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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Bewirtschaftungsplan zur Stärkung des Fischereisektors im westlichen Mittelmeerraum

Brüssel, 8. März 2018

Mehrjahresplan sorgt für mehr Stabilität, Transparenz und Nachhaltigkeit in der Fischerei im westlichen Mittelmeer.

Die Europäische Kommission hat heute einen Mehrjahresplan für die Fischbestände im westlichen Mittelmeer vorgeschlagen. Der Vorschlag betrifft Grundfischbestände (d. h. Fische, die auf dem Meeresgrund leben und dort Futter suchen) und bringt beträchtliche Einkünfte für den Fischereisektor in der Region. Neuesten Daten zufolge ist davon auszugehen, dass französische, italienische und spanische Schiffe im Jahr 2015 rund 100 000 Tonnen Grundfische im Wert von 675 Mio. EUR angelandet haben. Seit Beginn der 2000er Jahre sind die Fänge bei diesen Beständen erheblich zurückgegangen, und zwar um rund 23 %. Wird in unverändertem Umfang weitergefischt, wären bis 2025 mehr als 90 % der bewerteten Bestände überfischt. Ohne die in diesem Plan vorgesehene Bündelung von Fischereiaufwand würde 2025 für rund 1500 Schiffe ein finanzielles Risiko bestehen. Mit dem heutigen Vorschlag sollen die genannten Bestände wieder auf ein Niveau gebracht werden, das für die Fischer und die mehr als 16 000 Beschäftigten in diesem Bereich soziale und wirtschaftliche Tragfähigkeit gewährleistet.

Karmenu Vella, das für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei zuständige Kommissionsmitglied, erklärte: „Der heutige Vorschlag für einen Mehrjahresplan geht unmittelbar auf die MedFish4Ever-Erklärung aus dem Jahr 2017 zurück. Dadurch soll ein gesunder Erhaltungszustand von Fischbeständen erreicht werden, der erforderlich ist, um den Verlust von Arbeitsplätzen zu verhindern und wichtige, von der Fischerei abhängige Wirtschaftszweige zu stützen. Dies bringt uns einer nachhaltigeren Fischerei im Mittelmeer einen Schritt näher. Wir müssen handeln und zwar jetzt. Nur so können wir unser gemeinsames Ziel erreichen, dass die Fischerei auch in den kommenden Jahren den Fischern einen angemessenen Lebensunterhalt ermöglicht und die Wirtschaft stützt.“

Hier einige der wichtigsten Elemente des Vorschlags:

  • Festsetzung von Fischereizielen für die kommerziell wichtigsten Grundfischbestände: Seehecht, Rote Meerbarbe, Rosa Geißelgarnele, Kaisergranat, Afrikanische Tiefseegarnele und Rote Tiefseegarnele.
  • Vereinfachung durch Schaffung eines einzigen Rechtsrahmens für das Fischereimanagement. Der Plan wird auf EU-Ebene koordiniert und gilt für alle in der Region tätigen Schleppnetzfischer. Für jede Flottenkategorie jedes Mitgliedstaats legt der Rat jährlich auf der Grundlage wissenschaftlicher Gutachten die Höchstzahl der Fangtage (auch als höchstzulässiger Fischereiaufwand bezeichnet) fest.
  • Reduzierung der Fangtätigkeiten im ersten Jahr der Durchführung des Plans im Einklang mit den wissenschaftlichen Gutachten, da die Lage der meisten Grundfischbestände besorgniserregend ist.
  • Verbot der Schleppnetzfischerei in Gewässern mit einer Tiefe von bis zu 100 m im Zeitraum 1. Mai bis 31. Juli jedes Jahres. Damit dürfen in den Küstengewässern nur selektivere Fanggeräte eingesetzt werden. Dadurch werden Aufwuchsgebiete und empfindliche Lebensräume geschützt und die soziale Nachhaltigkeit der handwerklichen Fischerei verbessert.
  • Aufbau einer regionalen Zusammenarbeit zwischen Frankreich, Italien und Spanien. Die betreffenden Mitgliedstaaten können in enger Zusammenarbeit mit dem Fischereisektor Bestimmungen zur Umsetzung der Anlandeverpflichtung und technische Bestandserhaltungsmaßnahmen ausarbeiten.

Der heute vorgelegte Vorschlag mit seinem langfristigen Ansatz sorgt für mehr Stabilität und mehr Transparenz, da die drei betroffenen Mitgliedstaaten die derzeitigen Ziele für die Fischerei gemeinsam durch den Rat so anpassen können, dass ein nachhaltiges Niveau erreicht wird. Außerdem wird die Kohärenz mit anderen Mehrjahresplänen der EU gewährleistet, insbesondere hinsichtlich der kürzlich erzielten Einigung des Europäischen Parlaments und des Rates über den Nordseeplan.

Der Vorschlag der Kommission wird nun dem Europäischen Parlament und dem Rat der EU zur Beratung vorgelegt.

Hintergrund

Der heute vorgelegte Mehrjahresplan ist der vierte derartige, im Einklang mit der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) angenommene Vorschlag, nachdem bereits entsprechende Pläne für die Ostsee, die Nordsee und das Adriatische Meer verabschiedet wurden. Der Plan gilt für die Gewässer des westlichen Mittelmeers, die das Nördliche Alboran-Meer, den Löwengolf (Golfe du Lion) und das Thyrrenische Meer umfassen und die Balearischen Inseln, Korsika und Sardinien einschließen. Somit sind in erster Linie Frankreich, Italien und Spanien betroffen. Im Jahr 2015 gehörten der unter diesen Mehrjahresplan fallenden Flotte nahezu 10 900 Schiffe an, die sich wie folgt auf die Länder aufteilen: 50 % Italien, 39 % Spanien und 11 % Frankreich (Jahreswirtschaftsbericht 2017).

Die Mehrjahrespläne sollen im Rahmen der GFP zu einer nachhaltigen Befischung beitragen. Zudem sollen sie Maßnahmen zur Umsetzung der Anlandeverpflichtung, technische Maßnahmen sowie Schutzmechanismen, die bei Bedarf geeignete Abhilfemaßnahmen nach sich ziehen, umfassen.

Der Vorschlag wurde einer gründlichen Folgenabschätzung unterzogen und stützt sich auf die besten verfügbaren wissenschaftlichen Gutachten des Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsausschusses für die Fischerei (STEFC). Der Beirat für das Mittelmeer wurde ausführlich konsultiert und legte im November 2017 seine Stellungnahme vor. Darüber hinaus wurde 2016 eine viermonatige öffentliche Konsultation abgehalten.

Weitere Informationen

Mehrjahresplan für die Fischbestände im westlichen Mittelmeer vorgeschlagen

Annex

 

IP/18/1642

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