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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Kommission begrüßt Einigung auf neue Vorschriften zur Energieeffizienz von Gebäuden

Brüssel, 19. Dezember 2017

Kommission begrüßt Einigung auf neue Vorschriften zur Energieeffizienz von Gebäuden

Die Verhandlungsführer des Europäischen Parlaments, des Rates und der Europäischen Kommission haben sich heute auf neue Vorschriften zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden geeinigt. Der Vorschlag der Kommission trägt dazu bei, die vorrangigen Ziele der Kommission Juncker – insbesondere eine krisenfeste Energieunion mit einer zukunftsorientierten Klimaschutzstrategie – umzusetzen. Die heutige Einigung markiert den Abschluss der Verhandlungen zum ersten von acht Legislativvorschlägen, die die Europäische Kommission im Rahmen des Pakets Saubere Energie für alle Europäer am 30. November 2016 vorgelegt hat. Sie zeigt auch, dass die Arbeit an der Energieunion gut vorankommt und die Initiativen der Kommission Juncker Ergebnisse bringen.

Ziel der vereinbarten Maßnahmen ist es, die Energieeffizienz neuer Gebäude zu verbessern, bestehende Gebäude schneller mit energieeffizienten Systemen nachzurüsten und das enorme Potenzial der Energieeinsparungen im Gebäudesektor – dem energieintensivsten Bereich in Europa – zu erschließen.

Der für die Energieunion zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Maroš Šefčovič, erklärte: „Klimaschutz beginnt ‚zu Hause‘, denn mehr als ein Drittel der Emissionen in der EU entfällt auf Gebäude. Durch Renovierung und den Einbau intelligenter Systeme erzielen wir Vorteile gleich in mehreren Bereichen – bei den Energiekosten ebenso wie in den Bereichen Gesundheit und Umwelt. Und da die Grenzen zwischen den einzelnen Sektoren aufgrund des technischen Fortschritts mehr und mehr verschwinden, binden wir den Gebäudesektor auch in die Infrastruktur für die Elektromobilität ein, und wir unterstützen die Stabilität des Stromnetzes. Jetzt dürfen wir bei unseren Anstrengungen aber nicht nachlassen.“

Miguel Arias Cañete, EU-Kommissar für Klimapolitik und Energie, ergänzte: „Die Einigung auf den ersten Vorschlag im Rahmen des Pakets ‚Saubere Energie für alle Europäer‘ ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Allerdings hätte ich mir ehrgeizigere Vorgaben in Bezug auf Ladepunkte für Elektrofahrzeuge an Nicht-Wohngebäuden gewünscht. Dies hätte unseren Zielen im Rahmen des Übereinkommens von Paris und unserer Strategie für eine saubere Mobilität noch besser entsprochen. Auf jeden Fall trägt die neue Gebäuderichtlinie dazu bei, vor Ort neue Arbeitsplätze zu schaffen, unsere Energiekosten zu senken und unsere Lebensqualität zu erhöhen. Ich fordere das Europäische Parlament und den Rat daher auf, nun auch die übrigen Vorschläge im Rahmen des Pakets ‚Saubere Energie für alle Europäer‘ ambitioniert zu verabschieden.“

 

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • ein klarer Plan zur Erhöhung des Bestands an emissionsarmen und -freien Gebäuden in der EU bis 2050; die Grundlage dafür bilden nationale Fahrpläne zur Senkung der CO2-Emissionen von Gebäuden;
  • Förderung der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sowie „intelligenter“ Technologien, um einen effizienten Gebäudebetrieb sicherzustellen, etwa durch Einführung von Automatisierungs- und Steuerungssystemen;
  • Förderung des Aufbaus der erforderlichen Infrastruktur für Elektromobilität in allen Gebäuden (wenngleich in geringerem Umfang als im Vorschlag der Kommission vorgesehen);
  • Einführung eines „Intelligenzindikators“, der die Fähigkeit eines Gebäudes misst, neue Technologien und elektronische Systeme zu nutzen, um seinen Betrieb und die Interaktion mit dem Netz zu optimieren;
  • Integration langfristiger Strategien für die Renovierung von Gebäuden;
  • Mobilisierung öffentlicher und privater Investitionen;
  • Bekämpfung von Energiearmut und Senkung der Energiekosten der Haushalte durch Renovierung älterer Gebäude.

