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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Europäischer Dialog über Kompetenzen und Migration: Arbeitgeber und Kommission setzen sich gemeinsam für die Integration von Migranten ein

Brüssel, 23. Mai 2017

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Heute richten der EU-Kommissar für Migration, Inneres und Bürgerschaft, Dimitris Avramopoulos, und die EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, Marianne Thyssen, im Rahmen des Europäischen Wirtschaftsgipfels das zweite Treffen des Europäischen Dialogs über Kompetenzen und Migration aus.

In Anwesenheit von leitenden und hochrangigen Vertretern mehrerer Unternehmen, die sich – wie z. B. IKEA, Deutsche Telekom, NCC, Accenture, Bpost, Scandic Hotels ADECCO und Microsoft – für die Förderung der Integration von Migranten einsetzen, sowie von Vertretern der Sozial- und Wirtschaftspartner brachten die Kommissionsmitglieder die Initiative „Arbeitgeber gemeinsam für Integration“ (Employers together for integration) offiziell auf den Weg. Im Rahmen dieser Initiative sollen die Bemühungen von Arbeitgebern in der EU zur Unterstützung der Integration von Flüchtlingen und anderen Migranten in den Arbeitsmarkt und in weiteren Bereichen gefördert werden.

Dimitris Avramopoulos, EU-Kommissar für Migration, Inneres und Bürgerschaft, erklärte: „Integration muss eine Erfolgsgeschichte werden. Das ist nicht nur eine soziale, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Nur bei einer erfolgreichen Integration aller Migranten in der EU bietet die Migration Chancen für alle – für die Betroffenen wie auch für die europäische Gesellschaft und Wirtschaft. Die Arbeitgeber spielen dabei eine entscheidende Rolle. Ihr Engagement ist unverzichtbar. Ich begrüße die zahlreichen Anstrengungen, die in Europa unternommen werden, und rufe weitere Arbeitgeber dazu auf, sich zu engagieren und sich der heute auf den Weg gebrachten Initiative ,Arbeitgeber gemeinsam für Integration‘ anzuschließen.“

Die für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität zuständige EU-Kommissarin Marianne Thyssen fügte hinzu: „Das heutige Forum stellt unsere Entschlossenheit unter Beweis, durch die Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern unsere Kräfte zu bündeln. Unsere wichtigste Aufgabe ist es nun, die Herausforderung anzunehmen und die Chancen zu nutzen, die die Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt bietet. Dies kann und sollte für alle Beteiligten von Vorteil sein.“

Peter Wågström, CEO von NCC, berichtete aus seinem Unternehmen: „NCC führt derzeit eine Reihe vielversprechender Projekte zur Förderung der Integration und Vielfalt durch. Wir tun dies vor allem, weil wir mehr Menschen mit den richtigen Kompetenzen brauchen und weil wir glauben, dass Vielfalt in den Unternehmen zu besseren Ergebnissen führen kann. Gleichzeitig wollen wir einen Beitrag zum Aufbau einer inklusiveren Gesellschaft leisten.“

Koen Van Gerven, CEO von Bpost, erklärte: „Bpost ist ein wichtiger Arbeitgeber in Belgien. Wir wollen allen die Möglichkeit bieten, für uns zu arbeiten. Das gilt auch für Flüchtlinge, Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte. Daher haben wir gemeinsam mit mehreren Partnern eine pragmatische und sozial verantwortungsvolle Beschäftigungspolitik entwickelt, um unser ehrgeiziges Ziel der sozialen Integration zu erreichen.“

Jo Deblaere, Leiter des operativen Geschäfts und für Europa zuständiges Vorstandsmitglied von Accenture, betonte: „Beschäftigung ist von entscheidender Bedeutung, damit die Flüchtlinge wieder Eigenverantwortung übernehmen können. Selbst wenn sie über Berufserfahrung und höhere Bildung verfügen, ist es für sie oft schwierig, wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Accenture möchte den Flüchtlingen helfen, wieder eine ihren Kompetenzen entsprechende Beschäftigung zu finden. Wir sind stolz darauf, die Initiative der Kommission zu unterstützen, damit diese Menschen wieder selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können und unabhängig werden.“ 

Birgit Klesper, Senior Vice President Group Corporate Responsibility der Deutsche Telekom AG, vertrat folgende Auffassung: „Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche gesellschaftliche Integration ist die Integration in den Arbeitsmarkt. Dies gilt für ganz Europa und kann nur durch Einbeziehung vieler Interessenträger gelingen. Wenn wir alle – Politiker, Entscheidungsträger, Zivilgesellschaft und Wirtschaft – an einem Strang ziehen, wird eine große Herausforderung zu einer großen Chance.“

Hintergrund

Der Europäische Dialog über Kompetenzen und Migration wurde 2016 ins Leben gerufen, um den Austausch zwischen der Kommission und den Wirtschafts- und Sozialpartnern, insbesondere den Arbeitgebern, zum Thema Migration von Arbeitskräften zu fördern. Schwerpunktthema des zweiten Dialogtreffens am 23. Mai 2017 ist die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen und anderen aufenthaltsberechtigten Migranten.

