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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Europäische Union verstärkt Förderung der unabhängigen Medien im Westbalkan

Brüssel, 10. November 2017

Auf den EU-Westbalkan-Medientagen am 9. und 10. November in Tirana (Albanien) gab die Kommission bekannt, dass sie in neue Initiativen für unabhängigen Journalismus und zukunftsfähige Medienunternehmen investieren und die regionale Zusammenarbeit zwischen den öffentlich-rechtlichen Medien fördern wird.

Pressefreiheit ist eines der politischen Kriterien für den Beitritt zur EU – somit also ein Muss für Länder, die in die Europäischen Union aufgenommen werden wollen. Auf den EU-Westbalkan-Medientagen legte die Kommission umfassende Vorschläge vor, um die Unabhängigkeit der Medien in der Region zu stärken. Es werden zusätzliche EU-Mittel bereitgestellt, um Schulungen für Journalisten in der gesamten Region anzubieten, die am Anfang oder in der Mitte ihrer Laufbahn stehen. Dadurch soll der investigative Journalismus als Beitrag zur Aussöhnung gestärkt werden. Im Rahmen eines neuen Programms für technische Hilfe für öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten werden regionale Koproduktionen im Bereich des investigativen Journalismus, Medieninhalte für junge Menschen und Digitalisierung gefördert. Um unabhängige Medien zu unterstützen, werden Start-ups im Bereich neuer unabhängiger Medienunternehmen sowie kleinere Initiativen von neuen Maßnahmen im Rahmen des Europäischen Fonds für Demokratie profitieren.

Der EU-Kommissar für die Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen, Johannes Hahn, sagte bei seiner Teilnahme an den EU-Westbalkanmedientagen: „Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist der Ausdruck eines Grundwerts der Europäischen Union und untrennbar mit dem Weg in die EU verbunden. Die EU-Westbalkan-Medientage sind der Ausgangspunkt für einen umfassenderen Ansatz für die Unterstützung unabhängiger Medienunternehmen, die Verbesserung der Medienkompetenz in der Region, Digitalisierung und Wissenstransfer. Ein lebendiger, wirtschaftlich tragfähiger, unabhängiger und pluralistischer Mediensektor ist für die Ausübung der Meinungsfreiheit ebenso wichtig wie die rechtlichen und politischen Voraussetzungen, mit denen diese gewährleistet wird.“

Hintergrund

1.Regionales Schulungs- und Unterstützungsprogramm zur Verbesserung der Qualität und Professionalität im Journalismus (2 Mio. EUR)

Mit dieser Maßnahme sollen vorrangig Journalisten, die am Anfang oder in der Mitte ihrer Laufbahn stehen, auf dem Gebiet des Qualitätsjournalismus ausgebildet werden, sodass mehr hochwertige investigative Berichte veröffentlicht werden. Durch die Einbeziehung von Journalisten und Schulungseinrichtungen aus der EU und dem Westbalkan sowie von Hochschulen werden im Rahmen eines regionalen Netzwerks der Erwerb und der Austausch von Kompetenzen im Bereich des investigativen Journalismus gefördert. Der EU-Preis für investigativen Journalismus wird als Teil dieser Maßnahme auch weiterhin verliehen. Projektbeginn wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2018 sein. 

2.Programm für technische Hilfe für öffentlich-rechtliche Medien im Westbalkan (1,5 Mio. EUR)

Durch das Programm sollen Standards und bewährte Verfahren im gesamten Westbalkan als gemeinsamer Bezugsrahmen für unabhängige und professionelle Medien festgelegt werden. Indem der Austausch über Strategien und Methoden in der Region gefördert wird, wird die Initiative für Synergieeffekte zwischen den sechs öffentlich-rechtlichen Medienanstalten sorgen. Dadurch beginnt eine neue Phase im Prozess der Medienreform, die auch integrierte Nachrichtenredaktionen, redaktionelle Leitlinien und langfristige Strategien umfasst. Schließlich wird das Programm auch zu einer Ausweitung der Zusammenarbeit im Bereich des investigativen Journalismus, der Mechanismen für Koproduktionen zu ausgewählten Themen und des Austausches von digitalisiertem Archivmaterial in der Region führen. Die Projekte werden Anfang 2018 starten. 

3.Programm zur Förderung zivilgesellschaftlicher Organisationen sowie von Medien im Westbalkan (4 Mio. EUR)

Die Kommission wird in enger Zusammenarbeit mit dem Europäischen Fonds für Demokratie nachfrageorientierte Förderung für Start-ups und neue Initiativen im Bereich der Medien bereitstellen. Die Mittel dienen zur Unterstützung von Journalisten, Bloggern und Forschern in der Region sowie als Brückenfinanzierung für kleinere Initiativen. Die Projekte werden Anfang 2018 starten. 

EU-Westbalkan-Medientage

Die EU-Westbalkan-Medientage fanden am 9. und 10. November 2017 in Tirana (Albanien) statt. Dabei kamen mehr als 250 Vertreter von Medienunternehmen und Medienorganisationen sowie politische Entscheidungsträger aus der EU und dem Westbalkan zusammen, um über Meinungsfreiheit, die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Mediensektors und die Rolle der Medien im Rahmen des Beitrittsprozesses zu diskutieren. 

Zwei Podiumsdiskussionen und sechs Workshops boten Medienfachleuten eine Plattform für den Austausch von Meinungen und bewährten Verfahren. Die Konferenz trug dazu bei, den Weg für neue, zukunftsorientierte Initiativen zur Förderung unabhängiger, tragfähiger und professioneller Medien in der Region zu bereiten.

Weitere Informationen

Grafische Darstellung der Fakten zur EU-Unterstützung für Medien im Westbalkan

Website der EU-Westbalkan-Medientage

Reden von EU-Kommissar Hahn auf den EU-Westbalkan-Medientagen

IP/17/4541

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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