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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Europäische Union und Vereinte Nationen bekämpfen gemeinsam Gewalt gegen Frauen und Mädchen

New York, 20. September 2017

Heute haben die Europäische Union und die Vereinten Nationen (VN) auf der VN-Generalversammlung in New York eine Leitinitiative (Mittelausstattung: 500 Mio. EUR) auf den Weg gebracht, um alle Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu beseitigen.

Eingeleitet wurde die EU-VN-Leitinitiative von der Hohen Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik/Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Federica Mogherini, dem EU-Kommissar für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, Neven Mimica, zusammen mit dem VN-Generalsekretär António Guterres, und der stellvertretenden VN-Generalsekretärin Amina Mohammed.

Zum Auftakt der Initiative erklärte VN-Generalsekretär Guterres: „Es ist traurig aber wahr - jede dritte Frau wird im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt. Gewalt gegen Frauen und Mädchen zerstört Leben und verursacht generationenübergreifendes Leid.“ Ergänzend stellte er fest: „Diese Leitinitiative ist ein wirklich historisches Ereignis. Der Fonds für diese Initiative ist eine bahnbrechende Investition in die Gleichstellung und die Stärkung der Rechte von Frauen. Wenn wir unser Augenmerk auf die Stärkung der Rechte von Frauen und Mädchen in allen Ländern der Erde richten, können letztlich alle Menschen einer besseren Zukunft entgegensehen.“

Federica Mogherini, Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik, erklärte: „Die Europäische Union ist entschlossen, alle Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu bekämpfen, da sie unsere elementaren Menschenrechte und Werte wie Würde, Zugang zur Justiz und Geschlechtergleichstellung untergräbt. Damit Frauen und Mädchen ihr volles Potential entfalten können, müssen wir zunächst dafür sorgen, dass sie in Sicherheit leben können.“

EU-Kommissar Mimica ergänzte: „Gewalt gegen Frauen und Mädchen zählt zu den größten Ungerechtigkeiten unserer Zeit und ist über alle Grenzen, Generationen, Nationalitäten und Gemeinschaften hinweg anzutreffen. Sie hinterlässt tiefe Spuren in unseren Herzen und Köpfen. Und sie ist ein großes Hindernis für die volle Erschließung des Potentials einer Gesellschaft. Damit sich wirklich etwas ändert, fordere ich alle unsere Partner auf, sich der Leitinitiative anzuschließen für eine Welt, in der alle Frauen und Mädchen zeigen können, was in ihnen steckt.“

Die EU-VN-Leitinitiative wird aus einem Treuhandfonds unterstützt, der von vielen Interessenträgern finanziert wird. Wichtigster Geldgeber mit einem Beitrag von etwa einer halben Milliarde Euro ist die EU. Der Fonds steht auch anderen Geldgebern offen.

In den kommenden Jahren werden umfassende Programme durchgeführt, um alle Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen wie z. B. sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt oder schädliche Praktiken, Menschenhandel oder wirtschaftliche Ausbeutung als Arbeitskräfte, Femizid sowie häusliche und familiäre Gewalt zu beseitigen. Kernbereiche der Maßnahmen sind u. a. die Stärkung des Rechtsrahmens sowie der betreffenden Politikbereiche und Einrichtungen ebenso wie Präventivmaßnahmen, Zugang zu Dienstleistungen und verbesserte Datenerhebung in Afrika, Lateinamerika und Asien sowie im pazifischen und karibischen Raum.

Im Einklang mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wird die Leitinitiative einen rechtebasierten Ansatz verfolgen und dabei insbesondere die am stärksten benachteiligten Frauen und Mädchen berücksichtigten, entsprechend dem Grundsatz, dass niemand zurückgelassen werden darf. Ziel ist es, auf höchster politischer Ebene ein Engagement für diese Ziele zu fördern, in großem Umfang gezielte Unterstützung zu leisten und neue Partnerschaften aufzubauen. Außerdem wird auf die weit verbreiteten schädlichen Langzeitauswirkungen der Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht.

Hintergrund
Gewalt gegen Frauen und Mädchen zählt zu den meistverbreiteten und verheerendsten Menschenrechtsverstößen weltweit. Sie betrifft alle Gesellschaftsformen und ist über alle Generationen, sozioökonomischen Gruppen, Bildungsniveaus und geografischen Grenzen hinweg anzutreffen. Derzeit sind mehr als eine halbe Milliarde Frauen und Mädchen Opfer dieser Form von Gewalt. Schätzungen zufolge haben 35 % aller Frauen zu einem gewissen Zeitpunkt ihres Lebens Gewalt erlitten; in manchen Ländern beträgt dieser Anteil sogar 70 %.

Außerdem wurden mehr als 700 Millionen Frauen weltweit als Kinder (also vor Vollendung des 18. Lebensjahrs) verheiratet, davon mehr als ein Drittel (etwa 250 Millionen) vor dem 15. Lebensjahr. Mindestens 200 Millionen Frauen und Mädchen in 30 Ländern sind Opfer der Verstümmelung weiblicher Genitalien.

Dieser Skandal ist ein Hindernis für die Gleichstellung, die Stärkung der Rechte von Frauen und Mädchen sowie die nachhaltige Entwicklung im Allgemeinen und die Erreichung der Ziele für die nachhaltige Entwicklung im Besonderen.

In dieser Leitinitiative kommt derselbe politische Wille zum Ausdruck, den die internationale Gemeinschaft bei der Annahme der Ziele für die nachhaltige Entwicklung (SDG) gezeigt hat - mit dem eigenständigen Ziel 5 der Gleichstellung sowie den spezifischen Zielen der Beseitigung von Gewalt gegen Mädchen und Frauen und der durchgängigen Berücksichtigung der Gleichstellung im gesamten SDG-Prozess.

Im neuen Europäischen Konsens über die Entwicklungspolitik, dem neuen globalen Ansatz der EU für die nachhaltige Entwicklung in den kommenden Jahren, wird ebenfalls das Engagement der EU und aller ihrer Mitgliedstaaten für die Gleichstellung der Geschlechter hervorgehoben.

Weitere Informationen über die EU-VN-Leitinitiative finden Sie auf: www.un.org/spotlight-initiative.

Siehe auch die MEMO mit Fragen und Antworten zu diesem Thema und das gemeinsame Kommuniqué der EU und der VN.

IP/17/3306

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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