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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Beschäftigung: Kommissionsbericht zeigt stärkeres Lohnwachstum und rascheren Übergang von der Arbeitslosigkeit in die Beschäftigung

Brüssel, 13. Oktober 2017

Die Kommission hat heute ihren jährlichen Bericht „Labour Market and Wage Developments in Europe“ veröffentlicht.

Die diesjährige Ausgabe bestätigt die positiven Arbeitsmarkttendenzen in der EU. Mit über 235 Millionen Menschen in Arbeit ist die Beschäftigungslage in der EU besser als vor der Krise. Auch die Arbeitslosenquote nähert sich mit 7,6 % dem Vorkrisenniveau an. Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass Arbeitslose nun leichter eine Beschäftigung finden. Zwar haben flexiblere Arbeitsmodelle sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen Vorteile gebracht, in einigen Fällen aber auch zu einer Kluft zwischen Arbeitnehmern mit unterschiedlichen Arbeitsverträgen geführt, wobei Arbeitnehmer in befristeten Beschäftigungsverhältnissen und Selbstständige weniger gut geschützt sind.

Marianne Thyssen, Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, kommentierte: „Immer mehr Menschen in Europa finden eine Arbeit und wir beobachten eine Rekordbeschäftigung. Europa erntet die Früchte gezielter politischer Reformen. Dabei müssen wir uns jedoch auch auf neue Herausforderungen einstellen. Wir müssen faire Arbeitsbedingungen und Schutz für alle Arbeitnehmer unabhängig vom jeweiligen Beschäftigungsstatus gewährleisten. Gestützt auf die europäische Säule sozialer Rechte, die wir am 26. April vorgestellt haben, arbeiten wir an der Modernisierung der Bestimmungen für Beschäftigungsverträge und Sozialschutz, um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen in der gesamten EU zu schaffen.“

Der Bericht „Labour Market and Wage Developments in Europe“ 2017 weist außerdem einen Lohnzuwachs von 1,2 % im Euroraum für das Jahr 2016 aus, wobei die Löhne in fast allen Mitgliedstaaten gestiegen sind. Mitgliedstaaten mit relativ niedrigem Lohnniveau (wie die baltischen Staaten, Ungarn und Rumänien) verzeichneten den stärksten Anstieg. Die Durchschnittslöhne nähern sich somit europaweit an. In vielen Ländern steigen die Löhne jedoch weniger als angesichts des jüngsten Rückgangs der Arbeitslosigkeit erwartet. Außerdem liegen die Löhne von Zeitarbeitnehmern in fast allen Mitgliedstaaten unter denjenigen unbefristet beschäftigter Arbeitnehmer, insbesondere in Mitgliedstaaten mit einem höheren Anteil an Zeitarbeit.

Im Sinne der Umsetzung der europäischen Säule sozialer Rechte hat die Kommission einen Legislativvorschlag zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für berufstätige Eltern und pflegende Angehörige vorgelegt und Anhörungen der Sozialpartner eingeleitet, bei denen es um die Modernisierung des Arbeitsvertragsrechts und um Sozialschutz für alle geht. Nach ihrer Annahme könnten diese Initiativen Antworten auf die im diesjährigen Bericht „Labour Market and Wage Developments in Europe“ aufgezeigten Herausforderungen wie Arbeitsmarktsegmentierung und mangelnden Schutz von Arbeitnehmern in atypischen Beschäftigungsverhältnissen bieten.

Hintergrund

Der Bericht „Labour Market and Wage Developments in Europe“ analysiert den Arbeitsmarkt aus makroökonomischer Perspektive. Er liefert eine Analyse der jüngsten Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und bei Löhnen und Gehältern und vergleicht die Situation im Euroraum und in der EU insgesamt mit ihren weltweiten Handelspartnern. Jede Ausgabe enthält ein thematisches Kapitel zur Vertiefung einer bestimmten Frage unter makroökonomischen Aspekten. Frühere Ausgaben des Berichts finden Sie hier.

In dem Vorschlag der Kommission vom 26. April 2017 für eine europäische Säule sozialer Rechte werden 20 Grundsätze und Rechte für faire und gut funktionierende Arbeitsmärkte und Sozialsysteme dargelegt. In seiner Rede zur Lage der Union 2017 bekräftigte Kommissionspräsident Juncker die Entschlossenheit der Kommission, die Säule als wesentliches Mittel zur Wahrung der europäischen Werte und zur Schaffung einer vertieften und faireren EU voranzubringen: „Wenn wir der sozialen Fragmentierung und dem Sozialdumping in Europa ein Ende setzen wollen, sollten die Mitgliedstaaten sich so schnell wie möglich, und spätestens beim Göteborg-Gipfel im November, auf die europäische Säule sozialer Rechte einigen.“ Der Sozialgipfel zu den Themen faire Arbeitsplätze und Wachstum findet am 17. November 2017 in Göteborg (Schweden) statt. Weitere Informationen zum Gipfel finden Sie hier.

Weitere Informationen

Marianne Thyssen auf Twitter und Facebook

IP/17/3867

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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