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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission gibt grünes Licht für Übernahme der Sparten Hochspannungskabel und Kabelzubehör von ABB durch NKT

Brüssel, 27. Februar 2017

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme der Sparten Hochspannungskabel und Stromkabelzubehör von ABB durch NKT nach der EU Fusionskontrollverordnung ohne Auflagen freigegeben. Die Kommission gelangte zu dem Ergebnis, dass das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen in Europa weiterhin wirksam mit anderen Wettbewerbern konkurrieren würde.

Sowohl NKT als auch ABB entwickeln und vertreiben über ihre Hochspannungssparte Stromkabel und Kabelzubehör. Die Kommission hat geprüft, wie sich der Wegfall eines Konkurrenten auf den Wettbewerb auswirken würde und ob der Zusammenschluss dazu führen könnte, dass die verbleibenden Unternehmen in der Branche ihr Wettbewerbsverhalten abstimmen.

Die Prüfung war wichtig, denn in dieser Branche hat es bereits kollusive Absprachen gegeben. So stellte die Kommission 2014 fest, dass die größten Hersteller von Hochspannungskabeln, darunter auch NKT und ABB, an einem Kartell zur Beschränkung des Wettbewerbs bei Projekten im Zusammenhang mit Unterwasser- und Erdkabeln beteiligt waren. Die Hersteller hatten Absprachen über die Aufteilung der Märkte und Kunden getroffen. An dem Kartell waren auch japanische und koreanische Hersteller beteiligt, die es unterließen, Gebote für Projekte im EWR abzugeben, um sich aus dem Heimatgebiet der europäischen Unternehmen herauszuhalten.

Die Kommission hat sich im Rahmen ihrer Prüfung vor allem mit den sich überschneidenden Geschäftstätigkeiten der beiden Unternehmen im Hochspannungskabelbereich befasst, so insbesondere mit Drehstrom- und Gleichstrom-Unterwasserkabeln. Solche Kabel werden eingesetzt, um Übertragungsnetze miteinander zu verbinden, die durch Wasser getrennt sind, also beispielsweise um Energie, die in Windparks auf See erzeugt wird, zum Festland zu leiten. NKT ist im Bereich der Gleichstrom-Unterwasserkabel ein potenzieller neuer Marktteilnehmer.

Auf der Grundlage ihrer umfassenden Marktuntersuchung gelangte die Kommission zu dem Ergebnis, dass die geplante Übernahme den Wettbewerb nicht wesentlich schwächen würde und auch weiterhin eine Reihe starker Konkurrenten auf dem Markt tätig wären. So ergab die Untersuchung, dass vor Kurzem asiatische Wettbewerber erfolgreich in den Markt eingetreten sind, so unter anderem LS Cables und Sumitomo. Diese Unternehmen tragen nun dazu bei, den Wettbewerb im Bereich Hochspannungskabel und Kabelzubehör zu gewährleisten und zu stärken.

 

Unternehmen und Produkte

Die ABB-Sparten Hochspannungskabel und Kabelzubehör gehören als Teil des Unternehmensbereichs Power Grids zu 100 Prozent zur ABB-Gruppe. Über die beiden Sparten ist ABB schwerpunktmäßig in Europa tätig in der Entwicklung, Herstellung und im Vertrieb von i) Hoch- und Höchstspannungs-Stromkabelsystemen und ii) Stromkabelzubehör.

NKT ist über seine Kabelsparte in der Herstellung und im Vertrieb von Kabeln tätig. Die Geschäftstätigkeit im Bereich Stromkabel konzentriert sich auf Europa.

 

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Das Vorhaben wurde am 23. Januar 2017 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register unter der Nummer M.8239 veröffentlicht.

IP/17/365

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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