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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Florierende Städte durch Kultur und Kreativität – neues Vergleichsinstrument gibt Hilfestellung

Brüssel, 6. Juli 2017

Die Europäische Kommission hat heute die erste Ausgabe des Städtevergleichs „Kultur und Kreativität“ (Cultural and Creative Cities Monitor) vorgestellt.

Dieses neue Instrument bietet vergleichbare Daten dazu, wie europäische Städte in neun Dimensionen aus dem Bereich Kultur und Kreativität abschneiden, und veranschaulicht, wie diese Leistungen zur sozialen Entwicklung, zum Wirtschaftswachstum und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen.

Der von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) – dem internen wissenschaftlichen Dienst der Europäischen Kommission – entwickelte Städtevergleich „Kultur- und Kreativität“ wird politische Entscheidungsträger sowie die Kultur- und Kreativwirtschaft dabei unterstützen, lokale Stärken und Bereiche mit Verbesserungsbedarf zu ermitteln, und es ihnen ermöglichen, von vergleichbaren Städten zu lernen. Zugleich wird die enge Beziehung zwischen kultureller Dynamik und verschiedenen Aspekten des städtischen Lebens, etwa der sozialen Vielfalt und dem Wirtschaftsleben, beleuchtet.

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, der auch für die Gemeinsame Forschungsstelle zuständig ist, sagte dazu: „Mein Ziel ist es, Kultur und Kreativität in den Mittelpunkt der europäischen Politikagenda zu rücken. In Zeiten großer gesellschaftlicher Veränderungen und eines immer schärferen globalen Wettbewerbs zwischen den Städten genügt es nicht, sich nur mit den klassischen Wachstumsquellen und dem sozioökonomischen Wohlergehen zu befassen, sondern wir müssen auch die Rolle der Kultur in dynamischen, innovativen und vielfältigen Städten unter die Lupe nehmen. Die Publikation ‚Kultur und Kreativität im Städtevergleich‘ zeigt auf, welche europäischen Städte eigene Wege zur Ausschöpfung ihres kulturellen und kreativen Potenzials gefunden haben, um Entwicklung und Innovation voranzutreiben, Arbeitsplätze zu schaffen und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Das Instrument bietet eine solide Faktengrundlage, anhand derer die politischen Entscheidungsträger feststellen können, wo ihre Städte gut abschneiden und wo Verbesserungen wünschenswert wären.“

„Kultur und Kreativität im Städtevergleich“ ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, bei dem 168 Städte in 30 europäischen Ländern erfasst wurden. Mit einem interaktiven Online-Tool kann eine breite Palette an quantitativen und qualitativen Informationen zu den Leistungen der ausgewählten Städte abgerufen werden.

Insbesondere wird deutlich, dass es die in kultureller und kreativer Hinsicht „ideale“ Stadt nicht gibt: Sie wäre eine Mischung aus den Städten, die bei den einzelnen Indikatoren Bestleistungen erzielen. Die ideale Stadt hätte also die Kulturstätten und ‑einrichtungen von Cork (Irland), die kulturelle Teilhabe und Attraktivität sowie die kreativen und wissensbasierten Arbeitsplätze von Paris (Frankreich), das geistige Eigentum und den Innovationsgeist von Eindhoven (Niederlande), die neuen Arbeitsplätze in der Kreativbranche von Umeå (Schweden), das Humankapital und das Bildungswesen von Löwen (Belgien), die Offenheit, die Toleranz und das Vertrauen von Glasgow (UK), die lokalen und internationalen Verbindungen von Utrecht (Niederlande) und das hohe Governance-Niveau von Kopenhagen (Dänemark). Fünf dieser acht Städte haben weniger als 500 000 Einwohner (Cork, Eindhoven, Umeå, Löwen und Utrecht).

Wesentliche Untersuchungsergebnisse:

  • Führende Städte in puncto Kultur und Kreativität: Paris, Kopenhagen, Edinburgh und Eindhoven schneiden im Vergleich zu ähnlich großen Städten am besten ab.
  • Kultur, Kreativität und Wohlstand: Kultur und Kreativität sorgen für mehr Wirtschaftswachstum und sind daher für Städte mit geringen Einnahmen von großer Bedeutung.
  • Größe ist nicht alles: Die Größe einer Stadt ist nicht ausschlaggebend für ihre kulturelle und kreative Leistung; im Durchschnitt schneiden kleine und mittlere Städte gegenüber größeren recht gut ab.
  • Hauptstädte sind vorne dabei, aber nicht immer an der Spitze: Die Hauptstädte belegen zwar oft den ersten Platz, werden in Österreich, Belgien, Italien, Deutschland, Polen, Spanien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich jedoch von anderen Städten überholt.

Hintergrund

Seit der Annahme der ersten „Europäischen Kulturagenda im Zeichen der Globalisierung“ (2007) hat die Kultur in der Politikgestaltung der EU stetig an Bedeutung gewonnen. Die systematische, vergleichbare europaweite Erfassung der kreativen Ressourcen, ihres Werts und ihrer Wirkung bleibt jedoch eine Herausforderung, da es insbesondere auf kommunaler Ebene keine gemeinsamen Definitionen oder Parameter gibt.

Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) der Europäischen Kommission hat den Städtevergleich „Kultur und Kreativität“ entwickelt, um diese Informationslücke zu füllen. Das Instrument beruht auf drei zentralen Aspekten (kulturelle Dynamik, Kreativwirtschaft und Kulturumfeld), für die neun Dimensionen identifiziert wurden. In diesen Dimensionen wird die Leistung mit 29 Indikatoren gemessen, die von der Anzahl der Museen und Konzerthallen bis hin zur Beschäftigung im Kultur- und Kreativsektor sowie von den IKT-Patentanmeldungen bis hin zum Vertrauen der Menschen in andere Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt reichen. Es wurden Daten aus verschiedenen öffentlichen Quellen (u. a. Eurostat und Eurobarometer) sowie experimentelle Daten (z. B. von TripAdvisor) zusammengeführt.

Der Städtevergleich soll alle zwei Jahre aktualisiert werden, damit er sowohl konzeptionell als auch statistisch für alle Länder und Städte auf dem neuesten Stand bleibt und auch die Entwicklung der Städte erfasst wird.

Weitere Informationen

Vollständiger Bericht

MEMO

Kultur und Kreativität im Städtevergleich: interaktives Online-Tool

Wichtigste Ergebnisse

Länderspezifische Datenblätter

Infografik

Gemeinsame Forschungsstelle

IP/17/1802

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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