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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Antimikrobielle Resistenz: Kommission intensiviert den Kampf mit neuem Aktionsplan

Brüssel, 29. Juni 2017

Die Kommission verabschiedete heute einen neuen Aktionsplan zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen, die eine immer größere Bedrohung darstellen und in der EU jedes Jahr für 25 000 Todesfälle verantwortlich sind und Verluste in Höhe von 1,5 Milliarden Euro verursachen.

Der Aktionsplan stützt sich auf das „Eine-Gesundheit“-Konzept und befasst sich mit den Resistenzen bei Mensch und Tier. Gleichzeitig legte die Kommission das erste konkrete Ergebnis vor, das sich aus dem Aktionsplan ergibt: die EU-Leitlinien für den umsichtigen Umgang mit antimikrobiellen Mitteln in der Humanmedizin.

Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, dazu: „Antimikrobielle Resistenzen sind eine wachsende weltweite Bedrohung, und wenn wir jetzt nicht mehr dagegen tun, könnten sie bis 2050 mehr Todesfälle verursachen als Krebs. Die ehrgeizige Agenda, die ich heute vorstelle, zielt auf die Schlüsselbereiche mit dem höchsten Mehrwert für die Mitgliedstaaten. Ich habe vor, die EU durch den umsichtigeren Einsatz antimikrobieller Mittel bei Mensch und Tier, die konzentrierte Überwachung, eine bessere Datenerhebung und die Förderung der Forschung zu einer Best-Practice-Region zu machen, die in der Lage ist, in dieser zunehmend vernetzten Welt die globale Agenda für die Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen zu bestimmen.“

Carlos Moedas, Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, fügte hinzu: „Antimikrobielle Resistenzen sind bereits für den Tod von Tausenden verantwortlich, und sie sind eine erhebliche Bürde für die Gesellschaft und die Wirtschaft. Kein Land kann diese Bedrohung allein in den Griff bekommen. Was wir brauchen, ist eine echte europäische Forschungsinitiative zur Rettung von Menschenleben, Tieren und Umwelt. Deshalb ist dieser Aktionsplan so wichtig: Er wird dafür sorgen, dass Koordinierung und Zusammenarbeit in der Forschung zwischen den EU-Mitgliedstaaten sowie zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor in Europa und darüber hinaus besser gelingt.“

Der Plan umfasst Leitlinien zur Förderung des umsichtigen Einsatzes antimikrobieller Mittel beim Menschen. Diese Leitlinien gelten allen Akteuren – Ärzten, Pflegepersonal, Apothekern, Krankenhausmanagern und anderen, die bei der Verwendung antimikrobieller Mittel eine Rolle spielen. Sie ergänzen etwa bestehende nationale Leitlinien für die Prävention und Bekämpfung von Infektionen.

Zudem sind in dem Plan über 75 Maßnahmen in drei Hauptbereichen vorgesehen:

Säule 1: Die EU als künftige Best-Practice-Region

Damit die EU zu einer Region werden kann, die beispielhaft vorangeht, müssen sowohl Daten, Koordinierung und Überwachung als auch die Kontrollen verbessert werden. Dadurch werden die Mitgliedstaaten bei der Aufstellung, Durchführung und Überwachung einschlägiger nationaler Aktionspläne zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen, die sie es bei der Weltgesundheitsversammlung 2015 zugesagt haben, unterstützt. Beispiele für die Unterstützung durch die Kommission sind die Bereitstellung evidenzbasierter Daten durch ihre Agenturen, die Aktualisierung der EU-Durchführungsvorschriften für die Überwachung und Meldung von antimikrobiellen Resistenzen bei Mensch und Tier sowie in Lebensmitteln, die Förderung des Lernens voneinander, des Austauschs innovativer Ideen und der Konsensbildung sowie die finanzielle Beteiligung an Tätigkeiten der Mitgliedstaaten zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen. In den Aktionsplan einbezogen werden auch Umweltaspekte, die in großem Umfang zur Entwicklung und Ausbreitung antimikrobieller Resistenzen beitragen.

Säule 2: Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation

Mit den Maßnahmen in diesem Bereich soll die Forschung gefördert werden und die Innovation zusätzliche Impulse erhalten. Es soll wertvoller Input für wissenschaftsbasierte Politik und rechtliche Maßnahmen zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen generiert und Wissenslücken, etwa über die Rolle antimikrobieller Resistenzen in der Umwelt, sollen geschlossen werden. Die Kommission wird partnerschaftlich mit den Mitgliedstaaten und der Industrie zusammenarbeiten, auch mit kleinen und mittleren Unternehmen, um gegen antimikrobielle Resistenzen bei Bakterien, Pilzen und Parasiten vorzugehen. Dabei werden die WHO-Prioritätenliste der Krankheitserreger sowie Krankheiten wie Tuberkulose, HIV/AIDS, Malaria und vernachlässigte Infektionskrankheiten besonders berücksichtigt.

In Finanzierungs- und Partnerschaftsprogrammen wird es vor allem darum gehen, das Wissen über die wirksame Bekämpfung und Überwachung von Infektionen, einschließlich neuer Diagnosemethoden, zu verbessern und neue Therapien und vorbeugende Impfstoffe zu entwickeln. Die Aktionen in diesen vorrangigen Bereichen werden zur Förderung der öffentlichen Gesundheit beitragen und wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile in Europa und darüber hinaus bringen.

Säule 3: Gestaltung der globalen Agenda

Im Rahmen der international festgelegten Aktionsbereiche wird die EU ihr Engagement und die Zusammenarbeit mit multilateralen Organisationen verstärken und die Zusammenarbeit mit den am meisten betroffenen Entwicklungsländern intensivieren. Als einer der größten Märkte für landwirtschaftliche Erzeugnisse kann die EU bei ihren Handelspartnern für ihre Standards und Maßnahmen zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen werben. Im Bereich Forschung wird die EU auf ihre erfolgreichen großangelegten internationalen Initiativen aufbauen, beispielsweise die Partnerschaft Europas und der Entwicklungsländer im Bereich klinischer Studien und die Initiative für gemeinsame Programme, und eine stärkere, vernetzte Forschungslandschaft mit globaler Reichweite im Bereich antimikrobieller Resistenzen entwickeln.

 

Hintergrund

Der neue Aktionsplan baut auf dem ersten Aktionsplan zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen (2011-2016) auf und bezieht die Empfehlungen einer externen Bewertung sowie die im Zuge einer öffentlichen Konsultation eingeholten Stellungnahmen von Stakeholdern ein. Diese zeigten sich überwiegend zufrieden mit der Rolle der Kommission als Ergänzung zu den Maßnahmen der Mitgliedstaaten: 79 % befanden die Aktionen der Kommission für nützlich.

 

Weitere Informationen:

Factsheet

Weitere Informationen über den EU-Aktionsplan zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen

Weitere Informationen über antimikrobielle Resistenzen

Forschung zu antimikrobiellen Resistenzen

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