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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme der gemeinsamen Kontrolle über Linden Foods durch ABP Food Group und Fane Valley

Brüssel, 29. September 2017

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme der gemeinsamen Kontrolle über Linden Foods durch ABP Food Group und Fane Valley nach der EU-Fusionskontrollverordnung ohne Auflagen genehmigt. Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass sich das Vorhaben nicht nachteilig auf den Wettbewerb im EU-Binnenmarkt auswirken wird.

Die Unternehmen ABP Food Group, Fane Valley und Linden sind in Irland und im Vereinigten Königreich in Erwerb und Schlachtung von Rindern, Schafen und Lämmern sowie in der Verarbeitung ihres Fleisches tätig. Zudem überschneiden sich die Tätigkeiten der Unternehmen auf dem Absatzmarkt für Frisch- und verarbeitetes Fleisch sowie auf den Märkten für tierische Nebenprodukte.

ABP Food Group, das bereits einen nicht beherrschenden Anteil an Linden Foods hält, möchte seine Beteiligung auf 50 % erhöhen, womit Linden Foods nach dem geplanten Rechtsgeschäft gemeinsam von ABP Food Group und Fane Valley kontrolliert würde.

 

Untersuchung der Kommission

Die Kommission hat die Märkte, auf denen sich die Tätigkeiten der Unternehmen überschneiden, eingehend untersucht.

  • In Bezug auf die Märkte für den Erwerb lebender Schlachttiere hat die Kommission geprüft, ob sich die Nachfragemacht der Schlachthäuser zulasten der Landwirte erhöhen könnte. Die Kommission stellte fest, dass die Landwirte in Irland und im Vereinigten Königreich (einschließlich Nordirlands) zu anderen Schlachthäusern wechseln können, wenn sie dort günstigere Preise für ihre Tiere erzielen. Es wird weiter verschiedene Schlachthäuser mit ungenutzten Kapazitäten in vertretbarer Entfernung von den Anlagen der in Rede stehenden Unternehmen geben. Die Kommission kam folglich zu dem Ergebnis, dass das zusammengeschlossene Unternehmen nicht in der Lage sein wird, den Landwirten gegenüber die Preise für die Tiere zu drücken, da die Landwirte weiter ausreichend andere Abnehmer für ihre Tiere finden werden.
  • In Bezug auf den Wettbewerb auf den nachgelagerten Absatzmärkten für Frisch- und verarbeitetes Fleisch ergab die Untersuchung, dass es auch nach der Übernahme eine Reihe starker Wettbewerber geben wird und die Käufer problemlos zu anderen Fleischanbietern wechseln können.
  • In Bezug auf die Beschaffung tierischer, durch Schlachtung gewonnener Nebenprodukte stellte die Kommission fest, dass Linden Foods nicht unmittelbar in der Verarbeitung von tierischen Nebenprodukten tätig ist. Des Weiteren stellte die Kommission fest, dass es in diesem Bereich andere Anbieter mit ungenutzten Kapazitäten gibt, sodass mit nachteiligen Auswirkungen auf Schlachthäuser und Landwirte nicht zu rechnen ist.

Vor diesem Hintergrund kam die Kommission zu dem Ergebnis, dass die geplante Übernahme auf keinem der betroffenen Märkte Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt.

 

Unternehmen und Erzeugnisse

Fane Valley im Vereinigten Königreich ist eine landwirtschaftliche Genossenschaft, die in der Schlachtung von Rindern und Schafen, der Verarbeitung des Fleisches sowie der Beschaffung und Verarbeitung tierischer Nebenprodukte in Irland und im Vereinigten Königreich tätig ist.

Linden Foods im Vereinigten Königreich, das derzeit unter der alleinigen Kontrolle von Fane Valley steht, ist in der Schlachtung von Rindern und Schafen sowie in der Verarbeitung des Fleisches im Vereinigten Königreich tätig.

ABP Food Group in Irland ist in der Schlachtung von Rindern und Schafen, der Verarbeitung des Fleisches sowie der Beschaffung und Verarbeitung der jeweiligen tierischen Nebenprodukte in Irland, im Vereinigten Königreich und in anderen europäischen Ländern tätig.

2016 hat die Kommission die Übernahme der gemeinsamen Kontrolle über Slaney JV durch ABP und Fane Valley genehmigt.

 

Zusammenarbeit mit nationalen Behörden

Die Kommission steht in engem Kontakt mit den nationalen Wettbewerbsbehörden in Irland und im Vereinigten Königreich. Beide Behörden prüfen ein paralleles Vorhaben, den Zusammenschluss von Dunbia und Dawn Meats, zwei Fleischverarbeitern in Irland und im Vereinigten Königreich. Die Bewertung der geplanten Übernahme durch die Kommission bleibt unverändert, unabhängig vom Ergebnis der Prüfung des Zusammenschlusses von Dunbia und Dawn Meats durch die nationalen Wettbewerbsbehörden.

 

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Der Zusammenschluss wurde am 25. August 2017 bei der Europäischen Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der Generaldirektion Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register der Kommission unter der Nummer M.8481 veröffentlicht.

IP/17/3582

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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