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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Kommission setzt sich weiter für Unternehmenstransparenz in Sozial- und Umweltbelangen ein

Brüssel, 26. Juni 2017

Kommission setzt sich weiter für Unternehmenstransparenz in Sozial- und Umweltbelangen ein

Die Kommission hat heute Leitlinien für die Offenlegung von Umwelt- und Sozialangaben angenommen. Diese werden es Unternehmen nun erleichtern, relevante nichtfinanzielle Informationen auf gleichbleibende und vergleichbarere Art und Weise offenzulegen. Ziel ist die Förderung der Transparenz und der Leistungsfähigkeit von Unternehmen sowie eines nachhaltigeren Ansatzes in ihrem Verhalten.

Von nun an können Unternehmen sich zur Erfüllung ihrer Offenlegungspflichten aus aktuellen Vorgaben zur Offenlegung nichtfinanzieller Informationen auf diese Leitlinien stützen, die außerdem auf zielgerichtete Rechnungslegung vonseiten von Unternehmen abzielen. Langfristig sind transparente Unternehmen leistungsfähiger. Sie haben niedrigere Finanzierungskosten, halten talentierte Mitarbeiter und sind unter dem Strich erfolgreicher. Auf fundierten Informationen gegründete Geschäfts- und Investitionsentscheidungen sind mit größerer Wahrscheinlichkeit von Erfolg gekrönt.

Die angemessene Offenlegung nichtfinanzieller Informationen ist auch ein Eckpfeiler eines nachhaltigen Finanzwesens. Dies steht im Einklang mit dem Ziel der Kommission, im Rahmen der Kapitalmarktunion eine übergeordnete und umfassende EU-Strategie für ein nachhaltiges Finanzwesen zu entwickeln.

Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis, zuständig für den Euro und den sozialen Dialog, Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und die Kapitalmarktunion, erklärte: „Europa muss bei der umwelt- und nachhaltigkeitsorientierten Umgestaltung von Volkswirtschaften eine Vorreiterrolle übernehmen. Daher legen wir heute flexible Leitlinien für mehr Unternehmenstranparenz in allen Wirtschaftszweigen vor. Unternehmen handeln in ihrem eigenen Interesse, wenn sie relevante Angaben über ihr umweltbezogenes und soziales Engagement offenlegen. Damit ist sowohl Investoren als auch Gläubigern und der Gesellschaft im Ganzen gedient.“

Mit der heutigen Annahmen der Leitlinien werden die bestehenden EU-Vorschriften über nichtfinanzielle Berichterstattung ergänzt (Richtlinie 2014/95/EU). Unternehmen, die in den Anwendungsbereich dieser Richtlinie fallen, müssen künftig einschlägige Angaben über Grundsätze, Risiken und Ergebnisse in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie Vielfalt in den Leitungs- und Kontrollorganen offenlegen.

In den vorgeschlagenen Leitlinien schlagen sich sowohl bewährte Praktiken als auch die neuesten Entwicklungen nieder, einschließlich Erkenntnissen aus den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, dem Pariser Klimaabkommen, der vom Rat für Finanzstabilität ins Leben gerufenen Task-Force „Klimabezogene Finanzinformationen“ unter Federführung der Wirtschaft und aus den laufenden Arbeiten der von der Europäischen Kommission im Zuge der Initiative für eine Kapitalmarktunion eingesetzten Hochrangigen Sachverständigengruppe für ein nachhaltiges Finanzwesen. Die Leitlinien sind unverbindlich und bringen keinerlei Erweiterung des Geltungsbereichs der bestehenden Vorschriften mit sich. Auch unverhältnismäßiger Verwaltungsaufwand wird weiterhin vermieden.

Unternehmen, die eine nichtfinanzielle Erklärung verfassen, können sich jedoch auf die Leitlinien stützen.

Hintergrund

Die Richtlinie 2014/95/EU über die Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen durch bestimmte große Unternehmen und Gruppen ist am 6. Dezember 2014 in Kraft getreten. Die betroffenen Unternehmen müssen die Richtlinie ab 2018 auf Informationen ab dem Geschäftsjahr 2017 anwenden. Die Mitgliedstaaten mussten sie bis zum 6. Dezember 2016 in ihre innerstaatliche Gesetzgebung umsetzen.

Unternehmen dürften durch die verbesserte Transparenz sowohl in finanzieller als auch in nichtfinanzieller Hinsicht krisenfester und leistungsfähiger werden. Mit der Zeit wird dies zu robusterem Wachstum und einer stabileren Beschäftigungslage sowie zur Stärkung des Vertrauens von Interessenträgern, einschließlich der Investoren und Verbraucher, führen. Wie in der Folgenabschätzung zur Richtlinie 2014/95/EU zum Ausdruck kommt, lässt sich eine transparente Unternehmenstätigkeit auch gut mit längerfristigen Investitionen vereinbaren.

Die Verpflichtung zur Offenlegung nichtfinanzieller Informationen gilt für bestimmte große Unternehmen mit über 500 Beschäftigten. Dadurch wird der Verwaltungsaufwand so gering wie möglich gehalten. Die Richtlinie gewährt den Unternehmen in Bezug auf die Form der Offenlegung ein hohes Maß an Flexibilität, d. h. die Angaben können in der aus Unternehmenssicht sinnvollsten Weise aufbereitet werden, auch als gesonderter Bericht. Der Aufwand, der den Unternehmen im Zusammenhang mit der Richtlinie entsteht, ist sowohl dem Wert und Nutzen der Angaben als auch der Größe und Komplexität der Unternehmen angemessen.

Weitere Informationen:

Richtlinie 2014/95/EU im Hinblick auf die Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen durch bestimmte große Unternehmen und Gruppen

Allgemeine Informationen über nichtfinanzielle Erklärungen

Informationen über nachhaltige Finanzierung und die Hochrangige Sachverständigengruppe für ein nachhaltiges Finanzwesen

IP/17/1702

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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