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Europäische Kommission - Pressemitteilung

EU unterstützt Rechte und Schutz von Wanderarbeitnehmerinnen in Südostasien mit 25 Mio. EUR

Brüssel, 24. November 2017

Die Kommission hat ein neues Regionalprogramm aufgelegt, das sichere und faire Bedingungen für alle Wanderarbeitnehmerinnen in Südostasien schaffen soll. Das Programm ist Teil der neuen Leitinitiative der Europäischen Union und der Vereinten Nationen zur Beseitigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, für die 500 Mio. EUR bereitgestellt werden.

Das mit 25 Mio. EUR ausgestattete neue Programm „Sicher und Fair“ wird dazu beitragen, die Situation von Wanderarbeitnehmerinnen in der ASEAN-Region zu verbessern. Gemeinsam mit UN Women und der Internationalen Arbeitsorganisation wird die EU mit Regierungen, Basisorganisationen, zivilgesellschaftlichen Akteuren und Diensteanbietern zusammenarbeiten, um die arbeitsrechtlichen Vorschriften und den Zugang zu Informationen und Unterstützungsdiensten zu verbessern. Das übergreifende Ziel besteht darin, dafür zu sorgen, dass Frauen und Mädchen nicht mehr Opfer von Gewalt und Menschenhandel werden.

Ein weiteres Programmziel ist die Verbesserung der Datenlage und Kenntnisse über die Rechte und den gesellschaftlichen Beitrag von Wanderarbeitnehmerinnen. Durch gezielte Sensibilisierungskampagnen wird die EU sich aktiv für eine Veränderung der Einstellungen der einschlägigen Akteure einsetzen, um die Sicherheit, das Wohlergehen und die angemessene Behandlung von Wanderarbeitnehmerinnen in der Region zu gewährleisten.

„Unsere Leitinitiative ist ein beispielloser Schritt im Rahmen der globalen Anstrengungen zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ , erklärte der EU-Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung Neven Mimica. „Mit dem Programm „Sicher und Fair“ wollen wir die Position von Wanderarbeitnehmerinnen in der ASEAN-Region stärken, damit sie weniger anfällig für Ausbeutung, Menschenhandel, Gewalt und Missbrauch sind. Mit unserem Beitrag in Höhe von 25 Mio. EUR, und in Zusammenarbeit mit internationalen und lokalen Partnern investieren wir in eine bessere Zukunft, in der alle Frauen und Mädchen in vollem Umfang geachtet werden und geschützt sind.“

Das Programm wurde offiziell anlässlich des ASEAN-EU Dialogs über nachhaltige Entwicklung gestartet, der am 17. November 2017 in Bangkok, Thailand, stattfand, d. h. im Vorfeld des Internationalen Tags für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November .

Hintergrund

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist eines der größten Hindernisse für die Gleichstellung der Geschlechter und die Verwirklichung der Menschenrechte von Frauen und Mädchen sowie der Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist ein weltweites Phänomen, das über alle Generationen, Nationalitäten, Gemeinschaften und Bereiche der Gesellschaft hinweg anzutreffen ist.

Etwa ein Drittel aller Frauen weltweit hat im Laufe des Lebens körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Frauen und Mädchen machen weltweit mehr als 70 % aller erfassten Opfer von Menschenhandel aus.

Zur Beendigung dieser schweren Menschenrechtsverletzungen wurde im September 2017 eine große gemeinsame EU-VN-Leitinitiative mit einer Mittelausstattung von 500 Mio. EUR auf den Weg gebracht, mit der weltweit alle Formen der Gewalt gegen Frauen und Mädchen beseitigt werden sollen.

Zur Umsetzung der Leitinitiative hat die Kommission zunächst eine global ausgerichtete Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen durchgeführt, mit der weltweit Projekte zur Verhinderung sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen ermittelt werden. Die ausgewählten Projekte sollen Frauen und Mädchen befähigen, Gewalt zu bekämpfen und ihren Zugang zu sexuellen und reproduktiven Gesundheitsdiensten und den damit verbundenen Rechten verbessern. Die Maßnahmen werden sich vor allem auf besonders abgelegene Gebiete der Partnerländer und sogenannte „vergessenen Krisen“ konzentrieren, d. h. auf Krisen, die trotz des großen Bedarfs nur begrenzte Aufmerksamkeit seitens der internationalen Gemeinschaft erhalten.

Das in Bangkok in Zusammenarbeit mit UN Women und der internationalen Arbeitsorganisation auf den Weg gebrachte Programm „Sicher und Fair“ ist die erste Konkretisierung der Leitinitiative in Asien. Schätzungen zufolge sind von den weltweit 20,2 Millionen aus der ASEAN-Region stammenden Migranten und Migrantinnen 10 Millionen Frauen. Ziel des Programms „Sicher und Fair“ ist die Verbesserung der rechtlichen, politischen und institutionellen Rahmenbedingungen in der ASEAN-Region sowie des Zugangs zu Informationen und qualitativ hochwertigen Dienstleistungen. Auf diese Weise sollen Wanderarbeitnehmerinnen in ihrer Position gestärkt werden, damit sie weniger anfällig für Ausbeutung, Menschenhandel und Missbrauch sind.

Als Nächstes werden die EU und die Vereinten Nationen weitere Programme ermitteln und Länder in Afrika, Lateinamerika, der Karibik und der Pazifikregion auswählen, in denen die Leitinitiative ebenfalls umgesetzt werden soll. Die neuen Programme werden danach ausgerichtet, was in den einzelnen Regionen am dringendsten erforderlich ist, um Frauen und Mädchen zu schützen und ihre Position zu stärken.

Für die kommenden Jahren sind verschiedene themenspezifische Initiativen und Programme geplant, die sich gezielt gegen sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt und schädliche Praktiken, Menschenhandel und wirtschaftliche Ausbeutung weiblicher Arbeitskräfte, Femizid sowie häusliche und familiäre Gewalt richten werden.

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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