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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Neuer Bericht betont zentrale Rolle von Bildung bei der Inklusion von Lernenden mit Migrationshintergrund

Brüssel, 19. März 2018

Ein heute von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichter neuer Bericht, der von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben wurde, bestätigt die Notwendigkeit der Förderung inklusiver Bildung und gemeinsamer Werte.

Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts weisen darauf hin, dass Lernende mit Migrationshintergrund in vielen Mitgliedstaaten Schwierigkeiten bei der schulischen Integration haben. Dies ist in vielen Fällen durch ihren niedrigeren sozioökonomischen Status und Sprachbarrieren bedingt. EU-weit erreichen so etwa 72,3 % der Lernenden ohne Migrationshintergrund ein grundlegendes Bildungsniveau; bei Lernenden mit Migrationshintergrund hingegen sind es nur 54,3 %. Der Bericht liefert außerdem neue Belege dafür, dass sich Lernende mit Migrationshintergrund oft weniger zugehörig zu ihrer Schulgemeinschaft fühlen und häufiger unter Ängsten leiden, die mit schulischen Aufgaben zusammenhängen. Während zwei Drittel (66,5 %) der Lernenden ohne Migrationshintergrund in der Schule ein Gefühl der Zugehörigkeit entwickeln, trifft dies lediglich auf weniger als 60 % (58,6 %) der Lernenden der ersten Migrantengeneration zu. Gleichzeitig sind sie jedoch oft zielstrebiger als Lernende ohne Migrationshintergrund. Während 57,55 % der Lernenden ohne Migrationshintergrund ehrgeizig schulische Ziele verfolgen, sind es bei den Lernenden mit Migrationshintergrund fast zwei Drittel (65,8 %).

Deutlich wird in dem Bericht auch, welch eine wichtige Rolle Bildungssystemen, Schulen und Lehrkräften dabei zukommt, Lernende mit Migrationshintergrund in die Gemeinschaft zu integrieren. Der Bericht bestätigt zudem, dass Bildung von großer Bedeutung ist, damit Migrantinnen und Migranten Kompetenzen erwerben und einen Beitrag zur Wirtschaft leisten, sowie eine wichtige Rolle dabei spielt, ihr soziales und emotionales Wohlergehen sicherzustellen und ihre Motivation zu erhalten, am sozialen und gesellschaftlichen Leben in ihrer neuen Gemeinschaft teilzunehmen.

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, erklärte: „Dieser Bericht zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, indem wir bürgerschaftliches Engagement, gemeinsame Werte und hochwertige, inklusive Bildung fördern. Die Europäische Kommission ist bestrebt, allen Menschen in Europa echte Chancen zu bieten. Deshalb enthielt unser erstes, im Januar vorgelegtes Maßnahmenpaket zur Schaffung eines europäischen Bildungsraums einen Vorschlag zur Förderung inklusiver Bildung und gemeinsamer Werte.Darüber hinaus werde ich in Kürze ein zweites Initiativpaket mit Vorschlägen dazu vorlegen, wie die Qualität im Bereich der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung und beim Sprachenlernen verbessert werden kann. All diese Initiativen können dazu beitragen, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende bei der Überwindung von Nachteilen aufgrund eines Migrationshintergrunds zu unterstützen.“

Durch Migrationsströme verändert sich die Zusammensetzung von Schulklassen stark. Die Ergebnisse der internationalen Schulleistungsstudie (PISA) von 2015 zeigen, dass fast jede bzw. jeder vierte 15-jährige Schülerin oder Schüler in OECD-Ländern berichtete, dass sie oder er entweder im Ausland geboren wurde oder mindestens ein im Ausland geborenes Elternteil hatte. Diese Zahlen schließen die Zehntausende von Flüchtlingen nicht ein, die vor Kurzem in vielen der an der PISA-Studie teilnehmenden Ländern angekommen sind.

Auf gemeinsamen Werten basierende inklusive Bildung steht im Zentrum der Bemühungen der Kommission beim Aufbau eines europäischen Bildungsraums bis 2025. Dieses Thema wurde auch beim ersten Europäischen Bildungsgipfel erörtert, den EU-Kommissar Navracsics im Januar in Brüssel ausrichtete und an dem ca. 450 Interessenträger teilnahmen. Im Frühjahr 2018 wird die Kommission weitere zukünftige Initiativen vorstellen, darunter Vorschläge für die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen, zum Sprachenlernen und für einen Qualitätsrahmen für die frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung.

Hintergrund

Die Europäischen Staats- und Regierungschefs haben in den letzten Monaten ihre ausdrückliche Unterstützung für die Gewährleistung einer reibungslosen und vollständigen Integration von Migrantinnen und Migranten sowie zur Schaffung gemeinsamer Werte und inklusiver Gesellschaften zum Ausdruck gebracht. Die von der Europäischen Kommission am 7. März 2018 im Rahmen des Europäischen Semesters veröffentlichten Länderberichte zeigen die Herausforderungen für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in vielen Mitgliedstaaten auf.

Im Januar legte die Kommission als Teil des ersten Pakets von Maßnahmen zum Aufbau eines europäischen Bildungsraums bis 2025 einen Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zur Förderung gemeinsamer Werte, inklusiver Bildung und der europäischen Dimension im Unterricht vor. Dieser basiert auf der Pariser Erklärung zur Förderung von Politischer Bildung und der gemeinsamen Werte von Freiheit, Toleranz und Nichtdiskriminierung, angenommen auf der informellen Sitzung der Bildungsministerinnen und -minister vom 17. März 2015. Im Rahmen der Ausarbeitung ihres Vorschlags hielt die Kommission 2017 eine öffentliche Konsultation ab.

 

Weitere Informationen

OECD-Bericht: The resilience of students with an immigrant background: Factors that shape well-being

Factsheet zum europäischen Bildungsraum

Mitteilung der Kommission – Stärkung der europäischen Identität durch Bildung und Kultur

Mehrsprachige Klassenzimmer: Erasmus+ unterstützt alle Lehrkräfte!

„Mehrsprachige Bildung im Kontext von Diversität – Erkenntnisse aus den bisherigen Erfahrungen“

IP/18/2021

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