Studien weisen darauf hin, dass für Personen aus Drittstaaten immer noch Hindernisse für den Zugang zum Arbeitsmarkt bestehen. Im Jahr 2016 lag die Beschäftigungsquote von Drittstaatsangehörigen 15,2 Prozentpunkte niedriger als bei Unionsbürgern. Besonders niedrig waren die Beschäftigungsquoten von Frauen aus Drittstaaten. Einwanderer aus Drittstaaten sind häufig unterbeschäftigt, auch wenn sie ein Hochschuldiplom vorweisen können.[1]

Sollte es nicht gelingen, das Potenzial von Drittstaatsangehörigen in der EU zu erschließen, so wäre dies nicht nur aus Sicht der Betroffenen, sondern auch für unsere Wirtschaft und Gesellschaft eine enorme Verschwendung von Ressourcen. Gut integrierte Migranten können zu einer besseren Gesamtleistung des Arbeitsmarkts und auf lange Sicht zur Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen beitragen.[2]

Aus diesem Grund hat die Kommission am 7. Juni 2016 einen Aktionsplan für die Integration von Drittstaatsangehörigen angenommen, um die Integrationsbemühungen der Mitgliedstaaten zu unterstützen. Integration kann nur dann erfolgreich sein, wenn alle relevanten Akteure – EU-Organe, nationale und lokale Behörden, zivilgesellschaftliche Organisationen – ihre Aufgaben erfüllen. Im Hinblick auf die Eingliederung in den Arbeitsmarkt spielen die Wirtschafts- und Sozialpartner, insbesondere die Arbeitgeber, eine entscheidende Rolle. Auf nationaler Ebene gibt es bereits zahlreiche Initiativen von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Handelskammern. Daher möchte die Kommission beim zweiten Treffen im Rahmen des Europäischen Dialogs über Kompetenzen und Migration Arbeitgebern und anderen Wirtschafts- und Sozialpartnern Gelegenheit zum Austausch über ihre derzeitigen und künftigen Initiativen in diesem Bereich geben.

Im Rahmen der Initiative „Arbeitgeber gemeinsam für Integration“ möchte die Kommission die Integrationsbemühungen konkreter Arbeitgeber sichtbar machen und auch andere Unternehmen dazu aufrufen, sich daran zu beteiligen. Ab heute können interessierte Arbeitgeber sich der Initiative auf der Website der Generaldirektion Migration und Inneres der Europäischen Kommission anschließen.

Außerdem führt die Kommission Folgemaßnahmen zur neuen europäischen Agenda für Kompetenzen durch, um mehr Transparenz hinsichtlich der Qualifikationen von Drittstaatsangehörigen zu schaffen, um Geringqualifizierten eine Weiterqualifizierung zu ermöglichen und um die Anerkennung von Qualifikationen zu vereinfachen. In Kürze wird ein Instrument auf den Weg gebracht werden, das für die Anerkennung von Qualifikationen von Migranten aus Drittländern eingesetzt werden soll.

Das wichtigste Instrument zur Förderung der Arbeitsmarktintegration, auch von Migranten, ist der Europäische Sozialfonds (ESF). Zudem können über den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) Mittel für vorbereitende Maßnahmen, die den Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen sollen, bereitgestellt werden. Im zweiten Halbjahr 2017 wird eine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen des AMIF veröffentlicht werden, um Initiativen von Arbeitgebern und Sozialpartnern zur Förderung der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen und anderen Migranten zu unterstützen.

Weitere Informationen:

Website zum Europäischen Dialog über Kompetenzen und Migration

Beitritt zur Initiative „Arbeitgeber zusammen für Integration“

Aktionsplan der Kommission für die Integration von Drittstaatsangehörigen

EU-Website zur Integration

Verzeichnis vielversprechender Praktiken für die Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen in Arbeitsmarkt und Gesellschaft in den EU-Mitgliedstaaten

 

[1]Eurostat, EU-Arbeitskräfteerhebung.

[2] An Economic Take on the Refugee Crisis (Die Flüchtlingskrise unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten), GD ECFIN, Institutional Paper, Juli 2016 https://ec.europa.eu/info/sites/info/files/file_import/ip033_en_2.pdf

IP/17/1386

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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