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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Initiative für die Jugend: Kommission legt Strategie für hochwertige, inklusive, zukunftsorientierte Bildung vor

Brüssel, 30. Mai 2017

Die Kommission hat heute neue Initiativen zur Schul- und Hochschulbildung verabschiedet, darunter einen Vorschlag zur Werdegang-Nachverfolgung, mit dem die Mitgliedstaaten bei der Erhebung von Daten unterstützt werden sollen, um nachzuverfolgen, welche Tätigkeiten Absolventinnen und Absolventen nach ihrem Bildungsabschluss ausüben.

Das übergeordnete Ziel der Initiativen lautet, die Mitgliedstaaten bei der Bereitstellung hochwertiger und inklusiver Bildung für alle jungen Menschen zu unterstützen. Erreicht werden soll dies durch eine Reihe konkreter Maßnahmen, damit junge Menschen die Kenntnisse und Kompetenzen erwerben, die sie für eine umfassende Teilhabe an der Gesellschaft benötigen, damit sie auf neue Chancen und Herausforderungen — zum Beispiel im Zuge der Globalisierung und des technologischen Wandels — reagieren und ihre Bildung an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes ausrichten können.

Der für Arbeitsplätze, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit zuständige Vizepräsident, Jyrki Katainen, erklärte: „Das Humankapital ist Europas einziger dauerhafter Wettbewerbsvorteil. Hochwertige Bildung, die allen offen steht, ist entscheidend für Europas Zukunft und bildet das Fundament offener und prosperierender Gesellschaften. Sie ist wichtig, damit junge Menschen fest im Leben stehen können. Das heute verabschiedete Paket konzentriert sich auf die Jugend Europas und die Modernisierung der Bildung. Es reicht vom Bereich der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung über die Schule bis zur Hochschul- und Berufsbildung und legt das Fundament für fortwährendes Lernen ein Leben lang.“

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, sagte: „Gute Bildung legt den Grundstein für die persönliche Entwicklung und eine aktive Bürgerschaft. Sie bildet den Ausgangspunkt für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn und den besten Schutz vor Arbeitslosigkeit und Armut. Damit jede und jeder Einzelne und die Gesellschaft als Ganzes auch Nutzen aus diesen Vorteilen ziehen können, brauchen wir EU-weit hochwertige Bildungssysteme. Die heute vorgestellten Initiativen und die laufende Unterstützung durch die EU wird den Mitgliedstaaten und Bildungsanbietern helfen, die erforderlichen Schritte zu ergreifen, um die Chancen für alle jungen Menschen in Europa zu verbessern und zum Aufbau gerechter und stabiler Gesellschaften beizutragen.“

Junge Menschen benötigen eine breite Palette an Kompetenzen, damit sie — unabhängig davon, aus welchen Verhältnissen sie stammen — im Leben gut vorankommen, einen erfüllenden Beruf finden und sich als Bürgerinnen und Bürger engagieren können. Bildung spielt insofern eine Schlüsselrolle, als sie ihnen dafür die bestmöglichen Voraussetzungen gibt. Allerdings ist Handeln gefragt, um die Qualität und Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme in Europa zu verbessern, damit sie mit gesellschaftlichen Veränderungen mithalten können und allen Kindern und jungen Menschen zur Verfügung stehen. Entscheidungen im Bildungsbereich werden auf nationaler und regionaler Ebene getroffen. Die EU unterstützt die Mitgliedstaaten, wahrt dabei jedoch das Subsidiaritätsprinzip.

Mit Blick auf die Schulen ergibt die Faktenlage in den Mitgliedstaaten drei Bereiche, in denen gehandelt werden muss und in denen Unterstützung seitens der EU zur Bewältigung wichtiger Herausforderungen beitragen kann:

  • Steigerung der Qualität und Inklusivität von Schulen;
  • Unterstützung herausragender Lehrkräfte und Schulleitungen;
  • Verbesserung der Governance der schulischen Bildungssysteme.

Ergänzend zu den von den Mitgliedstaaten in den erwähnten drei Bereichen ergriffenen Maßnahmen schlägt die Kommission vor, das Voneinander-Lernen zu fördern, die Faktenlage darüber, was im Bildungsbereich funktioniert, zu stärken und nationale Reformen in Mitgliedstaaten, die dies wünschen, zu unterstützen. Diese Unterstützung würde zum Beispiel Folgendes umfassen: Förderung der Kompetenzentwicklung und des interkulturellen Lernens durch Schulpartnerschaften, Mobilitäts- und eTwinning-Projekte im Rahmen von Erasmus+; Stärkung des Peer Learnings in Bezug auf die Laufbahnmöglichkeiten und die berufliche Weiterentwicklung von Lehrkräften sowie Schulleiterinnen und Schulleitern sowie Einrichtung eines neuen Unterstützungsmechanismus für Mitgliedstaaten, die Hilfe bei der Entwicklung und Umsetzung von Bildungsreformen anfordern.