 

Die nächsten Schritte

Nach der heutigen politischen Einigung muss die Richtlinie nun noch förmlich vom Europäischen Parlament und vom Rat verabschiedet werden. Nach der Zustimmung der beiden Gesetzgebungsorgane, mit der in den nächsten Monaten zu rechnen ist, wird die aktualisierte Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. 20 Tage später tritt sie dann in Kraft. Anschließend haben die Mitgliedstaaten 18 Monate Zeit, um die neuen Bestimmungen der Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

 

Hintergrund

Die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) trägt zur Verwirklichung des Ziels der Kommission Juncker bei, „eine krisenfeste Energieunion mit einer zukunftsorientierten Klimaschutzstrategie“ aufzubauen. Nach Ansicht der Kommission sollte die EU beim Übergang zu einem umweltfreundlichen Energiesystem eine Vorreiterrolle übernehmen. Aus diesem Grund hat sich die EU verpflichtet, die CO2-Emissionen bis 2030 um mindestens 40 % – bei gleichzeitiger Modernisierung der EU-Wirtschaft und der Förderung von Beschäftigung und Wachstum für alle europäischen Bürgerinnen und Bürger – zu reduzieren. Die drei Hauptziele der Kommission bestehen dabei darin, die Energieeffizienz als oberste Priorität zu behandeln, im Bereich der erneuerbaren Energien eine weltweite Führungsrolle zu übernehmen und die Stellung der Verbraucher zu stärken. 

 

Mit 40 % des Endenergieverbrauchs ist der Gebäudesektor der energieintensivste Bereich in der EU. Zudem sind 75 % der Gebäude nicht energieeffizient, und in den einzelnen Mitgliedstaaten werden jährlich lediglich 0,4-1,2 % des Gebäudebestands renoviert. Daraus ergeben sich enorme Möglichkeiten für Energieeffizienzsteigerungen in Europa ebenso wie wirtschaftliche Chancen. So erwirtschaftet der Bausektor etwa 9 % des BIP der EU und hat 18 Millionen direkte Beschäftigte. Die Wertsteigerung durch Bautätigkeiten, die Renovierungsarbeiten und energetische Nachrüstungen umfassen, beträgt im Vergleich zur Errichtung neuer Gebäude nahezu das Doppelte, und KMU sind für mehr als 70 % der Wertschöpfung im EU-Gebäudesektor verantwortlich.

 

Für Gebäuderenovierungen sind vorab erhebliche Investitionen erforderlich. Die EPBD ist ein wichtiger Teil der Bemühungen der Europäischen Kommission, die Energieeffizienz von Gebäuden zu steigern und Renovierungen zu fördern. Sie wird ergänzt durch unterstützende Instrumente wie den überarbeiteten Leitfaden für die Behandlung von Energieleistungsverträgen, mit dem Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen für Gebäude erleichtert werden (siehe IP/17/3268). Im Rahmen des erweiterten Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI 2.0) konzentriert sich die Kommission zudem stärker auf nachhaltige Investitionen in allen Sektoren, um zur Erreichung der EU-Klimaziele beizutragen und die Umstellung auf eine ressourcenschonende und CO2-arme Kreislaufwirtschaft zu unterstützen. So sollen mindestens 40 % der EFSI-Projekte im Rahmen des Finanzierungsfensters „Infrastruktur und Innovation“ im Einklang mit den Zielen des Übereinkommens von Paris zu den Klimaschutzmaßnahmen der Kommission beitragen (siehe MEMO/17/3224).

 

Weitere Informationen

Energieeffizienz von Gebäuden

Energieunion

Investitionsoffensive für Europa: der Juncker-Plan

 

IP/17/5129

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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