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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Gipfeltreffen Afrikanische Union – EU: Investitionen in die Jugend für eine nachhaltige Zukunft

Abidjan, 30. November 2017

Am 29. und 30. November fand in Abidjan das 5. Gipfeltreffen zwischen der Afrikanischen Union und der EU unter dem Motto „Jugend“ statt. Dabei kamen 55 Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union und der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union zusammen.

Die EU war durch den Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, den Präsidenten des Rates der EU, Donald Tusk, und die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik und Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Federica Mogherini, sowie den Vizepräsidenten der Europäischen Kommission und Kommissar für den digitalen Binnenmarkt, Andrus Ansip, und den EU-Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, Neven Mimica, vertreten. Die Afrikanische Union wurde vom Präsidenten der Afrikanischen Union, Alpha Condé, und dem Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union, Moussa Faki Mahamat, vertreten.

Zu diesem Anlass erklärte Präsident Juncker: „Die Jugend war ein großes Thema auf diesem Gipfel. Bereits heute ist die Mehrheit der Bürger Afrikas unter 25 Jahre alt, und bis Mitte dieses Jahrhunderts wird ein Viertel der Weltbevölkerung in Afrika leben. Diese demografische Dividende kann jedoch ohne intelligente Investitionen nicht genutzt werden. Und deshalb investieren wir in Bildung, Infrastruktur, Frieden und Sicherheit und eine gute Regierungsführung – all diese Investitionen werden zur Verbesserung des Wirtschaftsumfelds, zur Schaffung der dringend benötigten Arbeitsplätze und zur Förderung des Wachstums beitragen.“ Der vollständige Wortlaut der Ausführungen des Präsidenten ist hier abrufbar.

In ihrer politischen Erklärung haben die europäischen und afrikanischen Staats- und Regierungschefs dargelegt, dass sie gemeinsam in die Jugend investieren und damit den Weg für eine nachhaltige Zukunft ebnen wollen. Konkret soll der Schwerpunkt ihrer Arbeit auf vier strategischen Prioritäten liegen. Auf dieser Grundlage werden die EU und die Afrikanische Union in den nächsten drei Monaten konkrete Projekte und Programme vorlegen.

Mobilisierung von Investitionen für einen strukturellen und nachhaltigen Wandel in Afrika

Die von den europäischen Staats- und Regierungschefs vorgestellte innovative EU-Investitionsoffensive für Drittländer, durch die 44 Mrd. EUR an privaten Investitionen für eine nachhaltige Entwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen mobilisiert werden sollen, stieß bei den afrikanischen Partnern auf Zuspruch. Besondere Aufmerksamkeit soll der Stärkung des Unternehmertums von Frauen und jungen Menschen sowie der Förderung einer nachhaltigen Energieversorgung und Agrarwirtschaft gewidmet werden. Um einen strukturierten Dialog mit dem europäischen und dem afrikanischen Privatsektor zu ermöglichen, wurde kürzlich die Plattform „Sustainable Business for Africa“ eingerichtet.

In die Menschen investieren durch Bildung, Wissenschaft, Technologie und Entwicklung von Fähigkeiten

Es wurde hervorgehoben, wie wichtig die Unterstützung einer inklusiven allgemeinen und beruflichen Bildung ist. Ferner waren sich die Staats- und Regierungschefs einig, dass die Mobilität von Studierenden, Personal und Wissenschaftlern auf dem gesamten afrikanischen Kontinent, wie auch Austauschprogramme zwischen Afrika und Europa (wie ERASMUS+) gefördert werden müssen.

Stärkung von Resilienz, Frieden, Sicherheit und guter Regierungsführung

Die Staats- und Regierungschefs wollen ihre Zusammenarbeit zur Stärkung von Frieden und Sicherheit auf beiden Kontinenten verbessern. Daher werden sie die strategische, politische und operative Zusammenarbeit zwischen der Afrikanischen Union und der EU in enger Partnerschaft mit den Vereinten Nationen intensivieren. Auch die laufenden Bemühungen zur Bekämpfung des Terrorismus sollen weiter unterstützt werden, insbesondere die multinationale Eingreiftruppe gegen Boko Haram, die gemeinsame Einsatztruppe der G5 der Sahelzone und die Mission der Afrikanischen Union in Somalia, die allesamt von der EU als Hauptgeber unterstützt werden.

