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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Der Europäische Sozialfonds wird 60: Investitionen in Menschen seit sechs Jahrzehnten

Brüssel, 22. März 2017

Im Jahr 2017 feiert der Europäische Sozialfonds (ESF), Europas ältestes und wichtigstes Instrument für Investitionen in Menschen, sein sechzigjähriges Bestehen.

Der ESF ist heute ein wichtiger Motor für die Schaffung von Arbeitsplätzen und ein zentrales Instrument für mehr Chancengleichheit, denn er fördert eine bessere Bildung, moderne öffentliche Verwaltungen und die soziale Inklusion.

Marianne Thyssen, die EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, erklärte: „Der 60. Geburtstag des Europäischen Sozialfonds ist ein guter Grund zum Feiern. In den zurückliegenden sechs Jahrzehnten hat der Europäische Sozialfonds Millionen von Arbeitsuchenden und Beschäftigten sowie Hunderttausende von Unternehmen und Start-ups unterstützt. Indem wir unmittelbar in die Menschen investieren, tragen wir dazu bei, dass niemand abgehängt wird, stärken zugleich die Wettbewerbsfähigkeit Europas und bleiben am Puls der sich wandelnden Arbeitswelt. Die Erfolgsgeschichten der letzten 60 Jahre zeigen, dass die Europäische Union den Europäerinnen und Europäern ganz konkret etwas bringt: gestern, heute und morgen.

In den letzten 60 Jahren hat der Europäische Sozialfonds Millionen Menschen in der EU geholfen, einen Arbeitsplatz zu finden, eine Qualifikation oder ein Zertifikat zu erwerben oder ihr Kompetenzniveau auszubauen. Diese Erfolgszahlen sind das Ergebnis von zigtausend Projekten in ganz Europa.

Projektbeispiele

  • Ziel: Menschen in Beschäftigung bringen. In Spanien haben die Caritas und der ESF schon mehr als einer Million Menschen geholfen, ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz zu verbessern. Die Maßnahmen umfassen die individuelle Betreuung (Coaching) von Arbeitsuchenden, die Vermittlung von Praktika und die Schaffung von Arbeitsplätzen durch soziale Unternehmen. Viele dieser Initiativen sind auf Menschen mit besonderen Schwierigkeiten zugeschnitten, darunter Immigranten, benachteiligte Frauen, geringer qualifizierte junge Menschen und Arbeitslose über 45.
  • Ziel: Verbesserung der Bildungsergebnisse. Das Projekt Diritti a Scuola in Italien hat über 200 000 Kinder erreicht und wirkt sich positiv auf deren Schulbesuch aus. In Zusammenarbeit mit Schulen, Lehrkräften, Eltern und Schülern wurden Lehrpläne und Lehrmethoden verbessert sowie Jugendliche und deren Familien beraten. Dadurch sank die Quote der frühzeitigen Schulabgänger in Apulien von 30,3 % im Jahr 2004 auf 19,5 % im Jahr 2011.
  • Ziel: Förderung der sozialen Inklusion. Dank des Projekts Academy of Social Economy Development in der polnischen Region Małopolskie ist dort eine florierende Sozialwirtschaft zum Nutzen vieler besonders benachteiligter Bewohner entstanden. Das Projekt umfasst die rechtliche und unternehmerische Beratung sowie die finanzielle Unterstützung der Startphase von Sozialunternehmen. Mehr als 1700 Menschen sowie 245 Organisationen der Sozialwirtschaft und 126 lokale Partner sind bisher in den Genuss der Projektmaßnahmen gekommen.

