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Europäische Kommission - Pressemitteilung

EU und China intensivieren Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Kultur, Jugend, Gleichstellung von Frau und Mann sowie Sport

Brüssel, 15. November 2017

Der EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Tibor Navracsics, und der chinesische Vize-Premierminister Liu Yandong trafen sich am 13. und 14. November 2017 anlässlich des 4. hochrangigen EU-China-Dialogs zwischen den Menschen in Schanghai.

Der seit 2012 gepflegte Dialog soll das Vertrauen und das gegenseitige Verständnis zwischen den Menschen in der EU und in China fördern. In diesem Jahr konzentrierte sich der Austausch auf die Kultur, aber auch die Themen Bildung, Gleichstellung von Frau und Mann, Jugend und – zum ersten Mal – Sport wurden erörtert.

Im Anschluss an das Treffen erklärte Kommissar Navracsics: „Die EU und China übernehmen immer mehr gemeinsame Verantwortung auf globaler Ebene. Gemeinsam bearbeiten wir komplexe Themen – von der Bekämpfung von Armut und Klimawandel bis hin zur Förderung von Handel und Sicherheit. Wir teilen zwar viele Ansichten, müssen aber auch Differenzen überwinden. Die Förderung des gegenseitigen Verständnisses und der Achtung zwischen den Menschen und den Kulturen ist heute daher besonders wichtig, wenn wir Erfolg haben wollen.“

Das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen der EU und China auszubauen, wurde in der Gemeinsamen Mitteilung „Elemente für eine neue China-Strategie der EU“ bekräftigt, die am 22. Juni 2016 von der Kommission und der hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, angenommen wurde. Hochschulbildung, Kreativ- und Kulturwirtschaft und Tourismus sowie die Entwicklung der Zivilgesellschaft und Fragen der Migration/Mobilität werden ausdrücklich in der Mitteilung genannt.

Im Bereich der Kultur haben die Parteien beschlossen, die kulturelle Zusammenarbeit durch Aktionen zwischen Städten zu intensivieren – insbesondere zwischen den Kulturhauptstädten Europas und den Kulturstädten Ostasiens –, aber auch durch das EU-Pilotprojekt „Creative Tracks“ und das Atelier für junge Führungskräfte im Kultur- und Festivalbereich. Ferner haben sie vereinbart, die Synergien zwischen dem Europäischen Jahr des Kulturerbes und dem Europäisch-Chinesischen Jahr des Fremdenverkehrs bestmöglich zu nutzen, die beide 2018 begangen werden.

Die beiden Parteien zogen eine Bilanz der mit den Erasmus+-Mobilitätsmaßnahmen zwischen der EU und China erzielten Fortschritte. Seit 2015 haben schon über 4000 Studierende und Hochschulmitarbeiter und -mitarbeiterinnen das Programm genutzt. Außerdem ist China mit seinen mehr als 70 teilnehmenden Universitäten nach wie vor der größte Nutznießer von Projekten zum Kapazitätsaufbau unter den Partnerländern; dadurch wird ein Beitrag zur Modernisierung und Internationalisierung der chinesischen Hochschullandschaft geleistet.

Im Anschluss an den 3. hochrangigen EU-China-Dialog zur Innovationskooperation am 2. Juni 2017 vereinbarten die Parteien in den Bereichen Forschung und Entwicklung, die Mobilität von Forschenden im Zuge von Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen zu fördern.

Im Rahmen des Dialogs über die Gleichstellung von Frauen und Männern erörterten beide Seiten die Frage, wie die Stärkung der wirtschaftlichen Stellung der Frau und die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben zu verbessern sind. Die Rolle der Jugend in der Kulturdiplomatie stand im Fokus des Jugendseminars. Im Bereich Sport wurden die körperliche Betätigung, die Sporterziehung und die Mobilität von Trainerinnen und Trainern als wichtigste Bereiche für eine künftige Zusammenarbeit ermittelt.


Hintergrund

In den vergangenen zehn Jahren haben die EU und China in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend durch bereichsbezogene politische Dialoge eng zusammengearbeitet. Im Jahr 2012 beschlossen die Europäische Kommission und China, diese bereichsbezogenen Aktivitäten im hochrangigen Dialog zwischen den Menschen zusammenzufassen, der den Wirtschafts- und Handelsdialog auf hoher Ebene und den strategischen Dialog auf hoher Ebene ergänzt.

Der hochrangige Dialog zwischen den Menschen findet alle zwei Jahre statt und ist das übergeordnete Forum für alle gemeinsamen Initiativen der EU und Chinas im Bereich des Austauschs zwischen den Menschen.

Die erste Runde dieses hochrangigen EU-China-Dialogs zwischen den Menschen fand am 18. April 2012 in Brüssel statt. Dabei wurde insbesondere die Einrichtung der EU-China-Plattform für Zusammenarbeit und Austausch im Hochschulbereich vereinbart, die zur Intensivierung des politischen Dialogs und des Austauschs bewährter Verfahren in der Hochschulbildung beitragen soll. Die zweite Ausgabe des hochrangigen EU-China-Dialogs zwischen den Menschen wurde am 6. September 2014 in Peking veranstaltet. Eine der unmittelbar daraus resultierenden Maßnahmen war die „Tuning-Initiative“ zur Verbesserung der Kompatibilität der Bildungssysteme der EU und Chinas und zur Stärkung einer ergebnisorientierten Bildung. Den dritten hochrangigen EU-China-Dialog zwischen den Menschen führten EU-Kommissar Navracsics und Vizepremierminister Liu Yandong am 15. September 2015 in Brüssel. Die Veranstaltung war dem 40. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der EU und China gewidmet. Am Rande der Feierlichkeiten fanden Diskussionsrunden zu den Themen Bildung, Kultur, Jugend und Gleichstellung von Frau und Mann statt.


Weitere Informationen

Hochrangiger EU-China-Dialog zwischen den Menschen

 

IP/17/4548

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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