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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Standard-Eurobarometer-Umfrage Herbst 2017: Das Dach reparieren, solange die Sonne scheint

Brüssel, 19. Dezember 2017

Laut einer heute veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage schätzt die Mehrheit der Menschen in der EU die Wirtschaftslage als gut ein. Die Unterstützung für den Euro ist im Euroraum so hoch wie seit 2004 nicht mehr, und der Anteil derjenigen, die die Zukunft der EU optimistisch sehen, übersteigt den Anteil der Pessimisten.

Zudem betrachtet die Mehrheit der Europäerinnen und Europäer die EU als Hort der Stabilität in einer unruhigen Welt. Dies sind einige der wichtigsten Ergebnisse der jüngsten Standard-Eurobarometer-Umfrage, die heute gemeinsam mit der Eurobarometer-Spezial-Umfrage „Die Zukunft Europas” veröffentlicht wurde.

1. Optimistische Einschätzung der Wirtschaftslage und wachsende Unterstützung für den Euro

Erstmals seit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2007 beurteilen mehr Europäerinnen und Europäer die aktuelle Lage der europäischen Wirtschaft positiv (48 %, +6 Prozentpunkte gegenüber Frühjahr 2017) als negativ (39 %, ‑7 Prozentpunkte). In 23 Mitgliedstaaten vertritt die Mehrheit der Befragten die Auffassung, dass die Situation der europäischen Wirtschaft gut ist (gegenüber 21 Mitgliedstaaten im Frühjahr 2017). Im Vergleich zum Frühjahr 2017 wurden in 23 Mitgliedstaaten Zuwächse bei der positiven Wahrnehmung registriert, und in drei Mitgliedstaaten war dieser Anstieg zweistellig: Spanien (39 %, +12 Prozentpunkte), Portugal (58 %, +11) und Österreich (63 %, +10).

48 % der Europäerinnen und Europäer sind der Ansicht, dass die nationale Wirtschaftslage derzeit gut ist (+2 Prozentpunkte). Das ist der höchste Wert seit Herbst 2007. Seit Frühjahr 2017 hat sich die positive Wahrnehmung der nationalen Wirtschaftslage in 19 Mitgliedstaaten verstärkt. An der Spitze liegen Finnland (71 %, +12 Prozentpunkte), Slowenien (46 %, +12), Österreich (77 %, +9) und Ungarn (50 %, +9). Allerdings gibt es hier große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten: Während in den Niederlanden und in Deutschland 91 % der Befragten die nationale Wirtschaftslage als gut einschätzen, sind es in Griechenland nur 2 %.

Im Euroraum unterstützen drei Viertel der Befragten den Euro (74 %, +1) – so viele, wie seit 2004 nicht mehr. In sieben Ländern liegt die Unterstützung für den Euro bei 80 % oder darüber: Slowakei, Belgien, Deutschland, Spanien, Estland, Irland und Slowenien.

2. Vertrauen in die Europäische Union nach wie vor hoch

40 % der Europäerinnen und Europäer haben ein positives Bild von der EU; 37 % haben ein neutrales Bild, und der Anteil der Europäerinnen und Europäer mit negativem Bild ist mit 21 % weiterhin niedrig. Diese Ergebnisse sind gegenüber dem Frühjahr 2017 stabil geblieben und bestätigen den seit 2016 anhaltenden positiven Trend. In 14 Ländern hat die Mehrheit der Befragten ein positives Bild von der EU. Am höchsten ist dieser Anteil in Irland (59 %), Bulgarien und Luxemburg (beide 57 %).

Das Vertrauen in die EU ist mit 41 % (-1 Prozentpunkt) stabil geblieben. In 18 Mitgliedstaaten hat die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger Vertrauen in die EU (gegenüber 15 im Frühjahr). Besonders groß ist dieses Vertrauen in Litauen (64 %), Bulgarien (57 %) und Luxemburg (56 %). Zugewinne beim Vertrauen in die EU gegenüber dem Frühjahr 2017 wurden in zehn Ländern festgestellt, insbesondere in Belgien (53 %, +7), der Slowakei (48 %, +5) und der Tschechischen Republik (35 %, +5). In 17 Ländern ist das Vertrauen in die EU zurückgegangen.

Die Mehrheit der Menschen in Europa beurteilt die Zukunft der EU optimistisch (57 %, +1). Dies ist auch in 26 der 28 Mitgliedstaaten der Fall (gegenüber 24 im Frühjahr 2017). Die Ausnahmen bilden Griechenland (60 % „pessimistisch“ gegenüber 37 % „optimistisch“) und das Vereinigte Königreich (48 % gegenüber 44 %). Besonders groß ist der Optimismus für die Zukunft der EU in Irland (80 %), Luxemburg (72 %) und Malta (70 %). Am anderen Ende des Spektrums liegen Frankreich (49 %) und Italien (50 %).

44 % der Europäerinnen und Europäer stimmen der Aussage zu, dass „ihre Stimme in der EU zählt“. Dies ist der höchste Wert für diesen Indikator seit Herbst 2004.

Zudem geben 70 % der befragten Personen an, dass sie sich als Bürgerinnen und Bürger der EU fühlen. Die beiden größten Errungenschaften der EU sind nach Einschätzung der Europäerinnen und Europäer die „Freizügigkeit und der freie Verkehr von Waren und Dienstleistungen“ sowie der „Frieden zwischen den Mitgliedstaaten der EU“ (57 % bzw. 56 % der Befragten).

3. Migration und Terrorismus bereiten die größten Sorgen

Die Einwanderung ist den Befragten zufolge die größte Herausforderung für die EU (39 %, +1 Prozentpunkt). An zweiter Stelle steht der Terrorismus (38 %, -6), mit großem Abstand gefolgt von den Themen Wirtschaftslage (17 %, -1 Prozentpunkt), öffentliche Finanzen der Mitgliedstaaten (16 %, -1) und Arbeitslosigkeit (13 %, -2). Auf der nationalen Ebene werden weiterhin Arbeitslosigkeit (25 %, -4 Prozentpunkte) und Einwanderung (22 %, -2) als größte Problemfelder betrachtet.

4. Umfrage zur Zukunft Europas

75 % der Menschen in Europa haben eine positive Meinung von der Europäischen Union. Am größten ist der Zuspruch in Litauen (91 %), Dänemark (89 %) und den Niederlanden (87 %).71 % der Europäerinnen und Europäer betrachten die EU als Hort der Stabilität in einer unruhigen Welt (+ 5 Prozentpunkte gegenüber 2016).

Hintergrund

Die Standard-Eurobarometer-Umfrage vom Herbst 2017 (EB 88) wurde vom 5. bis 19. November 2017 in Form von Direktbefragungen durchgeführt. Insgesamt wurden 33 193 Personen in allen EU-Mitgliedstaaten sowie den Kandidatenländern befragt.[1]

Die Eurobarometer-Spezial-Umfrage 467 „Die Zukunft Europas” wurde vom 23. September bis 2. Oktober 2017 in Form von Telefoninterviews durchgeführt. In den EU-Mitgliedstaaten wurden insgesamt 27 881 Personen befragt.

Weitere Informationen

- Standard-Eurobarometer 88

- Bericht über die Eurobarometer-Spezial-Umfrage 467 „Die Zukunft Europas“

 

[1] Die 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU), fünf Kandidatenländer (ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Türkei, Montenegro, Serbien und Albanien) und die türkische Gemeinschaft Zyperns in dem Teil des Landes, der nicht von der Regierung der Republik Zypern kontrolliert wird.

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