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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Europäische Union verstärkt Unterstützung für Tschad

Brüssel, 10. April 2017

Die Europäische Kommission kündigt eine Unterstützung in Höhe von weiteren 100 Mio. EUR für Tschad an.

Der EU-Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, Neven Mimica, kündigt bei seinem Besuch in N'Djamena eine zusätzliche Unterstützung in Höhe von 100 Mio. EUR an.

Anlässlich seines Besuchs erklärte Kommissar Mimica: „Das neue Paket von 100 Mio. EUR zeugt von der Entschlossenheit der Europäischen Union, Tschad bei der Bewältigung der zahlreichen Herausforderungen zu unterstützen, vor denen das Land steht. Es geht darum, die Bemühungen um die Konsolidierung der Demokratie und der Reformen mit einer offenen Gesinnung und unter Einbeziehung aller Seiten voranzutreiben. Vor allem muss die Erbringung von Basisdienstleistungen für die Bevölkerungsgruppen fortgesetzt werden, die die Hauptopfer der Krise sind. Tschad ist ein wichtiger Partner der Europäischen Union, der nun eine schwierige Situation bewältigen muss, und dabei werden wir ihm zur Seite stehen.“

Die Unterstützung wird für wichtige Bereiche wie Ernährung, Ernährungssicherheit und Resilienz, nachhaltige Landwirtschaft, demokratische Staatsführung und Förderung der Rechtsstaatlichkeit eingesetzt.

Während seines Besuchs wird Kommissar Mimica außerdem eine Mittelzusage in Höhe von 33 Mio. EUR aus dem Europäischen Entwicklungsfonds für die Verwaltung der geschützten Gebiete und der empfindlichen Ökosysteme unterzeichnen. Eine zweite Mittelzusage betrifft ein Projekt zur sozialen und beruflichen Eingliederung junger Menschen, das mit 10,3 Millionen Euro aus dem Nothilfe-Treuhandfonds für Afrika finanziert und mithilfe der Agence Française de Développement (AFD) umgesetzt wird.

Ferner wird Kommissar Mimica eine Reihe EU-finanzierter Projekte besuchen, darunter ein Zentrum für Ernährung zur Bekämpfung der Unterernährung von Kindern, das die Europäische Kommission seit 2014 unterstützt. Vorgesehen ist zudem ein Besuch im Flüchtlingslager Gaoui, das für 4 900 Bürger Tschads eingerichtet wurde, die aus der Zentralafrikanischen Republik geflohen und nach Tschad zurückgekehrt sind.

 

Hintergrund:

Europäischer Entwicklungsfonds

Im 11. Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) waren für Tschad anfänglich Mittel in Höhe von insgesamt 442 Mio. EUR veranschlagt, die vorrangig für drei Bereiche eingesetzt werden: 1) Ernährungssicherheit, Ernährung und Entwicklung des ländlichen Raums (297 Mio. EUR), 2) nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen (53 Mio. EUR), 3) Stärkung der Rechtsstaatlichkeit (65 Mio. EUR). Darüber hinaus werden mit den europäischen Hilfsgeldern auch die Zivilgesellschaft (12 Mio. EUR) und verschiedene Querschnittsbereiche (15 Mio. EUR) gefördert.

Bei der finanziellen Unterstützung in Höhe von 100 Mio. EUR handelt es sich um eine Aufstockung der im 11. Europäischen Entwicklungsfonds für Tschad veranschlagten Mittel.

Treuhandfonds

Im Rahmen des Treuhandfonds wurden 2016 fünf Projekte zur Unterstützung des Tschad im Rahmen des Aktionsplans von Valletta genehmigt. Dabei werden folgende Ziele verfolgt: Bekämpfung der Ursachen der Migration sowie Vorgehen gegen kriminelle Netzwerke und Terrorismus durch Anbieten wirtschaftlicher Alternativen zu dem derzeit von der irregulären Migration abhängigen System und Verbesserung der Grenzüberwachung.

Der Treuhandfonds leistet somit einen Beitrag zur Stärkung der Kapazitäten der Behörden und der lokalen Gemeinschaften mit folgenden Schwerpunkten: Gewährleistung der Sicherheit der Bevölkerung, sozioökonomische Integration junger Menschen und schutzbedürftiger Personen, Wiedernutzbarmachung verminter Landflächen sowie Förderung der Resilienz der Bevölkerung insbesondere in der Tschadseeregion.

2016 wurden aus dem Nothilfe-Treuhandfonds 88,3 Mio. EUR zur Unterstützung der Stabilität und zur Bekämpfung der Ursachen von irregulärer Migration und Vertreibungen in Afrika zur Verfügung gestellt. Projektziele sind die Förderung der Resilienz und der Sicherheit und die Schaffung wirtschaftlicher Perspektiven für junge Menschen. Genehmigt wurden zudem 30 Mio. EUR für ein Mehrländerprojekt in der Tschadseeregion.

Lage in Tschad

Tschad steht sowohl in Bezug auf seine humanitäre Lage als auch den Entwicklungsbereich vor zahlreichen Herausforderungen. Das Land ist eines der ärmsten der Welt und gilt als fragiler Staat, der seit Ende 2014 mit einer doppelten Krise konfrontiert ist: Zum einen muss Tschad eine Haushaltskrise bewältigen, die auf den anhaltenden Ölpreisverfall zurückzuführen ist, und zum anderen eine Sicherheitskrise, die durch die vielfältigen Auswirkungen der wiederholten Angriffe von Boko Haram (bzw. des Islamischen Staates in Westafrika) und die negativen Folgen der Libyen-Krise bedingt ist. Durch diese beiden Krisen wird die Fragilität des Landes weiter verstärkt.

Die strategischen Ziele der Europäischen Union für Tschad bestehen darin, das Land bei der nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen zu unterstützen und zur Friedenskonsolidierung sowie zur Einführung von Reformen mit Blick auf die Stärkung der guten Regierungsführung beizutragen.

 

Weitere Informationen:

GD DEVCO – Tschad

IP/17/889

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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