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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission gibt grünes Licht für Übernahme der Banco Popular Español, S.A. durch die Banco Santander

Brüssel, 8. August 2017

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme der Banco Popular Español, S.A. durch die Banco Santander nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Nach Prüfung des Vorhabens ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass der Zusammenschluss keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gibt.

Die Banco Santander und die Banco Popular sind Universalbanken, die Bankdienstleistungen für Privat-, Firmen- und Großkunden sowie Investmentbanking- und Versicherungsdienstleistungen in Spanien und Portugal anbieten. Die Kommission hat die Auswirkungen des Zusammenschlusses auf die Märkte für das Privat- und Firmenkundengeschäft, für Leasing, Factoring und für die Bereitstellung von ATM-Diensten auf den portugiesischen und spanischen nationalen und regionalen Märkten geprüft.

Dabei kam sie zu dem Ergebnis, dass der Zusammenschluss keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt. Die gemeinsamen Marktanteile der beteiligten Unternehmen sind im Allgemeinen gering (unter 25 %), und auf allen betroffenen Märkten werden auch nach dem Zusammenschluss noch starke Wettbewerber präsent sein.

Der heutige Beschluss ist der letzte Schritt des Genehmigungsverfahrens der Kommission in diesem Fall. Zuvor hatte die Kommission am 7. Juni 2017 das auf einem Vorschlag des Einheitlichen Abwicklungsausschusses (SRB) basierende Abwicklungskonzept für die Banco Popular nach den EU-Vorschriften für die Sanierung und Abwicklung von Banken genehmigt.

Unternehmen und Produkte

Die Banco Santander ist die Muttergesellschaft einer internationalen Gruppe von Bank- und Finanzinstituten, die vor allem in Spanien, aber auch in anderen europäischen Ländern wie Portugal und dem Vereinigten Königreich sowie in Lateinamerika und den USA tätig sind.

Die Banco Popular ist ein spanisches Finanzinstitut, das an den Börsen von Madrid, Barcelona, Bilbao und Valencia notiert und hauptsächlich in Spanien und Portugal vertreten ist. Die Abwicklung der Banco Popular wurde nach den EU-Vorschriften für die Sanierung und Abwicklung von Banken genehmigt. Teil der Abwicklung war die Veräußerung der Banco Popular an die Banco Santander.

Hintergrund

Am 6. Juni 2017 kam die Europäische Zentralbank zu dem Schluss, dass die Banco Popular im Sinne des Artikels 18 Absatz 1 der Verordnung (EU) Nr. 806/2014 über den einheitlichen Abwicklungsmechanismus ausfallen oder wahrscheinlich ausfallen würde.

Am 7. Juni 2017 genehmigte die Kommission im Einklang mit der Verordnung über den einheitlichen Abwicklungsmechanismus das Abwicklungskonzept für die Banco Popular, das auf einem Vorschlag des Einheitlichen Abwicklungsausschusses basierte. Nach der Genehmigung des Abwicklungskonzepts wurde das gesamte Geschäft der Banco Popular und ihrer Tochtergesellschaften zum 7. Juni 2017 auf die Banco Santander übertragen. Die Kunden der Banco Popular wurden ohne Unterbrechung weiter bedient. So hatten auch sämtliche Einleger weiterhin ununterbrochenen Zugang zu ihren gesamten Einlagen.

Am selben Tag erließ die Kommission einen Beschluss nach Artikel 7 Absatz 3 der EU‑Fusionskontrollverordnung, mit dem sie eine an bestimmte Bedingungen geknüpfte Ausnahme vom Vollzugsverbot genehmigte. Dieser Beschluss gestattete der Banco Santander, bis zur fusionskontrollrechtlichen Genehmigung der Übernahme der Banco Popular bestimmte gegebenenfalls für die finanzielle Stabilität der Bank erforderliche Maßnahmen zu ergreifen. Die Erfüllung der Bedingungen wurde von einem Überwachungstreuhänder überwacht.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Der Zusammenschluss wurde am 14. Juli 2017 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten EWR oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Die nichtvertrauliche Fassung des heutigen Beschlusses wird auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register unter der Nummer M.8553 zugänglich gemacht.

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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