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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Berufliche Aus- und Weiterbildung im europäischen Fokus: Start der zweiten Europäischen Woche der Berufsbildung

Brüssel, 20. November 2017

Vom 20. bis zum 24. November 2017 veranstaltet die Europäische Kommission die zweite Europäische Woche der Berufsbildung und stützt sich dabei auf den Erfolg der letztjährigen Initiative.

Es geht darum, die Menschen dazu zu animieren, ihre Talente und Fähigkeiten zu entdecken, zu nutzen und durch Berufsbildung zu verbessern. Die Menschen zu ermutigen, Berufsbildung zu ihrer ersten Wahl für den Weg in den Beruf zu machen, ist eine der zehn Schlüsselmaßnahmen, die die Kommission im Rahmen der neuen europäischen Agenda für Kompetenzen vorgeschlagen hat, die seit Juni 2016 auf dem Tisch liegt.

Die für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität zuständige EU-Kommissarin Marianne Thyssen erklärte dazu: „In einer intelligenten Arbeitswelt ist die berufliche Aus- und Weiterbildung eine kluge Wahl. Die Wahrnehmung der Berufsbildung als zweitrangige Alternative zu einem Hochschulstudium ist eine Fehleinschätzung. Berufsbildung ist nicht minderwertig, sondern auf Augenhöhe! Die zweite Europäische Woche der Berufsbildung stellt eine Vielzahl von Möglichkeiten und Erfahrungen aus ganz Europa vor, um zu zeigen, dass die berufliche Aus- und Weiterbildung eine hervorragende erste Wahl ist.“

Während der Europäischen Woche der Berufsbildung stellt die Kommission gelungene Initiativen vor, die jene Kompetenzen vermitteln, die auf einem sich rasch verändernden Arbeitsmarkt benötigt werden. In ganz Europa, d. h. in allen 28 EU-Mitgliedstaaten sowie in Norwegen, Liechtenstein, der Schweiz, Island und den EU-Kandidatenländern, finden mehr als 1000 Veranstaltungen statt, durch die die entscheidende Rolle der beruflichen Aus- und Weiterbildung bei der Förderung von Kompetenzen, Beschäftigung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit sowie für die persönliche Entfaltung hervorgehoben wird. Die erst vor wenigen Tagen vom Europäischen Parlament, vom Rat und von der Kommission beim Sozialgipfel in Göteborg proklamierte europäische Säule sozialer Rechte erkennt die Bedeutung des Erwerbs der richtigen Kompetenzen an, indem sie die allgemeine und berufliche Bildung und das lebenslange Lernen zum ersten der 20 Grundsätze der Säule sozialer Rechte erhebt.

Es gibt Veranstaltungen wie die Konferenz „Promoting the Vocational Skills Agenda – Together“ (die Berufsbildung gemeinsam voranbringen), einen europäischen Wirtschafts- und Bildungsgipfel und das vierte Treffen des europäischen Auszubildenden-Netzwerks, zu dem Auszubildende und Jugendvertreter aus ganz Europa gehören und das zu politischen Debatten auf europäischer Ebene beiträgt. Bei der Abschlussveranstaltung am 24. November findet u. a. eine Feier zur Verleihung der Berufsbildungspreise 2017 für Exzellenz und Qualität in verschiedenen Kategorien statt. Die Liste der Veranstaltungen in jedem Land kann hier eingesehen werden.

Hintergrund

Die Entscheidung für die berufliche Aus- und Weiterbildung ebnet den Weg zu attraktiven und anspruchsvollen Berufslaufbahnen und eröffnet Möglichkeiten für den Ausbau von Qualifikationen und den Erwerb neuer Kompetenzen auf hohem Niveau.

Daher hat die Kommission alle Akteure eingeladen, sich an der zweiten Europäischen Woche der Berufsbildung zu beteiligen: Lernende jeden Alters, Eltern, Unternehmen, Berufsvereinigungen, Sozialpartner, Bildungsanbieter, Erwachsenenbildungseinrichtungen, Forscherinnen und Forscher, Berufsberatungsstellen, Behörden und die Gesamtgesellschaft. Die Kommission hat diese Interessenträger in ganz Europa dazu aufgerufen, in diesem Zeitraum Veranstaltungen und Aktivitäten zu organisieren. Dazu zählen etwa Tage der offenen Tür, die Bekanntmachung erfolgreicher Berufsbildungsprogramme und andere Sensibilisierungsmaßnahmen. Hier einige Beispiele für Veranstaltungen in diesem Jahr:

