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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Die EU schützt die Bürgerinnen und Bürger vor giftigem Quecksilber und ebnet den Weg für globales Handeln

Brüssel, 18. Mai 2017

Die Europäische Union hat heute am Sitz der Vereinten Nationen in New York das Inkrafttreten des weltweiten Vertrags zur Verringerung der Exposition gegenüber Quecksilber bewirkt.

Durch die Ratifizierung des Übereinkommens von Minamata über Quecksilber wird die führende Rolle bekräftigt, die Europa weltweit beim Schutz der Gesundheit der Bürger und der Umwelt einnimmt.

Auf Initiative der EU wurde das Übereinkommen von Minamata über Quecksilber – der neue weltweite Vertrag über Quecksilber – ausgehandelt und 2013 abgeschlossen. Die EU verfolgt beim Schutz vor Quecksilber eine besonders ehrgeizige Strategie. Da jedoch 40 % bis 80 % des in Europa abgelagerten Quecksilbers aus Quecksilberemissionen in anderen Teilen der Welt stammen, muss auf internationaler Ebene entschlossen gehandelt werden, um die Gesundheit unserer Bürger zu schützen.

Hierzu Karmenu Vella, Kommissar für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei: „Der neue weltweite Vertrag über Quecksilber wird dazu beitragen, Millionen von Menschen weltweit vor der Belastung durch dieses giftige Schwermetall zu schützen. Mit der Ratifizierung hat die EU den entscheidenden Beitrag für sein Inkrafttreten geleistet. Dies ist ein großer Erfolg der Umweltdiplomatie der EU. Die Ratifizierung unterstreicht das Engagement Europas für ein entschiedenes und abgestimmtes Handeln auf internationaler Ebene.“

Das Übereinkommen von Minamata – benannt nach dem Ort, an dem die bislang schlimmsten Schäden durch Quecksilberbelastung entstanden – verschärft nicht nur die Umweltstandards weltweit, sondern wird auch zur Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen beitragen, da in allen großen Volkswirtschaften ähnliche Umweltauflagen wie bereits heute in der EU gelten werden.

Schwangere, Säuglinge und Kinder sind durch Quecksilber in der Nahrungskette besonders gefährdet. Das Übereinkommen wird langfristig einen erheblichen Rückgang ihrer Belastung bewirken, beispielweise indem die Verwendung von Amalgamfüllungen für diese gefährdeten Personenkreise verboten wird.

Da die EU in den Verhandlungen über das Übereinkommen von Minamata eine maßgebliche Rolle spielte, ist dessen Inhalt weitgehend durch die Rechtsvorschriften der Union geprägt. Dank der Vorschriften der Quecksilber-Verordnung ist die EU außerdem auf dem besten Wege, die erste quecksilberfreie Wirtschaft zu werden. So wird u. a. der Verwendung von Quecksilber in sämtlichen industriellen Verfahren ein Ende gesetzt und die neue Verwendung von Quecksilber in Erzeugnissen und der Industrie verboten, sofern nicht nachgewiesen werden kann, dass es zum Schutz von Gesundheit und Umwelt erforderlich ist.

Die erste Tagung der Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens von Minamata über Quecksilber findet vom 24. bis 29. September 2017 in Genf (Schweiz) statt. Dabei wird im Rahmen des Tagungsteils auf hoher Ebene am 28. und 29. September das Engagement der internationalen Gemeinschaft für das Übereinkommen von Minamata gewürdigt.

Hintergrund

Quecksilber ist ein chemischer Stoff mit nervenschädigender Wirkung, der in industriellen Verfahren und in einer Vielzahl von Erzeugnissen wie Batterien und Thermometern verwendet wird. In die Umwelt freigesetztes Quecksilber gelangt in die Nahrungskette, wo es vor allem in Fisch akkumuliert. Die Belastung mit großen Mengen von Quecksilber kann Hirn, Lunge, Nieren und das Immunsystem schädigen.

In den vergangenen zwanzig Jahren hat die EU eine Vielzahl von Rechtsvorschriften ausgearbeitet, die alle Aspekte des Lebenszyklus von Quecksilber vom primären Quecksilberbergbau bis zur Abfallentsorgung, einschließlich Maßnahmen in den Bereichen Handel, quecksilberhaltige Erzeugnisse und Quecksilberbelastung, abdecken.

Weitere Informationen:

Fragen und Antworten zur Quecksilberpolitik der EU und zum Übereinkommen von Minamata

Wortlaut des Übereinkommens von Minamata und Stand der Ratifizierung

Quecksilberpolitik der EU

IP/17/1345

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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