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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme von Bard durch BD unter Auflagen

Brüssel, 18. Oktober 2017

Die Europäische Kommission hat die Übernahme des Medizinprodukteanbieters Bard durch dessen Wettbewerber BD nach der EU-Fusionskontrollverordnung geprüft und genehmigt. Der Beschluss ist an die Auflage geknüpft, dass das BD-Geschäft mit Kernnadelbiopsieprodukten sowie ein derzeit in der Entwicklung befindliches Gewebemarkerprodukt veräußert werden.

Die US-Unternehmen C. R. Bard, Inc. („Bard“) und Becton, Dickinson and Company („BD“) vertreiben beide weltweit Medizinprodukte, unter anderem für Biopsien.

Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte dazu: „Die Auflagen, die wir an diesen Genehmigungsbeschluss geknüpft haben, werden dafür sorgen, dass Millionen von Patienten in Europa sowie die Gesundheitssysteme der EU-Mitgliedstaaten weiterhin zu angemessenen Preisen ungehinderten Zugang zu einer Vielfalt innovativer Medizinprodukte haben werden, die für die Diagnose und Behandlung schwerer Krankheiten wie Krebs von entscheidender Bedeutung sind.“

 

Wettbewerbsrechtliche Bedenken der Kommission

Die Geschäftstätigkeiten der beiden Unternehmen ergänzen einander weitgehend. In den Bereichen Kernnadelbiopsieprodukte und Gewebemarker, die für die Diagnose von Krankheiten wie Brustkrebs verwendet werden, gibt es jedoch Überschneidungen. Die Kommission hat überprüft, welche Auswirkungen die geplante Übernahme auf den Wettbewerb in diesen beiden Märkten hätte:

  • Kernnadelbiopsieprodukte kommen bei medizinischen Verfahren zum Einsatz, bei denen Gewebeproben zur Analyse entnommen werden. Auf diesem Markt stehen Bard und BD in einem engen Wettbewerb, sind aber ansonsten kaum Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Die Kommission hatte Bedenken, dass durch den Zusammenschluss in seiner ursprünglich angemeldeten Form einer der wenigen ernstzunehmenden Wettbewerber von Bard wegfallen würde, was in diesem Segment zu einer geringeren Auswahl und weniger Innovation hätte führen können.
  • Bei Gewebemarkern handelt es sich um kleine Teile, die im Anschluss an Brustbiopsien am Ort des Eingriffs platziert werden, damit der Arzt die betreffende Stelle später einfach wiederfinden kann, beispielweise für die Weiterbehandlung, für chirurgische Eingriffe oder um vor einer Chemotherapie bestehende Läsionen zu markieren. In diesem Bereich, in dem Bard Marktführer ist, gibt es nur wenige Wettbewerber. Ein gegenwärtig in der Entwicklung befindliches Gewebemarkerprodukt von BD könnte in naher Zukunft mit den entsprechenden Produkten von Bard in Wettbewerb treten. Die Kommission hatte Bedenken, dass durch die Übernahme in ihrer ursprünglich angemeldeten Form ein ernstzunehmender künftiger Wettbewerber von Bard wegfallen würde, was wahrscheinlich zu einem Rückgang der Innovationstätigkeit in diesem Segment geführt hätte.

 

Vorgeschlagene Abhilfemaßnahmen

Um diese Bedenken auszuräumen, hat sich BD verpflichtet,

  • sein weltweites Geschäft mit Kernnadelbiopsieprodukten, einschließlich der Produktionsanlagen, des Lagerbestands an fertiggestellten Produkten und der für die Herstellung erforderlichen immateriellen Vermögenswerte zu veräußern und
  • die mit Kernnadelbiopsieprodukten und Gewebemarkern zusammenhängenden in der Entwicklung befindlichen Projekte zu verkaufen.

Daher ist die Kommission zu dem Ergebnis gekommen, dass der geplante Zusammenschluss unter Berücksichtigung der gegebenen Zusagen den Wettbewerb nicht gefährdet. Der Genehmigungsbeschluss ergeht unter der Bedingung, dass die Verpflichtungszusagen in vollem Umfang eingehalten werden.

 

Unternehmen und Produkte

Das US-Unternehmen BD ist weltweit auf dem Gebiet der Medizinprodukte tätig, insbesondere in den Bereichen Medikationsmanagement, Medikamentenabgabegeräte, Diagnoseausrüstung, Infektionsprävention, Diabetesbehandlung, Genomik sowie Ausrüstung für chirurgische und interventionelle Verfahren. In den Markt für Biopsieprodukte ist BD mit der Übernahme von CareFusion 2015 eingetreten.

Das US-Unternehmen Bard ist weltweit in Entwicklung, Herstellung, Verpackung, Vertrieb und Verkauf von medizinischer, chirurgischer, Diagnose- und Behandlungsausrüstung tätig. Bard bietet insbesondere Spezialprodukte für vaskuläre Leiden, Urologie, Onkologie und Chirurgie an, einschließlich Biopsieprodukten.

 

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Das Zusammenschlussvorhaben wurde am 30. August 2017 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten EWR oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der Generaldirektion Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register der Kommission unter der Nummer M.8523 veröffentlicht.

IP/17/4024

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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