Die neue Strategie für die Hochschulbildung baut auf der Modernisierungsagenda von 2011 auf. In der heute verabschiedeten Mitteilung legt die Kommission ihre Pläne für vier prioritäre Bereiche dar:

  • Absolventinnen und Absolventen sollen nach ihrem Abschluss über die Kompetenzen verfügen, die sie und die moderne Wirtschaft benötigen;
  • die Hochschulsysteme sollen inklusiv werden;
  • Hochschuleinrichtungen sollen zur Innovation in den übrigen Bereichen der Wirtschaft beitragen;
  • Hochschuleinrichtungen und Regierungen sollen unterstützt werden, um die zur Verfügung stehenden Human- und Finanzressourcen bestmöglich zu nutzen.

Damit der Hochschulbereich zu mehr Wachstum und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen kann, müssen die Universitäten ihre Studienpläne an die derzeitigen und die antizipierten Erfordernisse der Wirtschaft und der Gesellschaft anpassen. Darüber hinaus benötigen angehende Studierende aktuelle, zuverlässige Informationen, die ihnen bei der Studienwahl helfen. Daher legt die Kommission gleichzeitig – als Teil der neuen europäischen Agenda für Kompetenzen – einen Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zur Werdegang-Nachverfolgung vor, der neben Hochschul- auch Berufsbildungsabsolventinnen und ‑absolventen abdeckt. Auf diese Weise werden die nationalen Behörden ermutigt und unterstützt, die Qualität und Verfügbarkeit von Daten über den Berufs- oder den weiteren Bildungsweg dieser Absolventinnen und Absolventen zu verbessern.

Außerdem hat die Kommission heute einen Vorschlag vorgelegt, um eine eigene Rechtsgrundlage für das Europäische Solidaritätskorps zu schaffen und dessen Mittelausstattung für die kommenden drei Jahre festzulegen.

Hintergrund

In der am 7. Dezember 2016 verabschiedeten Initiative Investieren in Europas Jugend hat die Kommission eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, die den Mitgliedstaaten helfen sollen, allen jungen Menschen Zugang zu hochwertiger Bildung zu bieten. Mit dieser Initiative ist die Kommission Verpflichtungen eingegangen, die sie vor allem mit Blick auf die Verbesserung und Modernisierung der Bildung mit den heute vorgelegten Initiativen einhält. Das Paket umfasst eine Reihe von Maßnahmen, die den Mitgliedstaaten und Einrichtungen helfen sollen, allen jungen Menschen Zugang zu hochwertiger Bildung zu bieten, gemäß dem ersten Grundsatz der Europäischen Säule sozialer Rechte, der besagt, dass jeder Mensch das Recht auf hochwertige und inklusive Bildung, Ausbildung und lebenslanges Lernen hat.

Diese Maßnahmen entsprechen auch den Zielsetzungen der Erklärung von Rom (25. März 2017), in der sich die EU-Staats- und Regierungschefs zu „einer Union, in der junge Menschen die beste Bildung und Ausbildung erhalten und auf dem gesamten Kontinent studieren und Arbeit finden können“ verpflichtet haben, und dem von der Kommission am 10. Mai 2017 verabschiedeten Reflexionspapier „Globalisierung meistern“ sowie dem Reflexionspapier zur sozialen Dimension Europas vom 26. April 2017, in denen auf die zentrale Rolle der allgemeinen und beruflichen Bildung für die Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunft der Volkswirtschaften und Gesellschaften Europas verwiesen wird.

Die jüngsten Ergebnisse der Erhebung Programme for International Student Assessment (PISA) verweisen auf Schwächen in der Kompetenzentwicklung auf Ebene der schulischen Bildung. Schulen könnten auch bei der Förderung sozialer Fairness eine stärkere Rolle spielen und auch ihre Reaktionsfähigkeit auf den rasanten technologischen und digitalen Wandel verbessern, der tiefgreifende Auswirkungen auf unsere Volkswirtschaften und Gesellschaften hat. Zusätzlich zu diesen Aufgaben können Hochschuleinrichtungen die Wirtschaft in der Region stärken, in der sie verankert sind; darüber hinaus sind Hochschuleinrichtungen ein wichtiger Motor für Innovation.

Weitere Informationen

MEMO/17/1402 – Fragen und Antworten

Factsheet zur Schulentwicklung

Factsheet zur Modernisierung der Hochschulbildung

Weitere Informationen zur Mitteilung und Arbeitsunterlagen der Kommissionsdienststellen

Schulpolitik: http://ec.europa.eu/education/policy/school_de

Hochschulpolitik: http://ec.europa.eu/education/policy/higher-education_de

IP/17/1401

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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