  • Die belgische Master Talent Foundation organisiert Praktika für kulinarische Begabungen in Belgien und darüber hinaus mit Küchenchefs, Chocolatiers, Bäckern, Konditoren und Metzgern im Spitzensegment der Gastronomie in Belgien und weltweit. Die Gründer dieses Projekts sind Jan Buytaert, Fernsehkoch bei Njam TV und Präsident der Jury bei Flanders Kitchen Rebels, und Krispijn Yperman, Mitglied der Flanders Food Faculty und Experte im arbeitsbasierten Lernen. Am 20. November 2017 stellen sie ihr Projekt vor und laden Partner und Praktikanten ein, über ihre Erfahrungen zu berichten.
  • Die Orientamenti-Messe in Genua (Italien) ist eine große Veranstaltung zum Themenkreis Berufsberatung, allgemeine und berufliche Bildung, Arbeitsmarkt (mit Diskussionen über zukünftige Entwicklungen). An der Messe nehmen vom 14. bis zum 16. November 60 000 Personen teil, darunter politische Entscheidungsträger auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene, Experten, Berufsbildungseinrichtungen, Unternehmen und Gewerkschaften, Lehrkräfte und Studierendenvereinigungen sowie Vertreter der Zivilgesellschaft.
  • Das Budapest Centre of Technical Vocational Training veranstaltet am 23.-24. November 2017 das Finale des 5. Nationalen Berufsbildungswettbewerbs. Bei diesem Wettbewerb geht es um die Wissensbasis IT Essentials. Dabei können Lernende im Bereich Informatik von der 9. bis zur 14. Stufe ihr Potenzial entdecken, indem sie sich miteinander messen und ihre Erfahrungen mit ihren Lehrkräften besprechen. Im letzten Jahr gab es 400 Teilnehmer.
  • Die Tallinn Construction School ist ein Berufsbildungszentrum für die Bereiche Bauwesen, Holzverarbeitung und Elektrik, die in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert. Neben der Organisation von Tagen der offenen Tür für verschiedene Workshops bauen die Lernenden im November und Dezember 2017 außerdem 100 Stühle für Kinder als Geschenk an SOS Kinderdorf.
  • Praktikumsbörse in Ludwigshafen am Rhein: Am 11. November stellen etwa 30 Lernende in dualer Ausbildung (Auszubildende) ihre Praktikumserfahrungen im Ausland vor, und zwar für jüngere Lernende, die vielleicht im nächsten Jahr teilnehmen werden, sowie für Lehrkräfte und Ausbilder aus lokalen/regionalen Unternehmen. Die Auszubildenden werden Ausstellungsstände mit Plakaten und Präsentationen aufbauen. Sie werden Besuchern der Praktikumsbörse auch persönlich und auf Englisch über ihre Erfahrungen berichten. All diese Maßnahmen dienen der Förderung der beruflichen Aus- und Weiterbildung und der Bildungsmobilität der Lernenden.
  • In ganz Europa öffnen Arbeitgeber ihre Türen, um die Chancen und Vorteile des arbeitsbasierten Lernens zu demonstrieren. Beispielsweise organisiert Nestlé Veranstaltungen in 16 EU-Mitgliedstaaten. In der Slowakei richtet das Nestlé-Werk in Prievidza einen Tag der offenen Tür für Schülerinnen und Schüler im Alter von 14-15 Jahren aus, die bald eine Entscheidung über ihren weiteren Weg durch Bildung oder Ausbildung treffen werden. Es werden Berufsberatungen für junge Leute angeboten, bei denen sie Möglichkeiten der beruflichen Bildung kennenlernen und darüber diskutieren können, was moderne Arbeitgeber von den Absolventen erwarten. Auszubildende von Nestlé nehmen ebenfalls teil und berichten den jungen Besucherinnen und Besuchern von ihren Erfahrungen.

Diese Woche wurde mit tatkräftiger Unterstützung des Europäischen Zentrums für die Förderung der Berufsbildung (Cedefop) und der Europäischen Stiftung für Berufsbildung organisiert.

Weitere Informationen

MEMO: Fragen und Antworten zur zweiten Europäischen Woche der Berufsbildung

Aktuelles auf der Website der GD EMPL

Marianne Thyssen auf Facebook und Twitter, #EUVocationalSkills

IP/17/4683

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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