Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

Europäische Kommission - Pressemitteilung

EU leistet zusätzliche Hilfe als Reaktion auf die Verschärfung der Krise in Kasaï in der Demokratischen Republik Kongo

Brüssel, 5. Juli 2017

Mit den zusätzlichen Mitteln von 5 Mio. EUR weitet die EU ihre humanitäre Hilfe auf acht vom Konflikt betroffene Provinzen des Lands aus.

Die Europäische Kommission hat die Bereitstellung zusätzlicher humanitärer Hilfe in Höhe von 5 Mio. EUR zugunsten der vielen notleidenden Menschen in den vom Konflikt heimgesuchten Kasaï-Provinzen in der Demokratischen Republik Kongo angekündigt.

Damit steigt die humanitäre Hilfe, die die EU seit Beginn des Jahres für die am stärksten gefährdeten Menschen in der Demokratischen Republik Kongo bereitgestellt hat, auf knapp 28 Mio. EUR.

Die Europäische Union ist zutiefst besorgt über die derzeitige humanitäre Krise in Kasaï, unter deren Folgen so viele Menschen schrecklich leiden. Mit den heute bereitgestellten Mitteln helfen wir unseren humanitären Partnern dabei, erstmals in dieser Region den dringendsten Bedarf der von Konflikt betroffenen Menschen zu decken. Letztlich aber lässt sich nur durch Entwaffnung und Wiederherstellung des Friedens erreichen, dass diese Menschen in ihre Heimat zurückkehren und dort ihr Leben wieder aufbauen können“, sagte dazu der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Christos Stylianides.

Die Lage in Kasaï hat sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich verschlechtert; inzwischen sind acht Provinzen und 2,6 Millionen Menschen von dem Konflikt betroffen.

Mehr als 1,3 Millionen Menschen wurden aus ihrer Heimat vertrieben – allein im Mai wurden 35 000 neue Fälle von Vertreibung innerhalb des Landes gemeldet. Seit Anfang des Jahres wurden im Schnitt 8 000 Menschen pro Tag vertrieben.

Mit der heute angekündigten Hilfe trägt die EU dazu bei, den dringendsten Bedarf dieser Binnenvertriebenen, von denen die meisten Frauen und Kinder sind, zu decken. Die zusätzlichen Mittel werden eingesetzt, um diesen Menschen den benötigten Schutz zu gewähren und lebensrettende Hilfe einschließlich Wasser- und Sanitärversorgung, Unterbringung, Gesundheitsfürsorge und Nahrungsmittelhilfe zu leisten. Sie dienen auch zum Ausbau der logistischen Kapazitäten der humanitären Partner in einem Land, in dem sich der Zugang zu den Betroffenen aufgrund mangelnder Infrastruktur und der hohen Unsicherheit häufig schwierig gestaltet. Die von der EU finanzierten Maßnahmen werden schätzungsweise rund 200 000 Menschen zugutekommen.

Hintergrund

Die Demokratische Republik Kongo zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Trotz seines Reichtums an natürlichen Ressourcen belegte das Land Platz 176 (von 188 Ländern) auf dem Index für menschliche Entwicklung 2016. Die komplexe humanitäre Krise ist gekennzeichnet durch gewaltsame bewaffnete Konflikte, aber auch durch Unterernährung, Epidemien und eine große Anzahl von Vertriebenen.

Derzeit leben etwa 3,7 Millionen Menschen als Vertriebene innerhalb des Landes, das sich auch einem anhaltenden Zustrom von Menschen auf der Flucht vor dem Konflikt im Südsudan ausgesetzt sieht und inzwischen mehr als 460 000 Flüchtlinge aufgenommen hat.

Seit August 2016 ist in Kasaï in kürzester Zeit eine komplexe Notlage entstanden, die zur weiteren Vertreibung von Menschen und zur drastischen Verschlechterung der Lage in Bezug auf die Ernährungssicherheit in den betroffenen Provinzen geführt hat. Laut dem Welternährungsprogramm können derzeit 42 % der Bevölkerung in Kasaï ihren Nahrungsmittelbedarf nicht mehr decken.

Die EU leistet bereits seit 1994 humanitäre Hilfe zugunsten der Demokratischen Republik Kongo. In den vergangenen fünf Jahren wurden mehr als 200 Mio. EUR für die humanitäre Hilfe zugunsten der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen bereitgestellt. Für die Entwicklungshilfe ist über den Zeitraum 2014-2020 ein Betrag von insgesamt 620 Mio. EUR vorgesehen, wobei der Schwerpunkt auf Gesundheitsfürsorge, Umweltschutz und nachhaltiger Landwirtschaft, Infrastruktur sowie guter Regierungsführung und Rechtsstaatlichkeit liegt.

Außerdem betreibt die Kommission einen humanitären Flugdienst – „ECHO-Flight“ –, der die sichere und rasche Beförderung des humanitären Personals und der Hilfsgüter in entlegene Gebiete in der Demokratischen Republik Kongo ermöglicht

IP/17/1877

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


Side Bar