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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Europäisches Solidaritätskorps: Vermittlung von Arbeitsstellen und Praktika läuft an

Brüssel, 10. Juli 2017

Vor einem halben Jahr hat die Europäische Kommission das Europäische Solidaritätskorps auf den Weg gebracht, seit März 2017 werden Freiwillige an Solidaritätsprojekte vermittelt, und nun startet auch die Besetzung von Tausenden von Arbeitsstellen und Praktika.

Zu diesem Zweck fördert die Europäische Kommission zwei Projekte unter der Federführung der öffentlichen Arbeitsverwaltungen Italiens und Frankreichs mit dem Ziel, bis zu 6000 jungen Menschen Angebote für eine Arbeitsstelle oder ein Praktikum mit Solidaritätsbezug in einem anderen EU-Land zu machen.

Die für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität zuständige EU-Kommissarin Marianne Thyssen erklärte dazu: „Beim Europäischen Solidaritätskorps geht es darum, jungen Menschen mehr und bessere Chancen zu bieten. Ich freue mich, dass das Korps mit dem heutigen Start der Beschäftigungskomponente sein volles Potenzial entfaltet. Gemeinsam mit den öffentlichen Arbeitsverwaltungen und Partnern vor Ort werden wir Tausenden jungen Menschen konkrete Angebote für solidarisch ausgerichtete Arbeitsstellen und Praktika in ganz Europa machen können. Auf diese Weise können die Mitglieder des Solidaritätskorps neue Kompetenzen erwerben und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.“

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, ergänzte: „Es ist großartig, dass das Europäische Solidaritätskorps wächst und gedeiht und nun durch die Beschäftigungskomponente vervollständigt wird. Wir wissen, dass viele junge Menschen in Europa sehr daran interessiert sind, anderen zu helfen. Diese Hilfsbereitschaft zahlt sich auch für sie selbst aus, denn durch die Teilnahme am Europäischen Solidaritätskorps sammeln sie zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn wichtige Erfahrungen, die ihnen später zugutekommen werden.“

Im Rahmen der beiden Projekte unter der Leitung der öffentlichen Arbeitsverwaltung Frankreichs (Pôle Emploi) und der nationalen Agentur Italiens für aktive Arbeitsmarktpolitik (ANPAL) arbeiten öffentliche Arbeitsverwaltungen und Organisationen aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten (z. B. Arbeitgeberverbände und Berufsbildungseinrichtungen) zusammen, um jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren Angebote für Praktika und Arbeitsstellen in Tätigkeitsfeldern mit Solidaritätsbezug anzubieten. Die ausgewählten Mitglieder des Solidaritätskorps können sich in den verschiedensten Bereichen engagieren: vom Gesundheitswesen und der sozialen Integration über den Umweltschutz und die Unterstützung von Migranten und Flüchtlingen bis hin zur Nahrungsmittelhilfe in anderen EU-Ländern. Ziel der Projekte ist es, Kontakte zu Arbeitgebern zu knüpfen, Bewerberinnen und Bewerber zu vermitteln und die Mitglieder des Korps finanziell und in anderer Form – beispielsweise durch Fortbildungen – zu unterstützen. Die Projekte werden mit über 14 Mio. EUR aus dem Programm für Beschäftigung und soziale Innovation gefördert.

Zeitplan und nächste Schritte

Die beiden Projekte laufen bis März 2019.

Zugleich wird das Europäische Solidaritätskorps weiterentwickelt und konsolidiert. Bis Ende 2020 sollen 100 000 Einsätze vermittelt werden.

Die im Rahmen der beiden neuen Projekte gesammelten Erfahrungen werden dazu beitragen, dass das Europäische Solidaritätskorps bis Ende 2020 endgültig etabliert werden kann. Im Rahmen der beiden Projekte werden junge Menschen bis zum Frühjahr 2019 dabei unterstützt, Einsatzmöglichkeiten in anderen Ländern zu finden, und gemeinsam mit anderen Projekten werden Arbeitsstellen unter dem Dach des Europäischen Solidaritätskorps vermittelt.

Hintergrund

In seiner Rede zur Lage der Union 2016 kündigte Kommissionspräsident Juncker die Schaffung eines Europäischen Solidaritätskorps an, das jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren die Möglichkeit bieten sollte, an vielfältigen Solidaritätsprojekten in der gesamten EU mitzuwirken.

Seit dem Startschuss am 7. Dezember 2016 haben sich mehr als 32 000 junge Menschen beim Europäischen Solidaritätskorps angemeldet. Im März 2017 konnte mit der Vermittlung an Projektträger begonnen werden. Seither wurden über 11 500 Mitglieder kontaktiert, und 460 Einsätze wurden erfolgreich vermittelt. Bis Ende 2020 sollen sich insgesamt 100 000 junge Menschen dem Europäischen Solidaritätskorps anschließen.

Am 30. Mai 2017 legte die Kommission einen Vorschlag vor, um das Europäische Solidaritätskorps mit einem Budget von 341,5 Mio. EUR für den Zeitraum 2018-2020 und einer eigenen Rechtsgrundlage auf eine solide Basis zu stellen. Außerdem regte die Kommission an, das Angebot für junge Menschen im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps noch zu erweitern: Neben den Möglichkeiten, eine Freiwilligentätigkeit oder ein Praktikum zu absolvieren oder einer regulären Beschäftigung nachzugehen, soll den Mitgliedern auch die Gelegenheit geboten werden, eigene Solidaritätsprojekte ins Leben zu rufen oder sich in Freiwilligenteams zu engagieren.

Zur Vorbereitung des Vorschlags hatte die Kommission eine Online-Konsultation und gezielte Befragungen der Interessenträger durchgeführt, die mit einem Forum für Interessenträger abschlossen. Der Verordnungsentwurf liegt nun dem Europäischen Parlament und dem Rat vor, nach deren Zustimmung die Verordnung in Kraft treten kann. In ihrer Gemeinsamen Erklärung haben die EU-Organe zugesagt, das Gesetzgebungsverfahren noch vor Ende dieses Jahres abzuschließen.

Weitere Informationen

INFORMATIONSBLATT: Arbeitsstellen und Praktika im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps: Anmeldung und Ablauf

Informationsblatt: Das Europäische Solidaritätskorps voranbringen

Informationsblatt für Organisationen

MEMO: Fragen und Antworten zum Europäischen Solidaritätskorps

MEMO: Das Europäische Solidaritätskorps voranbringen: Fragen und Antworten

IP/17/1915

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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