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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Erster Sommer ohne Roamingaufschläge: Europäer erkennen Vorteile der neuen Vorschriften

Brüssel, 26. September 2017

Der erste Sommer ohne Roamingaufschläge hat gezeigt, dass Europäerinnen und Europäer die neuen Vorschriften kennen und langsam ihr Verhalten bei Reisen im EU-Ausland anpassen.

Der heute veröffentlichten Flash-Eurobarometer-Umfrage zufolge weiß die große Mehrheit der Europäerinnen und Europäer die Vorteile des Roamings ohne zusätzliche Gebühren zu schätzen. Dank der neuen EU-Roamingvorschriften, die seit dem 15. Juni 2017 gelten, können Verbraucher ihr Mobilgerät auf Reisen im EU-Ausland genau wie in ihrem Heimatland ohne zusätzliche Gebühren nutzen. Aus der Umfrage geht hervor, dass 71 % der Europäer über die Abschaffung der Roamingaufschläge Bescheid wissen, und dass 72 % davon ausgehen, dass sie selbst oder jemand aus ihrem Bekanntenkreis davon profitieren wird. Von den Personen, die nach dem 15. Juni verreist sind, kennen sogar 86 % die neuen Vorschriften.

Andrus Ansip, der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident, erklärte dazu: „Die Bürgerinnen und Bürger möchten ihre Mobilgeräte auf Reisen in der EU wie in ihrem Heimatland nutzen, ohne hohe Zusatzkosten fürchten zu müssen, und die Mobilfunkbetreiber investieren in den Netzausbau, um der gestiegenen Nachfrage nachzukommen. Die neuen Telekommunikationsvorschriften der EU sollen derartige Investitionen anregen; sie sollten so bald wie möglich vom Europäischen Parlament und vom Rat erlassen werden.

Mariya Gabriel, die für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständige EU-Kommissarin, sagte: „Dieses Beispiel zeigt, wie die EU im konkreten Fall das Leben der EU-Bürger verbessern kann. Das Roaming zu Inlandspreisen funktioniert: Die Verbraucher wissen es zu schätzen und nutzen es stärker, und die Nachfrage nach Mobilfunkdiensten auf Reisen in der EU ist sehr hoch. Davon profitieren die Verbraucher und die Betreiber gleichermaßen.“

Reisende ändern allmählich ihr Verhalten

Die Flash-Eurobarometer-Umfrage zum Roaming wurde nach der Hauptreisezeit Ende August durchgeführt. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger ihr Mobilfunkverhalten im Ausland seit diesem Sommer – dem ersten Sommer ohne extra Roamingaufschläge für Reisende in der EU – allmählich ändern.

  • Der Anteil der Reisenden, die Datendienste im Ausland genauso oft wie im Heimatland nutzt, hat sich unter den Personen, die nach dem 15. Juni 2017 verreist sind, im Vergleich zu den in den Monaten zuvor verreisten Personen von 15 % auf 31 % verdoppelt. 
  • Der Anteil der Reisenden, der im Ausland nie Datendienste in Anspruch nimmt, hat sich gegenüber den Vormonaten nach dem 15. Juni 2017 von 42 % auf 21 % halbiert.
  • Generell werden Datendienste im Ausland immer seltener nur eingeschränkt genutzt, da seit dem 15. Juni immer weniger Reisende ihre Geräte ausschalten (12 % gegenüber vorher 20 %).
  • Im Vergleich zur Mobilfunknutzung im Heimatland schränken jedoch auch nach dem 15. Juni 2017 noch 60 % der Reisenden ihre Nutzung von mobilen Datendiensten auf Reisen in ein anderes EU-Land ein.

Die Auswirkungen der Abschaffung der Roamingaufschläge für die Mobilfunknutzung im Ausland zeigen sich auch beim Vergleich mit den Ergebnissen einer einschlägigen Eurobarometer-Umfrage von 2014, die ein noch restriktiveres Nutzungsverhalten beim Roaming als in den Monaten vor dem 15. Juni 2017 hatte deutlich werden lassen.

Betreiber stellen Anstieg der Datendienste und der Anrufe fest

Die Mobilfunkbetreiber erkennen in ihren Netzen bereits ein geändertes Verhalten der Reisenden. Verschiedene Betreiber meldeten im Sommer einen erheblichen Anstieg des Datenverkehrs durch Reisende, der sich gegenüber dem Sommer des Vorjahres um ein Vielfaches gesteigert hat (um das Drei- bis Sechsfache, in manchen Fällen sogar noch mehr). Obwohl dieser Anstieg zum Teil den allgemeinen jährlichen Zuwachs des Datenverbrauchs auf den Inlandsmärkten widerspiegelt, ist ein großer Anteil auch den neuen Roamingvorschriften zuzuschreiben. Der Anstieg von Roaminganrufen ist ebenfalls beachtlich, wenngleich weniger stark ausgeprägt. Im Gegenzug melden Mobilfunkbetreiber in Tourismusgebieten große Investitionen in ihre Netze, um die Gelegenheit, die sich ihnen durch die gesteigerte Nachfrage seitens der Reisenden bietet, beim Schopfe zu packen.

Fortgesetzte Überwachung durch die Kommission

Nach dem ersten Sommer ohne zusätzliche Roaminggebühren lässt sich konstatieren, dass sich die Mobilfunkbetreiber im Allgemeinen an die neuen Vorschriften halten. Die Kommission wird in enger Zusammenarbeit mit den nationalen Regulierungsbehörden, die direkt für die Umsetzung der neuen Vorschriften verantwortlich sind, auch weiterhin die Entwicklung auf den Mobilfunkmärkten in den Mitgliedstaaten überwachen, damit sichergestellt ist, dass sich die Mobilfunkbetreiber auch in Zukunft an die neuen Vorschriften halten und die Verbraucher weiterhin vom Ende der Roaminggebühren profitieren können.

Hintergrund

Seit dem 15. Juni 2017 können Europäer ihre Mobilgeräte (für Anrufe, SMS und Datendienste) ohne zusätzliche Roamingaufschläge auf Reisen in der EU benutzen. Das heißt, Reisende können ihr Mobilgerät auf Reisen genau wie in ihrem Heimatland benutzen, ohne hohe Telefonrechnungen fürchten zu müssen.

Im Vorfeld hat die Kommission ein Jahrzehnt daran gearbeitet, die zusätzlichen Roamingaufschläge der Telekommunikationsbetreiber zunächst zu senken und schließlich ganz abzuschaffen, die Kunden immer dann zahlen mussten, wenn sie im Urlaub oder bei Geschäftsreisen im Ausland ihr Mobilgerät nutzten. Zwischen 2007 und 2016 sind die Roamingpreise um mehr als 90 % gesunken; letztmalig fielen die Preise im April 2016. Im Jahr 2015 beschlossen das Europäische Parlament und der Rat auf der Grundlage eines Vorschlags der Europäischen Kommission, die Roamingaufschläge für Europäerinnen und Europäer, die in der EU reisen, abzuschaffen. Um dies zu ermöglichen, hat die Europäische Kommission im Auftrag des Europäischen Parlaments und des Rates im Dezember 2016 eine Regelung der angemessenen Nutzung und einen Tragfähigkeitsmechanismus angenommen und neue Roamingvorleistungspreise vorgeschlagen.

Weitere Informationen

Roaming online
Gemeinsame Erklärung von drei EU-Organen
Häufig gestellte Fragen
Allgemeines Factsheet zum Ende der Roamingaufschläge
Ausführliches Factsheet: Wie funktioniert das?

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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