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Europäische Kommission - Pressemitteilung

VentureEU: 2,1 Milliarden Euro zur Förderung von Risikokapitalinvestitionen in innovativen Start-up-Unternehmen in Europa

Brüssel, 10. April 2018

Die Europäische Kommission und der Europäische Investitionsfonds (EIF) haben ein Programm für einen europaweiten Risikokapitaldachfonds (VentureEU) aufgelegt, um Investitionen in innovative Start-up- und Scale-up-Unternehmen in ganz Europa zu fördern.

Europa verfügt über eine Fülle an Talenten, Forschern von Weltrang und kompetenten Unternehmern, allerdings gelingt es bisher nicht gut, diese exzellenten Voraussetzungen in Erfolge umzumünzen Hierbei spielt der Zugang zu Risikokapital für Innovation eine wichtige Rolle. Heute geben die Kommission und der EIF die sechs teilnehmenden Fonds bekannt, die EU-Unterstützung für ihr Investitionsvorhaben am europäischen Risikokapitalmarkt erhalten. Die Fonds werden mit EU-Mitteln in Höhe von 410 Mio. EUR unterstützt und sollen bis zu 2,1 Mrd. EUR an öffentlichen und privaten Investitionen mobilisieren. Im Gegenzug wird dies voraussichtlich zu Neuinvestitionen in Höhe von schätzungsweise 6,5 Mrd. EUR in innovative Start-up- und Scale-up-Unternehmen in ganz Europa führen, sodass sich das derzeit in Europa verfügbare Risikokapital verdoppelt.

Jyrki Katainen, für Arbeitsplätze, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit zuständiger Vizepräsident der Kommission, erklärte: „Bei Risikokapital gilt: Je mehr desto besser! Dank VentureEU werden die zahlreichen innovativen Unternehmen in Europa schon bald über die notwendigen Investitionen verfügen, um innovativ zu sein und weltweit Erfolg zu haben. Dies wird zu mehr Beschäftigung und Wachstum in Europa führen.“

Carlos Moedas, EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, fügte hinzu: „VentureEU ist ein Schlüsselelement der vor drei Jahren ins Leben gerufenen Open Innovation Strategy. Europa muss unbedingt seine internationale Führungsposition in der Industrie beibehalten und wirtschaftlich stark bleiben.“

Elżbieta Bieńkowska, EU-Kommissarin für den Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU, hierzu: „Durch VentureEU werden Risikokapitalfonds mehr Mittel an die Hand gegeben, was ihre durchschnittliche Schlagkraft erhöht. Dies wird es unseren viel versprechenden Start-up-Unternehmen erleichtern, in Europa ansässig zu bleiben und hier durch volle Ausschöpfung des Binnenmarktpotenzials zu wachsen.“

Pier Luigi Gilibert, geschäftsführender Direktor des EIF, äußerte sich hierzu wie folgt: „VentureEU ist eine bedeutsame Ergänzung des Eigenkapitalmarkts der EU. Wenngleich wir bislang mehr als 500 Fonds Unterstützung geboten haben, sucht das Programm, das die EU hiermit aufgelegt hat, seinesgleichen. Der EIF ist stolz, an dieser Initiative mitzuwirken.“

Wenngleich Risikokapital unerlässlich für eine funktionierende Kapitalmarktunion ist, ist dieser Markt in Europa bislang unterentwickelt. 2016 investierten Risikokapitalgeber rund 6,5 Mrd. EUR in der EU gegenüber 39,4 Mrd. EUR in den USA.

Überdies verfügen Risikokapitalfonds in Europa über zu wenig Mittel (durchschnittlich 56 Mio. EUR gegenüber 156 Mio. EUR in den USA). Folglich siedeln diese Unternehmen in Wirtschaftssysteme um, wo sie bessere Chancen auf ein rasches Wachstum haben. In der EU waren Ende 2017 nur 26 Unternehmen als „Einhorn“ (Marktbewertung von mehr als einer Milliarde USD) eingestuft, während es in den USA 109 und in China 59 solcher Unternehmen gab.

Durch VentureEU werden neue Finanzierungsquellen erschlossen, durch die europäische innovative Unternehmen die Möglichkeit erhalten, zu wachsen und sich so an der Weltspitze zu etablieren. Rund 1 500 Start-up- und Scale-up-Unternehmen in der gesamten EU dürften hiervon profitieren.

Die EU wird Ankerinvestitionen in Höhe von bis zu 410 Mio. EUR tätigen, davon 67 Mio. EUR an EIF-Eigenmitteln. Diese Investitionen setzen sich zusammen aus 200 Mio. EUR aus dem Horizont-2020-Programm InnovFin Equity, 105 Mio. EUR aus dem COSME-Programm (EU-Programm für kleine und mittlere Unternehmen) und 105 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) im Rahmen des sogenannten Juncker-Plans. Die darüber hinaus benötigten Finanzmittel werden von den ausgewählten Fondsverwaltern überwiegend bei unabhängigen Anlegern mobilisiert.

