, dass es Rechtsvorschriften gibt, Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der gesamten EU müssen aber die Regeln und Vorschriften kennen und sie müssen wissen, wie sie am besten einzuhalten sind. Andernfalls wird mit den Risiken, die mit der Exposition gegenüber gefährlichen Stoffen verbunden sind, nicht richtig umgegangen. Wir freuen uns darauf, mit der EU-OSHA und den Kampagnenpartnern in den kommenden Jahren zusammenzuarbeiten.“

Ideen und Maßnahmen, die sich direkt auf die Gesundheit am Arbeitsplatz auswirken, finden insbesondere durch die Europäischen Preise für gute praktische Lösungen am Arbeitsplatz Verbreitung. Darüber hinaus wurde umfangreiches Material erarbeitet, das über eine mehrsprachige Kampagnenwebsite zur Verfügung gestellt wird. Ein E-Tool für den richtigen Umgang mit gefährlichen Stoffen am Arbeitsplatz ist in englischer Sprache und demnächst in drei Länderversionen (Österreich, Estland und Rumänien) verfügbar. Überdies wurde eine Datenbank mit fast 700 praktischen Tools und nützlichen Unterlagen aus 11 Mitgliedstaaten eingerichtet. Ferner werden Fallstudien, Infografiken und Zeichentrickfilme mit der Figur Napo auf der Kampagnenwebsite angeboten.

Darüber hinaus ist die EU-OSHA als Partner am Karzinogen-Fahrplan beteiligt. Diese Maßnahme soll das Bewusstsein für Karzinogene am Arbeitsplatz und die diesbezüglichen Grenzwerte und Rechtsvorschriften schärfen. Ferner soll sie praktische Informationen über die Risikobewertung und Beispiele für bewährte Verfahren zur Beseitigung oder Steuerung von Risiken vermitteln.

Hintergrund

Der Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer in der EU und deren Sicherheit hat für diese Kommission höchste Priorität. Die EU spielt bei hohen Standards zum Schutz der Arbeitnehmer eine Vorreiterrolle. Damit dies so bleibt, hat die Kommission die Richtlinie über Karzinogene und Mutagene seit Beginn ihrer Amtszeit bereits dreimal überarbeitet. Durch die Einführung neuer oder strengerer Expositionswerte für 20 krebserzeugende Chemikalien am Arbeitsplatz können in den kommenden 50 Jahren mehr als 100 000 Menschenleben gerettet werden. Darüber hinaus hat die Kommission im Januar 2017 ein Zweijahresprogramm zur Aktualisierung der EU-Rechtsvorschriften im Bereich Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz auf den Weg gebracht. Ziel dieses Programms ist es, den Sicherheits- und Gesundheitsschutzrahmen der EU zukunftstauglich zu machen, für gleiche Wettbewerbsbedingungen in der gesamten EU zu sorgen und die Einhaltung und Durchsetzung der Vorschriften vor Ort zu verbessern.

Ziel der Kampagne für gesunde Arbeitsplätze, die mit dem Titel „Gefährliche Stoffe und gesunde Arbeitsplätze“ 2018 und 2019 läuft, ist die Sensibilisierung für gefährliche Stoffe am Arbeitsplatz. Gleichzeitig soll die Öffentlichkeit darüber informiert werden, wie sich eine Exposition vermeiden lässt. Die Kampagne wird auf nationaler Ebene von den sogenannten Focal Points der EU-OHSA koordiniert und von offiziellen Kampagnen- und Medienpartnern sowie dem Enterprise Europe Network unterstützt. Die fünf Hauptziele der Kampagne bestehen darin,

  • das Bewusstsein für die Relevanz und Bedeutung des Umgangs mit gefährlichen Stoffen am Arbeitsplatz in Europa zu schärfen,
  • Risikobewertung, Entsorgung und Substitution durch praktische Instrumente und Beispiele bewährter Verfahren zu fördern,
  • für die Risiken der Exposition gegenüber Karzinogenen durch einen verbesserten Austausch bewährter Verfahren zu sensibilisieren,
  • Gruppen von Arbeitnehmern, die einem höheren Risiko ausgesetzt sind, durch bedarfsgerechte Fakten und Zahlen sowie Material über bewährte Verfahren gezielt anzusprechen,
  • einen in leicht verständlicher Sprache abgefassten Überblick über die geltenden Rechtsvorschriften und Informationsmaterial bereitzustellen, mit dem auf die Entwicklungen in Politik und Gesetzgebung verstärkt aufmerksam gemacht werden soll.

Die Kampagne wird am 24. April 2018 anlaufen. Als weitere Höhepunkte sind die Europäischen Wochen für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (Oktober 2018 und 2019) sowie eine Veranstaltung zum Austausch bewährter Verfahren (Anfang 2019) geplant. Zum Abschluss der Kampagne finden die Verleihung des Europäischen Preises für gute praktische Lösungen am Arbeitsplatz und das Gipfeltreffen „Gesunde Arbeitsplätze“ (jeweils im November 2019) statt. Die von der EU-OSHA in Bilbao organisierten Veranstaltungen bieten allen Teilnehmern die Möglichkeit, die Erfolge der Kampagne zu feiern und über die dabei gewonnenen Erkenntnisse zu reflektieren.

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) trägt dazu bei, Arbeitsplätze in Europa sicherer, gesünder und produktiver zu gestalten. Die Agentur betreibt Forschung, entwickelt und verbreitet zuverlässige, ausgewogene und unparteiische Gesundheitsinformationen und organisiert europaweite Sensibilisierungskampagnen. Die 1994 von der Europäischen Union gegründete Agentur mit Sitz in Bilbao (Spanien) bringt Vertreter der Europäischen Kommission, der Regierungen der Mitgliedstaaten, der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände sowie führende Experten aus den EU-Mitgliedstaaten und anderen Ländern zusammen.

Weitere Informationen

Website der Kampagne für gesunde Arbeitsplätze (2018-2019)

Mehr über gefährliche Stoffe

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