Unsere Arbeit ist damit aber nicht beendet. Auch im Zeitraum 2014–2020 profitieren Millionen Menschen vom Sozialfonds – dank Investitionen von 86,4 Mrd. EUR aus dem EU-Haushalt. Während dieses Programmplanungszeitraums konzentriert sich der ESF auf eine begrenzte Zahl von Prioritäten, um maximale Wirkung zu erzielen. Der Schwerpunkt liegt auf Jugendarbeitslosigkeit und sozialer Inklusion. Die offene Datenplattform, die Zugriff auf Ergebnisse der europäischen Struktur- und Investitionsfonds in den Jahren 2014-2020 bietet, zeigt sehr gute Fortschritte bei den ESF-Projekten: Bei über 30 % der Projekte wurde die Finanzierung bereits bewilligt. Die Projekte im Rahmen der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen weisen gar eine Durchführungsquote von 60 % auf.

Den Auftakt der Veranstaltungen, mit denen die Erfolge des Fonds gewürdigt werden sollen, und der Debatten darüber, wie künftig Investitionen in Menschen in Europa gestaltet werden sollen, bildet morgen die Konferenz „Europäischer Sozialfonds: gestern, heute und morgen“. Sie wird vom maltesischen EU-Ratsvorsitz ausgerichtet und findet im Vorfeld der Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge und des Treffens der EU-Sozialpartner in Rom statt, an dem auch Kommissionspräsident Juncker, Vizepräsident Dombrovskis und Kommissarin Thyssen teilnehmen werden. Über das Jahr verteilt organisieren die Mitgliedstaaten ähnliche Veranstaltungen und Debatten, um auf das zurückzublicken, was der ESF erreicht hat, um eine Bestandsaufnahme der Leistungen des Fonds vorzunehmen und um dafür zu werben, dass auch künftig stark in die Fähigkeiten und Fertigkeiten von Menschen investiert wird. Im Mai werden Tausende von EU-finanzierten Projekten im Rahmen der Kampagne Europa in meiner Region ihre Türen für die Öffentlichkeit öffnen.

Hintergrund

Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist der älteste Fonds der Europäischen Union; bei seiner Gründung im Jahr 1957, als auch die Römischen Verträge unterzeichnet wurden, lautete seine Aufgabe, die Beschäftigungschancen von Arbeitnehmern und ihren Lebensstandard zu verbessern. Anfangs diente er lediglich dazu, den Mitgliedstaaten die Hälfte der Kosten für Berufsbildungsmaßnahmen und Umsiedlungsbeihilfen für Arbeitnehmer, die von wirtschaftlichen Umstrukturierungen betroffen waren, zurückzuerstatten. Seitdem hat der ESF eine gezieltere und strategischere Ausrichtung erhalten, wobei der Schwerpunkt zunehmend auf systemischen Reformen liegt, die möglichst vielen Menschen zugutekommen.

Der ESF finanziert sich aus Beiträgen der Mitgliedstaaten, der Europäischen Kommission und bisweilen auch der Privatwirtschaft. Im laufenden Finanzierungszeitraum 2014-2020 ist der ESF in allen 28 Mitgliedstaaten aktiv; hierfür stehen Mittel in Höhe von insgesamt 124,9 Mrd. EUR (davon 86,4 Mrd. EUR aus dem EU-Haushalt) bereit.

Grundlage der Arbeit des ESF vor Ort sind die operationellen Programme. Diese übertragen die auf europäischer Ebene angestrebten übergeordneten Ziele – die Menschen in Beschäftigung bringen, die Bildung verbessern, die soziale Inklusion fördern und das Dienstleistungsangebot öffentlicher Stellen verbessern – in den konkreten Bedarf der Region oder des Mitgliedstaats und ihrer/seiner Bürgerinnen und Bürger. Die operationellen Programme werden zwar zwischen den nationalen Behörden und der Kommission ausgehandelt, ihre Umsetzung obliegt jedoch den zuständigen Stellen im jeweiligen Land. Dies entspricht dem Grundsatz der geteilten Verwaltung, auf dem der ESF beruht: Die Zuständigkeit wird auf der geeigneten Ebene wahrgenommen.

Weitere Informationen

Website des Europäischen Sozialfonds

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Twitter: @mariannethyssen @EU_Social #ESF #EU60

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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