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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Äthiopien: EU stockt angesichts der Verschlechterung der humanitären Lage ihre Hilfe auf

Brüssel, 8. Dezember 2017

Die EU stellt zusätzliche Mittel in Höhe von 15 Mio. EUR bereit, damit die humanitäre Hilfe für das von einer Dürre heimgesuchte Land angesichts des wachsenden Bedarfs ausgeweitet werden kann.

Die Europäische Kommission hat eine neue Soforthilfe in Höhe von 15 Mio. EUR zur Unterstützung der Menschen in Äthiopien angekündigt, wo die durch die Dürre verursachte Ernährungsunsicherheit ein gefährliches Ausmaß erreicht hat. Damit steigt die von der EU im Jahr 2017 geleistete humanitären Hilfe auf über 91 Mio. EUR. Diese Unterstützung ist auch deshalb so wichtig, weil in Äthiopien immer mehr Flüchtlinge aus Nachbarländern wie Eritrea, Somalia und vor allem Südsudan Zuflucht suchen und auch die Zahl der Binnenvertriebenen stetig zunimmt.

„Äthiopien ist in vielerlei Hinsicht mit humanitären Krisen konfrontiert – zu der verheerenden Dürre kommen die Herausforderungen hinzu, die mit der stark wachsenden Zahl von Flüchtlingen aus den Nachbarländern verbunden sind. Die EU ist fest entschlossen, den Hilfebedürftigen in Äthiopien zur Seite zu stehen. Dank unserer neuerlichen Hilfe können humanitäre Organisationen die Nahrungsmittelsoforthilfe ausweiten und Behandlungen gegen Mangelernährung durchführen“, so der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Christos Stylianides.

Ein Teil der Gelder wird zudem für die Wasserversorgung, den Schutz der Viehbestände sowie für Unterkünfte und Schutzmaßnahmen eingesetzt, insbesondere zugunsten der wachsenden Zahl von Binnenvertriebenen.

Nach mehreren Regenzeiten ohne ausreichende Niederschläge ist Äthiopien mit der gravierendsten Nahrungsmittel- und Ernährungskrise der letzten zehn Jahre konfrontiert. Besonders stark betroffen sind die südlichen und südöstlichen Weidegebiete. Außerdem beherbergt Äthiopien von allen Ländern Afrikas die zweitgrößte Anzahl an Flüchtlingen – über 880 000, was ebenfalls den Bedarf an humanitärer Hilfe in die Höhe schnellen lässt.

Die EU unterstützt Äthiopien zudem im Rahmen des Europäischen Entwicklungsfonds im Zeitraum 2014-2020 mit Entwicklungshilfe in Höhe von 745 Mio. EUR.

Hintergrund

Äthiopien ist eines der am stärksten vom El Niño-Phänomen betroffenen Länder. Während die Folgen der Dürre der Jahre 2015-2016 immer noch nicht überwunden sind, hat der derzeit herrschende Indische-Ozean-Dipol (IOD) eine extreme Trockenheit in der südlichen und südöstlichen Tiefebene des Landes ausgelöst.

Mittlerweile sind 8,5 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelsoforthilfe angewiesen. Insgesamt leiden schätzungsweise 3,6 Millionen Kinder, schwangere Frauen und stillende Mütter an akuter Unterernährung. Die anhaltende Dürre hat auch große Verluste bei den Viehbeständen verursacht und über 360 000 Menschen aus ihren Heimatorten vertrieben.

Zudem hat Äthiopien zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen, die in 25 Lagern in den Regionen Tigray, Afar, Somali, Gambela und Benishangul-Gumuz untergebracht sind. Der Zustrom von Flüchtlingen hauptsächlich aus Südsudan und Somalia, aber auch aus Sudan und Eritrea, nimmt stetig zu. Seit September sind aufgrund der Eskalation der Spannungen und der gewaltsamen Zwischenfälle an der Grenze zwischen den äthiopischen Regionen Oromia und Somali in beiden Regionen Tausende von Menschen auf der Flucht, die sich nun in einer überaus prekären und gefährlichen Lage befinden.

Durch die Eskalation der internen Auseinandersetzungen seit September ist die Zahl der Binnenvertriebenen auf mehr als 1,3 Millionen gestiegen.

Weitere Informationen

Factsheet Äthiopien

Factsheet zum Horn von Afrika

IP/17/5153

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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