Die sechs Fonds werden Engagements in einer Reihe kleinerer Investitionsfonds eingehen und jeweils Vorhaben in mindestens vier europäischen Ländern fördern. Diese Investitionsfonds werden dazu beitragen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Midcap-Unternehmen verschiedener Wirtschaftszweige zu finanzieren, z. B. in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Digitales, Biowissenschaften, Medizintechnik, Ressourcen- und Energieeffizienz.

Die EU-Investitionen in VentureEU werden von dem EIF unter der Aufsicht der Kommission verwaltet und praktisch von sechs professionellen und erfahrenen Fondsverwaltern umgesetzt, die einen durchgehend marktbasierten Ansatz verfolgen. Dies wird weitere Investitionen anziehen und die Verfügbarkeit von Risikokapitalfinanzierung für Start-up- und Scale-up-Unternehmen drastisch erhöhen.

Hintergrund

Die Kommission hat die Schaffung eines Programms für einen europaweiten Risikokapitaldachfonds (VentureEU) im Rahmen der Kapitalmarktunion und der Start-up- und Scale-up-Initiative bekanntgegeben. Die Initiative geht auf Kommissar Moedas zurück, der sie 2015 im Rahmen der Strategie offene Wissenschaft, offene Innovation und Offenheit gegenüber der Welt vorschlug.

Im November 2016 veröffentlichten die Kommission und der EIF eine Aufforderung zur Interessenbekundung, für die bis zur Frist am 31. Januar 2017 17 Anträge eingingen. Zunächst bewertete die Kommission alle Investitionsvorschläge und führte eine Vorauswahl auf Grundlage der Vereinbarkeit der Investitionsvorschläge mit den politischen Zielen des Programms durch. Kurz darauf führte der EIF seine übliche Sorgfaltsprüfung der vorab ausgewählten Bewerber durch, von denen sechs zur Finanzierung ausgewählt und Ende 2017 zu Verhandlungen mit dem EIF eingeladen wurden. Heute wurden in Brüssel die ersten beiden Verträge zwischen IsomerCapital und dem EIF bzw. Axon Partners Group und dem EIF unterschrieben. Die Verträge mit den verbleibenden vier Fonds – Aberdeen Standard Investments, LGT, Lombard Odier Asset Management und Schroder Adveq – werden voraussichtlich in Laufe des Jahres 2018 geschlossen.

VentureEU gehört zu dem weitergefassten Ökosystem, an dessen Entstehung die EU derzeit arbeitet, um für die vielen innovativen Unternehmern in der EU bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen, damit sie sich zu weltweit führenden Unternehmen entwickeln können. Insbesondere hat die Kommission im Rahmen des Aktionsplans zur Schaffung einer Kapitalmarktunion eine Reihe von Maßnahmen vorgestellt, mit der der Zugang kleiner und in der Wachstumsphase befindlicher Unternehmen zu Finanzierung verbessert werden soll, damit diese Arbeitsplätze schaffen und für Wachstum sorgen können. Die Investitionsoffensive für Europa zielt ferner auf die Verbesserung des Geschäftsumfelds in der EU ab, indem Finanzmittel geschickter eingesetzt und Investitionshindernisse abgebaut werden.

Am 1. März 2018 traten neue Regeln für Risikokapitalinvestitionen (EuVECA) und Fonds für soziales Unternehmertum (EuSEF) in Kraft, durch die Fondsverwaltern unabhängig von der Größe des Fonds die Fondsverwaltung erleichtert und die Investition in ein breiteres Spektrum an Unternehmen ermöglicht wird. Die neuen Regeln führen auch dazu, dass der grenzüberschreitende Vertrieb von EuVECA- und EuSEF-Fonds kostengünstiger und das Registrierungsverfahren vereinfacht wird.

Wie in der neuen Strategie für die Industriepolitik angekündigt, untersucht die Kommission derzeit, ob Risikokapitalfonds durch die Einführung einer ergänzenden europäischen Scale-Up-Maßnahme für Risikokapital (ESCALAR) zu einem Ausbau ihrer Investitionskapazitäten befähigt werden können.

Im November 2016 schlug die Kommission eine Richtlinie auf dem Gebiet der Unternehmensinsolvenzen vor, bei der die Förderung einer frühen Umstrukturierung und eine zweite Chance im Mittelpunkt stehen.

Die Kommission arbeitet ferner weiterhin an der Schaffung eines einheitlichen EU-Mehrwertsteuerraums. Dies umfasst den jüngsten Vorschlag für gezielte Maßnahmen zur Unterstützung grenzüberschreitend tätiger KMU in der EU. Ferner wurden auf EU-Ebene neue Regeln zur Vereinfachung der Mehrwertsteuervorschriften für tausende von KMU aufgestellt, die ihre Waren online vertreiben.

Weitere Informationen

IP/18/2763

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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