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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Luftfahrt: Europäische Kommission aktualisiert EU-Flugsicherheitsliste, um höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten

Brüssel, 30. November 2017

Die Europäische Kommission hat heute die EU-Flugsicherheitsliste aktualisiert, in der die nichteuropäischen Luftfahrtunternehmen aufgeführt werden, für die in der Europäischen Union Flugverbote oder Betriebsbeschränkungen gelten, weil sie die internationalen Sicherheitsnormen nicht erfüllen.

Mit der EU-Flugsicherheitsliste soll für die Bürgerinnen und Bürger in Europa die Einhaltung höchster Flugsicherheitsstandards garantiert werden – eine der obersten Prioritäten, die die Kommission mit ihrer Luftfahrtstrategie verfolgt. Im Zuge der heutigen Aktualisierung wurde der Liste ein Luftfahrtunternehmen hinzugefügt – Avior Airlines (Venezuela), während zwei andere – Mustique Airways (St. Vincent und die Grenadinen) und Urga (Ukraine) – von der Liste gestrichen wurden, nachdem sie ihre Sicherheit verbessern konnten.

Hierzu erklärte Violeta Bulc, EU-Kommissarin für Verkehr: „Unser Ziel ist es, im europäischen Luftraum die größtmögliche Flugsicherheit zu bieten. Die EU-Flugsicherheitsliste ist dabei nach wie vor unser wirksamstes Instrument, dies zu erreichen. Heute können wir zeigen, dass es Luftfahrtunternehmen mit unserer Hilfe auch gelingt, schnell von der Liste gestrichen zu werden, wenn sie die Sicherheitsbedenken ausgeräumt haben. Anstrengungen lohnen sich und ich hoffe, dass das Beispiel von Mustique Airways und Urga anderen ein Ansporn ist.“

Avior Airlines (in Venezuela zugelassen) wurde auf die Liste gesetzt aufgrund der Sicherheitsmängel, die von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit im Zuge der Prüfung eines Antrags auf Zulassung als Drittlandsbetreiber (TCO)[1] festgestellt worden waren und die nicht behoben wurden. Die Luftfahrtunternehmen Mustique Airways und Aviation Company Urga, die in St. Vincent und den Grenadinen bzw. in der Ukraine zugelassen sind, haben seit ihrer Aufnahme in die Luftsicherheitsliste im Mai 2017 ihre Sicherheit verbessert. Damit können sie heute von der Liste gestrichen werden.

Die EU-Flugsicherheitsliste dient nicht nur der Wahrung eines hohen Sicherheitsniveaus in der EU, sondern hilft den betroffenen Luftfahrtunternehmen und Ländern auch bei der Verbesserung ihrer Sicherheitsstandards, so dass sie letztendlich von der Liste gestrichen werden können. Darüber hinaus ist die EU-Flugsicherheitsliste auch zu einem wichtigen Präventionsinstrument geworden, weil sie Länder mit Sicherheitsproblemen motiviert, Maßnahmen zu ergreifen, bevor eine Betriebsuntersagung ausgesprochen werden muss.

Mit der heutigen Aktualisierung wird insgesamt 178 Luftfahrtunternehmen der Betrieb im Luftraum der EU untersagt:

  • 172 Fluggesellschaften aus 16 Staaten[2], wegen mangelnder Sicherheitsaufsicht durch die Luftfahrtbehörden in diesen Ländern;
  • sechs einzelnen Luftfahrtunternehmen aufgrund von Sicherheitsbedenken, die sich allein auf diese Luftfahrtunternehmen beziehen: Avior Airlines (Venezuela), Iran Aseman Airlines (Iran), Iraqi Airways (Irak), Blue Wing Airlines (Surinam), Med-View Airlines (Nigeria) und Air Zimbabwe (Simbabwe).

Darüber hinaus unterliegen sechs weitere Luftfahrtunternehmen Betriebsbeschränkungen und dürfen die EU nur mit bestimmten Luftfahrzeugmustern anfliegen: Afrijet und Nouvelle Air Affaires SN2AG (Gabun), Air Koryo (Demokratische Volksrepublik Korea), Air Service Comores (Komoren), Iran Air (Iran) und TAAG Angola Airlines (Angola).

Hintergrundinformationen

Grundlage der heute aktualisierten Flugsicherheitsliste ist eine einstimmige Stellungnahme der Flugsicherheitsexperten aus den Mitgliedstaaten, die vom 13. bis 15. November im EU-Flugsicherheitsausschuss zusammentrafen. Den Vorsitz in diesem Ausschuss führt die Europäische Kommission mit Unterstützung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). Zudem wurde die Aktualisierung vom Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments unterstützt. Für die Beurteilung sind die internationalen Sicherheitsnormen und insbesondere die Richtlinien der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) maßgeblich.

Die Europäische Kommission ist stets bestrebt, die Flugsicherheit zu verbessern, weshalb sie u. a. weltweit mit den Luftfahrtbehörden zusammenzuarbeitet, um die globalen Sicherheitsstandards zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund führt die EASA daher Projekte für die technische Zusammenarbeit mit Partnerländern und ‑regionen durch. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt „Verbesserung des Luftverkehrs in Zentralafrika“ (ATA-AC), bei dem die EASA mit einigen afrikanischen Staaten in unterschiedlichen Fragen der Flugsicherheit zusammenarbeitet. Weitere Informationen über Projekte für technische Zusammenarbeit finden Sie hier.

Weitere Informationen:

Liste der Luftfahrtunternehmen, denen der Betrieb in der EU untersagt ist 

Bedeutung des Luftverkehrs für die europäische Wirtschaft

EASA-Projekte für technische Zusammenarbeit

 

[1] Seit November 2016 benötigen alle Nicht-EU-Luftfahrtunternehmen, die die EU anfliegen wollen, die so genannte „Genehmigung für Drittlandbetreiber“ (Third Country Operator Authorisation, TCO) – eine einzige Sicherheitsgenehmigung, die für ganz Europa gilt.

[2] Afghanistan, Angola (mit Ausnahme einer Fluggesellschaft, für die Beschränkungen und Auflagen gelten), Republik Kongo, Demokratische Republik Kongo, Dschibuti, Äquatorialguinea, Eritrea, Gabun (mit Ausnahme von zwei Fluggesellschaften, für die Beschränkungen und Auflagen gelten), Indonesien (ausgenommen sieben Fluggesellschaften), die Kirgisische Republik, Liberia, Libyen, Nepal, São Tomé und Príncipe, Sierra Leone und Sudan.

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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