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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission gibt grünes Licht für Übernahme von FTE durch Valeo unter Auflagen

Brüssel, 13. Oktober 2017

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme von FTE durch Valeo in der Automobilzuliefererbranche nach der EU-Fusionskontrollverordnung freigegeben. Bedingung für die Genehmigung ist die Veräußerung des Geschäfts mit passiven hydraulischen Aktoren von Valeo an den italienischen Automobilzulieferer Raicam.

Wettbewerbsrechtliche Bedenken der Kommission

Die Kommission hat die möglichen Auswirkungen der geplanten Übernahme auf bestimmte Märkte, auf denen sich die Tätigkeiten von FTE und Valeo überschneiden, geprüft, so insbesondere auf die Lieferung passiver hydraulischer Aktorenmodule und ihrer Bauteile. Passive hydraulische Aktoren sind wichtige Bestandteile der Kupplungssysteme von Fahrzeugen.

Die Untersuchung der Kommission hat bestätigt, dass die geplante Übernahme in der ursprünglich angemeldeten Form auf folgenden Märkten wettbewerbsrechtlich bedenklich ist:

  • Lieferung passiver hydraulischer Aktorenmodule und -teile für Leichtfahrzeuge an Erstausrüster im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und
  • Lieferung konzentrischer Kupplungsnehmerzylinder für Leichtfahrzeuge auf dem unabhängigen Ersatzteilmarkt in Griechenland, Kroatien, Lettland, Slowenien, Ungarn und im Vereinigten Königreich.

Die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission sind unter anderem zurückzuführen auf die sehr hohen Marktanteile des durch den Zusammenschluss entstehenden Unternehmens, die Schwierigkeiten für Kunden, den Anbieter zu wechseln, und die angesicht der Marktmacht des entstehenden Unternehmens zu geringe Nachfragemacht.

 

Abhilfemaßnahmen

Um die Bedenken der Kommission auszuräumen, hat Valeo angeboten, sein gesamtes Geschäft mit passiven hydraulischen Aktoren zu veräußern, ausgenommen die Tätigkeiten in Korea. Folgende Geschäftsbereiche von Valeo sind betroffen:

  • Entwicklung, Herstellung und Lieferung von passiven hydraulischen Aktoren in Mondovi (Italien),
  • Werk in Gemlik (Türkei),
  • Herstellung und Lieferung von passiven hydraulischen Aktoren in China,
  • Vermögenswerte für die Herstellung und Lieferung von passiven hydraulischen Aktoren in Indien.

Veleo hat den italienischen Automobilzulieferer Raicam als Käufer für diese Geschäftsbereiche vorgeschlagen. Raicam ist in Italien stark präsent und darüber hinaus im gesamten EWR sowie in mehreren anderen Ländern tätig.

Durch die vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen werden die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission ausgeräumt, da die Zahl der Anbieter auf den betroffenen Märkten konstant bleiben würde. Das wettbewerbliche Umfeld für Erstausrüster und Kunden unabhängiger Ersatzteilanbieter würde sich durch die Übernahme nicht wesentlich verändern.

Daher gelangte die Kommission zu dem Schluss, dass die geplante Übernahme unter Berücksichtigung der Abhilfemaßnahmen keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken mehr aufwirft. Die Genehmigung erfolgt unter der Bedingung, dass die zugesagten Maßnahmen in vollem Umfang durchgeführt werden.

Mit dem heutigen Beschluss wird ferner Raicam als Käufer der von Valeo veräußerten Geschäftsbereiche genehmigt.

 

Unternehmen und Produkte

Valeo mit Sitz in Frankreich ist im Bereich der Entwicklung, der Herstellung und der Lieferung von Automobilteilen, so unter anderem von thermischen Systemen, Komfort- und Fahrassistenzsystemen sowie Sichtsystemen tätig.

FTE mit Sitz in Deutschland ist im Bereich der Entwicklung, der Herstellung und der Lieferung von a) Kupplungshydraulik, b) Bremshydraulik sowie c) elektrischen Getriebeöl-Pumpen und anderen elektrohydraulischen Komponenten für Getriebe und Antriebsstrang tätig.

 

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Das Übernahmevorhaben wurde am 7. September 2017 bei der Europäischen Kommission angemeldet. Eine erste Anmeldung war am 10. Oktober 2016 bei der Kommission eingegangen, wurde jedoch am 29. November 2016 zurückgenommen.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten EWR oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung eines Zusammenschlusses muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Sobald alle Fragen im Zusammenhang mit dem Schutz vertraulicher Daten geklärt sind, werden weitere Informationen zu dieser Sache unter der Nummer M.8102 im öffentlich zugänglichen Register auf der Website der GD Wettbewerb zugänglich gemacht. Aktuelle Informationen aus dem Bereich Fusionskontrolle enthält der Competition Weekly News Summary.

IP/17/3942

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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