Steuerung von Mobilität und Migration

Die europäischen und afrikanischen Staats- und Regierungschefs bekräftigten ihr starkes politisches Engagement, die Ursachen der irregulären Migration im Geiste echter Partnerschaft und gemeinsamer Verantwortung sowie unter uneingeschränkter Achtung des Völkerrechts und der Menschenrechte zu bekämpfen. Sie verpflichteten sich, in den Bereichen Migration und Mobilität verstärkt zusammenzuarbeiten, insbesondere im Rahmen eines kontinentsübergreifenden Dialogs zwischen Afrika und EU.

Dabei betonten sie die Notwendigkeit, die Lebensbedingungen der Migranten und Flüchtlinge in Libyen zu verbessern und alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, ihnen angemessene Hilfe zukommen zu lassen und ihre freiwillige Rückkehr in ihre Herkunftsländer zu erleichtern. Zudem sollen nachhaltige Lösungen für die Flüchtlinge gefunden werden. Um die dramatische Lage der Migranten und Flüchtlinge, die Opfer krimineller Netze sind, insbesondere in Libyen, gemeinsam zu bewältigen, vereinbarten Präsident Jean-Claude Juncker und die Hohe Vertreterin/Vizepräsidentin Federica Mogherini sowie der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, und der Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, Moussa Faki Mahamat, die Schaffung einer gemeinsamen Einsatzgruppe der Europäischen Union, der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen, die das Leben der Migranten und Flüchtlinge entlang der Migrationsrouten und insbesondere in Libyen retten und schützen soll. Außerdem sollen die Bemühungen zur Förderung der innerafrikanischen Mobilität und der Freizügigkeit der Menschen in Afrika intensiviert werden.

Veranstaltungen im Vorfeld des Gipfels

Dem Gipfeltreffen der Afrikanischen Union und der EU ging eine Reihe von Veranstaltungen voraus, an denen auch Vertreter der Zivilgesellschaft und lokalen Behörden sowie wirtschaftliche und soziale Akteure und Vertreter des europäischen und Panafrikanischen Parlaments teilnahmen.

Vom 9.-11. Oktober kamen junge Führungskräfte aus Afrika zum Jugendgipfel in Abidjan zusammen und intensivierten ihre Arbeit über die Youth-Plug-in-Initiative der AU und der EU. Dabei verfassten sie die Erklärung von Abidjan, mit konkreten Vorschlägen, die den politischen Entscheidungsträgern beim Gipfeltreffen vorgelegt wurden und wertvolle Impulse für die Erarbeitung und Ausgestaltung der Ergebnisse des Gipfels lieferten. Zudem hatten die Jugendvertreter Gelegenheit, sich bei der Vorstellung dieser Vorschläge auf dem Gipfel direkt an die afrikanischen und europäischen Entscheidungsträger zu wenden.

Am 27. November fand das 6. Wirtschaftsforum EU-Afrika statt. Auf dieser Veranstaltung erarbeiteten Unternehmer, Investoren, innovative Start-up-Unternehmen sowie junge und weibliche Unternehmer aus beiden Kontinenten Empfehlungen zur Verbesserung des Geschäfts- und Investitionsklimas.

Am Vortag des Gipfels kamen die Außenminister aus Europa und Afrika zu einem Ministertreffen unter Ko-Vorsitz der Hohen Vertreterin/Vizepräsidentin Federica Mogherini in Abidjan zusammen.

Weitere Informationen

Politische Erklärung

Gemeinsame Erklärung zur Migrationslage in Libyen

Gemeinsame Presseerklärung der Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union und der Europäischen Union über die Gemeinsame Einsatzgruppe

Ansprache von Präsident Jean-Claude Juncker bei der Eröffnungssitzung des 5. Gipfels Afrikanische Union – EU

Einleitende Bemerkungen der Hohen Verteterin/Vizepräsidentin Mogherini auf dem AU-EU-Ministertreffen im Vorfeld des 5. AU-EU-Gipfels

Abschließende Bemerkungen der Hohen Verteterin/Vizepräsidentin Mogherini auf dem 6. Wirtschaftsforum EU-Afrika

Rede von Vizepräsident Ansip auf der Konferenz über den digitalen Wandel in Afrika

Eröffnungserklärung von Vizepräsident Ansip auf dem hochrangigen Panel zur digitalen Wirtschaft, Wirtschaftsforum EU-Afrika

Wichtigste Ergebnisse der 30 jährigen Forschungszusammenarbeit mit Afrika sowie interaktive Afrika Story Map.

 

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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