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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission gibt Zusammenschluss der Luft- und Raumfahrtausrüster Safran und Zodiac frei

Brüssel, 21. Dezember 2017

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme von Zodiac Aerospace durch Safran auf der Grundlage der EU-Fusionskontrollverordnung geprüft und ohne Auflagen genehmigt. Beide Unternehmen bieten weltweit Luft- und Raumfahrtausrüstung an. Die Kommission stellte fest, dass das Vorhaben auf den betroffenen Märkten keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt.

Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte dazu: „Die französischen Unternehmen Safran und Zodiac spielen auf den Märkten für Luft- und Raumfahrt zwar eine wichtige Rolle, aber die einschlägigen Märkte in Europa werden auch weiterhin von einem starken Wettbewerb geprägt sein. Deshalb können wir den geplanten Zusammenschluss, aus dem ein starker europäischer Akteur hervorgehen wird, nach den EU-Fusionskontrollvorschriften genehmigen.“

Sowohl Safran als auch Zodiac sind weltweit im Bereich der Luft- und Raumfahrtausrüstung tätig. Die Kommission hat die Märkte, auf denen die Unternehmen aktiv sind, einer eingehenden Untersuchung unterzogen und Folgendes festgestellt:

  • Beide Unternehmen liefern elektrische Flugzeugsysteme. Bei der Untersuchung wurden jedoch keine schwerwiegenden wettbewerbsrechtlichen Bedenken festgestellt, da der Zusammenschluss nur einen sehr begrenzten Anstieg der Marktanteile bewirken und das neu aufgestellte Unternehmen weiterhin einem starken Wettbewerb durch andere etablierte Anbieter ausgesetzt sein wird.
  • In Bezug auf die Märkte, auf denen die am Zusammenschluss beteiligten Unternehmen auf verschiedenen Stufen der Lieferkette tätig sind, z. B. als Lieferanten von Fahrwerken und Verkabelungssystemen oder damit verbundenen Komponenten, stellte die Kommission fest, dass das neu aufgestellte Unternehmen weder die Möglichkeit noch einen Anreiz hätte, Dritte vom Markt auszuschließen, denn es würden in jedem Falle weiterhin alternative Lieferanten und Kunden zur Verfügung stehen.
  • In Bezug auf die Zusammenfassung der Produktpaletten der Unternehmen und etwaige nachteilige Auswirkungen auf den Wettbewerb, die sich dadurch ergeben könnten, dass das neue Unternehmen in der Lage sein könnte, Wettbewerber, die lediglich eine beschränktere Produktpalette anbieten, auszugrenzen, stellte die Kommission fest, dass das neue Unternehmen weder die Möglichkeit noch einen Anreiz hätte, Wettbewerber durch Kopplung oder Bündelung des Angebots verschiedener Systeme und Ausrüstungen auszuschließen.

Angesichts des Vorstehenden zieht die Kommission den Schluss, dass der geplante Zusammenschluss auf keinem der betroffenen Märkte Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken geben würde.

Unternehmen und Produkte

Das französische Unternehmen Safran ist weltweit in der Luft- und Raumfahrtindustrie tätig. Im Rahmen seiner Triebwerksparte entwickelt und produziert es Flugzeugtriebwerke, Hubschrauberturbinentriebwerke und Triebwerke für die Raumfahrt. Darüber hinaus stellt Safran weitere Arten von Flugzeugausrüstung bereit, wie etwa Landesysteme, Räder und Bremsen, Triebwerksgondeln, elektrische Anlagen und Verkabelungssysteme.

Auch Zodiac Aerospace ist ein in der Luft- und Raumfahrtindustrie tätiges französisches Unternehmen. Es entwickelt und produziert Flugzeugausrüstung wie elektrische Anlagen und Verkabelungssysteme, Bordsysteme, beispielsweise Sitze und Kücheneinsätze, und bietet Lösungen für Raumfahrtanwendungen an. Sein Produktangebot umfasst Sitze für Luftfahrzeuge, Kabinenausstattung und verschiedene Ausrüstungen, u. a. Sicherheits-, Elektro-, Kontroll- sowie Wasser- und Abwassersysteme.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Der Zusammenschluss wurde am 16. November 2017 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten EWR oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Weitere Informationen werden auf der Website der GD Wettbewerb der Kommission im öffentlich zugänglichen Register unter der Nummer der Wettbewerbssache M.8424 veröffentlicht.

IP/17/5404

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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