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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Aufzeigen der Ursachen und des Ausmaßes der Luftverschmutzung in Europa: Kommission veröffentlicht neuen Anzeiger und Atlas zur Luftqualität

Brüssel, 16. November 2017

Heute haben die Europäische Kommission und die Europäische Umweltagentur einen neuen Luftqualitätsanzeiger vorgelegt – zeitgleich mit der Veröffentlichung des Atlas der Luftqualität, der von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission entwickelt wurde.

Auf dem Forum für saubere Luft in Paris haben die Kommission und die Europäische Umweltagentur heute einen neuen Luftqualitätsanzeiger vorgelegt, durch den Bürgerinnen und Bürger die Luftqualität in Echtzeit nachvollziehen können. Die Kommission hat darüber hinaus einen Atlas der Luftqualität veröffentlicht, der von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission erstellt wurde und die Ursachen von Feinstaubemissionen wie Staub, Rauch, Ruß, Pollen und Bodenpartikel in den Städten der EU aufzeigt.

Der Luftqualitätsanzeiger und der Europäische Atlas der Luftqualität sind zwei Instrumente, die Ansätze für gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität und zur stärkeren Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger über die Luftqualität in Europa aufzeigen. Jedes Jahr sind in der EU über 400 000 vorzeitige Todesfälle aufgrund von schlechter Luftqualität zu verzeichnen, d. h. mehr als das Zehnfache der Opfer tödlicher Straßenverkehrsunfälle. Millionen Menschen leiden an Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die durch Luftverschmutzung hervorgerufen werden.

Karmenu Vella, Kommissar für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei, äußerte sich folgendermaßen: „Luftverschmutzung ist unsichtbar, kann aber dennoch tödlich sein. Der Luftqualitätsanzeiger ist daher unerlässlich, um die EU-Bürgerinnen und -Bürger über die Qualität der Luft, die sie in ihrer unmittelbaren Umgebung atmen, zu informieren. Wir arbeiten mit Städten, Regionen, Ländern und der Industrie zusammen, um die Ursachen dieser Verschmutzung anzugehen, die nicht nur durch den Verkehr verursacht wird, sondern auch aus Fabriken, Wohngebäuden und aus der Landwirtschaft stammt.“

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, der auch für die Gemeinsame Forschungsstelle zuständig ist, sagte: „Um Luftverschmutzung zu bekämpfen, müssen wir zuerst ihre Ursachen erkennen. Der von der Gemeinsamen Forschungsstelle erstellte Atlas der Luftqualität bietet für jene europäischen Städte, in denen die Luft stark belastet ist, grundlegende Informationen über die Quellen der Verschmutzung. Der Atlas wird dazu beitragen, dass die Städte Luftqualitätspläne erstellen können, die schwerpunktmäßig auf die am stärksten verschmutzenden Tätigkeiten ausgerichtet sind.

Der neue Europäische Luftqualitätsanzeiger umfasst eine nutzerfreundliche, interaktive Karte, von der die Luftqualität an den jeweiligen Orten abgelesen werden kann. Er basiert auf den fünf wichtigsten Schadstoffen, die die menschliche Gesundheit und die Umwelt belasten: Feinstaub (PM2,5 und PM10), bodennahes Ozon (O3), Stickstoffdioxid (NO2) und Schwefeldioxid (SO2). Indem der neue Anzeiger Daten für ganz Europa in Echtzeit zur Verfügung stellt, können Bürgerinnen und Bürger herausfinden, wie sauber die Luft ist, die sie atmen. Durch das Heranzoomen auf jede beliebige Stadt oder Region in Europa oder über die entsprechende Suchfunktion können die Nutzerinnen und Nutzer die örtliche Luftqualität feststellen.

Der Atlas der Luftqualität bietet Informationen über die geographischen und branchenspezifischen Ursachen der Luftverschmutzung für die 150 größten Städte in Europa. Deutlich wird darin, dass Schadstoffemissionen in Städten hauptsächlich durch verschiedene menschliche Tätigkeiten entstehen. Dabei sind Verkehr, Landwirtschaft, Industrie und die Beheizung von Wohngebäuden die größten Verursacher.

Hintergrund

EU-Richtlinien zur Luftqualität legen Luftqualitätsstandards im Hinblick auf die wichtigsten Schadstoffe fest, die von allen Mitgliedstaaten in ihrem gesamten Hoheitsgebiet eingehalten werden müssen. Die Mitgliedstaaten können die Mittel zur Einhaltung dieser Standards frei wählen, müssen aber sicherstellen, dass die Zeiträume, in denen diese Werte überschritten werden, so kurz wie möglich sind. In den Richtlinien sind auch einheitliche Methoden und Kriterien zur Beurteilung der Luftqualität festgelegt. Die Mitgliedstaaten müssen ihre aktuellen Messungen der Luftqualität sowie Informationen über ihre Pläne und Programme zur Einhaltung der in den Richtlinien zur Luftqualität festgelegten Standards an die Kommission übermitteln und der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Die durchschnittlichen Tages- und Jahresgrenzwerte für Feinstaub werden in vielen Städten und in einigen Regionen Europas regelmäßig überschritten. Durch den Luftqualitätsanzeiger und den Atlas zur Luftqualität erlangen sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch politische Entscheidungsträger ein besseres Verständnis der Luftqualität in ihrer Umgebung.

Zwar haben die politischen Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität der EU zu einer deutlichen Reduzierung der Konzentration von Schadstoffen – wie etwa Feinstaub, Schwefeldioxid (die Hauptursache des sauren Regens), Blei, Stickoxid, Kohlenmonoxid und Benzol – geführt, doch bleiben wichtige Probleme ungelöst. Insbesondere Feinstaub und Ozon stellen noch immer erhebliche Gesundheitsrisiken dar, bei denen gesundheitsverträgliche Grenzwerte regelmäßig überschritten werden. In vielen Regionen und Städten wird gegen EU-Standards und -Ziele zur Luftqualität verstoßen, was negative Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit hat und mit steigenden Kosten für die Gesundheitsversorgung und die Wirtschaft verbunden ist. Die Höhe der gesamten externen Gesundheitskosten, die der Gesellschaft durch Luftverschmutzung entstehen, wird auf 330 bis 940 Mrd. EUR pro Jahr geschätzt.

Weitere Informationen

Europäischer Luftqualitätsanzeiger

Europäischer Atlas der Luftqualität

Gemeinsame Forschungsstelle

IP/17/4604

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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