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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission leitet eingehende Untersuchung des geplanten Zusammenschlusses von Essilor und Luxottica ein

Brüssel, 26. September 2017

Die Europäische Kommission hat eine eingehende Untersuchung eingeleitet, um zu prüfen, ob der geplante Zusammenschluss von Essilor und Luxottica mit der EU-Fusionskontrollverordnung im Einklang steht. Die Kommission hat Bedenken, dass der Wettbewerb auf dem Markt für Brillengläser beeinträchtigt werden könnte, und wird die Auswirkungen des Zusammenschlusses auf den Markt für Brillen eingehender untersuchen.

Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte dazu: „Die Hälfte der Menschen in Europa sind Brillenträger, und früher oder später benötigt praktisch jeder von uns eine Sehhilfe. Deshalb müssen wir sorgfältig prüfen, ob der Zusammenschluss zu höheren Preisen oder einer geringeren Auswahl für die Optiker und letztlich auch für die Verbraucher führen würde.“

Durch die geplante Fusion würden sich zwei führende Unternehmen des Marktes für Sehhilfen zusammenschließen. Essilor ist sowohl auf dem Weltmarkt als auch in Europa der führende Anbieter von Brillengläsern. Luxottica ist mit bekannten Marken wie Ray-Ban und Oakley weltweit und auf dem europäischen Markt der führende Anbieter von Brillengestellen. Beide Unternehmen vertreiben ihre Produkte an Optiker, die ihrerseits fertige Brillen und Sonnenbrillen an Verbraucher verkaufen.

 

Vorläufige wettbewerbsrechtliche Bedenken der Kommission

Eine erste Marktuntersuchung der Kommission gab Anlass zu verschiedenen Bedenken, insbesondere hinsichtlich der Folgen der Zusammenführung der starken Stellung von Essilor auf dem Markt für Brillengläser und der starken Marktposition von Luxottica bei Brillengestellen.

Gegenwärtig befürchtet die Kommission, dass das neu aufgestellte Unternehmen nach dem Zusammenschluss die starken Marken von Luxottica dazu einsetzen könnte, um Optiker zu veranlassen, Brillengläser von Essilor zu kaufen, und um andere Anbieter von Brillengläsern beispielsweise durch Kopplungs- und Bündelungspraktiken vom Markt auszuschließen. Daher wird die Kommission nun prüfen, ob derartige Verhaltensweisen den Wettbewerb beispielsweise insofern beeinträchtigen könnten, als sie eine geringere Auswahl und höhere Preise nach sich zögen.

Außerdem wird die Kommission näher untersuchen, ob

  • das zusammengeschlossene Unternehmen die starke Position von Essilor im Bereich Brillengläser dazu nutzen würde, konkurrierende Brillenanbieter vom Markt zu auszuschließen, und
  • durch den Zusammenschluss der wichtige, gerade in der Entstehung begriffene Wettbewerb von Luxottica bei Brillengläsern und von Essilor bei Brillengestellen wegfiele.

Der Zusammenschluss wurde am 22. August 2017 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet. Die Kommission hat nun 90 Arbeitstage Zeit, also bis zum 12. Februar 2018, um einen Beschluss zu erlassen. Das eingehende Prüfverfahren wird ergebnisoffen geführt.

 

Unternehmen und Produkte

Das in Frankreich ansässige Unternehmen Essilor ist vor allem in der Herstellung und im Verkauf von Brillengläsern an Optiker weltweit tätig. Die bekanntesten Marken von Essilor sind Varilux, Crizal, Transitions, Eyezen und Xperio. Außerdem verkauft Essilor optische Geräte, optische Instrumente sowie Brillen und betätigt sich als Optiker im Einzelhandelsgeschäft, allerdings hauptsächlich außerhalb Europas.

Das italienische Unternehmen Luxottica entwickelt, produziert und vertreibt Korrekturbrillengestelle und Sonnenbrillen. Zum Portfolio des Unternehmens gehören geschützte Marken wie Ray-Ban, Oakley und Persol sowie mehr als 15 lizenzierte Marken, darunter Armani, Chanel, Dolce & Gabbana, Prada und Versace. Außerdem ist Luxottica als Optiker im Einzelhandelsgeschäft tätig: über Salmoiraghi & Viganò hauptsächlich in den USA, aber auch in Italien, über David Clulow im Vereinigten Königreich und weltweit über Sunglass Hut.

 

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten EWR oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Zusätzlich zu dem vorliegenden geplanten Zusammenschluss laufen gegenwärtig zwei weitere eingehende Prüfverfahren (Phase II). die geplante Übernahme von NXP durch Qualcomm und die geplante Übernahme von Monsanto durch Bayer.

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der Generaldirektion Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register der Kommission unter der Nummer M.8394 veröffentlicht.

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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