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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Europäische Kommission erreicht 10-Jahres-Verpflichtung zur Rettung der Fischbestände im Mittelmeer

Brüssel, 30. März 2017

Nach monatelangen Verhandlungen hat die Europäische Kommission heute eine 10-Jahres-Verpflichtung erreicht, um die Fischbestände im Mittelmeer zu erhalten und den ökologischen und wirtschaftlichen Reichtum der Region zu schützen.

Die MedFish4Ever-Erklärung von Malta ist ein praktisches Beispiel für eine erfolgreiche Nachbarschaftspolitik der EU und enthält ein detailliertes Arbeitsprogramm für die nächsten 10 Jahre auf der Grundlage ehrgeiziger, aber realistischer Ziele. Über 300 000 Personen sind unmittelbar auf Fischereifahrzeugen im Mittelmeer beschäftigt und viele weitere Arbeitsplätze hängen mittelbar vom Fischereisektor ab. Die Erklärung wurde von Vertretern von Ministerien der nördlichen und südlichen Küstenstaaten des Mittelmeers unterzeichnet - eine Unterschrift, die politische Verantwortung an ein Thema knüpft, das bisher auf technischer Ebene verwaltet wurde. Sie ist das Ergebnis eines von der Europäischen Kommission im Februar 2016 in Catania (Sizilien) eingeleiteten Prozesses.

Hierzu der für Umwelt, maritime Angelegenheiten und Fischerei zuständige Kommissar Karmenu Vella: „Heute haben wir Geschichte geschrieben. Mit der Unterzeichnung der MedFish4Ever-Erklärung von Malta bekräftigen wir unseren politischen Willen zu konkreten Maßnahmen in Bezug auf die Fischerei und andere sich auf die Fischereiressourcen auswirkende Tätigkeiten, die blaue Wirtschaft, die soziale Inklusion und die Solidarität zwischen den nördlichen und südlichen Anrainerstaaten des Mittelmeers. Ich hoffe, dass diese Erklärung als ein Wendepunkt angesehen wird – hin zu einer vielversprechenden Zukunft für Fischer, Küstengemeinden und Fischereiressourcen.“

Die von den Unterzeichnern eingegangenen Verpflichtungen umfassen Folgendes:

-  Bis 2020 Sicherstellung, dass für alle wichtigen Bestände im Mittelmeer angemessene Daten erhoben werden und diese Bestände regelmäßig wissenschaftlich bewertet werden. Insbesondere müssen Fischer in der handwerklichen Fischerei eine größere Rolle bei der Erhebung der erforderlichen Daten zur Erweiterung der wissenschaftlichen Kenntnisse spielen;

-  Einführung mehrjähriger Bewirtschaftungspläne für alle wesentlichen Fischereien. Die Kommission hat diesen Prozess bereits mit ihrem Vorschlag für einen mehrjährigen Plan für die Fischerei auf kleine pelagische Bestände im Adriatischen Meer eingeleitet;

-  bis 2020 Unterbindung der illegalen Fischerei, indem gewährleistet wird, dass alle Staaten über den rechtlichen Rahmen und die erforderlichen personellen und technischen Kapazitäten verfügen, um ihre Kontroll- und Inspektionspflichten zu erfüllen. Die Allgemeine Kommission für die Fischerei im Mittelmeer (GFCM) wird die Führung bei der Entwicklung der nationalen Kontroll- und Sanktionssysteme übernehmen;

-  Förderung nachhaltiger handwerklicher Fischerei und Aquakultur durch Vereinfachung von Finanzierungsprogrammen für lokale Projekte wie die Flottenmodernisierung mit schonenden Fanggeräten und -techniken, soziale Eingliederung und die Beteiligung der Fischer am Umweltschutz.

Die wirksame Umsetzung der Erklärung wird möglich durch die Einbindung von Fischern – Männern und Frauen –, Küstengemeinden, der Zivilgesellschaft, der industriellen Fischerei, der kleinen und handwerklichen Fischerei und der Freizeitfischerei sowie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen und der GFCM in den Prozess. Die heutige Erklärung ist ein weiterer Beitrag zu den internationalen Verpflichtungen der EU im Rahmen der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Ziel 14: „Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Ozeane, Meere und maritimen Ressourcen für eine nachhaltige Entwicklung“).

Hintergrund

Das Mittelmeer ist ein einzigartiges Meeresbecken und zeichnet sich durch seine lange Küste und einen Fischereisektor aus, der Arbeitsplätze für über 300 000 Menschen bietet. Die kleine Küstenfischerei (Schiffe mit einer Länge von weniger als 10 Metern) macht 80 % der Flotte aus und steht für ein Viertel der Gesamtfänge. Die Arbeitsplätze in diesen Bereichen sind gefährdet, da die Fischbestände im Mittelmeer zurückgehen: etwa 90 % der bewerteten Bestände sind überfischt. Existenzgrundlagen und Ernährungssicherheit, regionale Stabilität und Sicherheit sind bedroht.

Die heutige Erklärung ist das Ergebnis des sogenannten Catania-Prozesses, der von Kommissionsmitglied Karmenu Vella im Februar letzten Jahres ins Leben gerufen wurde und zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen den Interessengruppen, dem Sekretariat der GFCM, den EU-Mitgliedstaaten und Drittstaaten geführt hat. Wichtige Meilensteine umfassen eine erste Ministerkonferenz der für Mittelmeerfischerei zuständigen Minister im April 2016, die Jahrestagung der GFCM im Juni 2016 und die GFCM-Zwischentagung im September 2016.

Die folgenden Parteien waren bei der MedFish4Ever- Ministerkonferenz auf Malta vertreten: Europäische Kommission, 8 Mitgliedstaaten (Spanien, Frankreich, Italien, Malta, Slowenien, Kroatien, Griechenland, Zypern), 7 Drittstaaten (Marokko, Algerien, Tunesien, Ägypten, Türkei, Albanien, Montenegro), die FAO, die GFCM, das Europäische Parlament und der regionale Beirat für das Mittelmeer.

Weitere Informationen:

MedFish4Ever-Erklärung von Malta

# MedFish4Ever-Kampagne

IP/17/770

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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