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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionen: Kommission genehmigt Übernahme der alleinigen Kontrolle von ITP durch Rolls-Royce unter Auflagen

Brüssel, 19. April 2017

Die Europäische Kommission hat nach der EU-Fusionskontrollverordnung die geplante Übernahme des Herstellers von Luftfahrzeug-Triebwerkskomponenten ITP (Spanien) durch den Triebwerkshersteller Rolls-Royce (Vereinigtes Königreich) genehmigt. Die Genehmigung erfolgt mit der Auflage, dass Rolls-Royce einen Interessenkonflikt bezüglich des EPI-Triebwerkskonsortiums behebt.

Rolls-Royce ist zusammen mit ITP, MTU (Deutschland) und Safran (Frankreich) Mitglied des Konsortiums für Militärluftfahrzeugtriebwerke EPI (Europrop International GmbH). EPI konstruiert und fertigt die Triebwerke für den Antrieb des Airbus A400M, der mit dem Luftfahrzeug Lockheed Martin C-130J konkurriert, das mit Triebwerken von Rolls-Royce ausgerüstet ist.

Die Kommission hatte Bedenken, dass die Übernahme in ihrer ursprünglich angemeldeten Form es Rolls-Royce ermöglicht hätte, durch die Übernahme von ITP zusätzlichen Einfluss auf die Entscheidungsprozesse des EPI-Konsortiums in Angelegenheiten zu erlangen, die dessen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Transportflugzeug Lockheed Martin C-130J betreffen.

Zur Ausräumung dieser Bedenken bot Rolls-Royce Verpflichtungszusagen bezüglich der Governance-Regeln von EPI an, die den durch die Übernahme entstehenden Interessenkonflikt beseitigen und sicherstellen, dass das EPI-Konsortium wettbewerbsfähig bleibt.

Die Kommission untersuchte auch, ob die Beziehungen zwischen ITP und Rolls-Royce wettbewerbsrechtliche Bedenken aufwerfen. Insbesondere prüfte die Kommission, ob das fusionierte Unternehmen die Fähigkeit und den Anreiz hätte, die Lieferung von ITP-Triebwerkskomponenten an andere Hersteller von Luftfahrzeugtriebwerken, die mit Rolls-Royce konkurrieren, zu unterbinden. Die Kommission kam jedoch zu dem Schluss, dass Rolls-Royce nach dem Zusammenschluss weder die Fähigkeit noch den Anreiz dazu hätte.

Die Kommission schlussfolgerte, dass der Zusammenschluss in der durch die Verpflichtungszusagen geänderten Form keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken mehr aufwirft. Der Genehmigungsbeschluss ergeht unter der Bedingung, dass Rolls-Royce seine Verpflichtungszusagen in vollem Umfang einhält.

 

Unternehmen und Produkte

Rolls-Royce ist in der Entwicklung und Fertigung von Luftfahrzeugtriebwerken und Antriebssystemen für zivile und militärische Luft- und Raumfahrzeuge sowie für Anwendungen im Schifffahrts- und Energiebereich tätig.

ITP (Industria de Turbo Propulsores) ist ein 1989 errichtetes Gemeinschaftsunternehmen zwischen Rolls-Royce und dem spanischen Unternehmen SENER. ITP ist auf die Herstellung von Komponenten für Luftfahrzeugtriebwerke spezialisiert und unter anderem tätig in Konstruktion, Forschung und Entwicklung, Fertigung und Guss, Montage und Test von Komponenten für Luftfahrzeugtriebwerke.

ITP beliefert Rolls-Royce und andere Luftfahrzeugtriebwerkshersteller mit Triebwerkskomponenten, während Rolls-Royce hauptsächlich in der Produktion von Luftfahrzeugtriebwerken für Flugzeugzellenhersteller tätig ist.

 

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Routineprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Eine nicht vertrauliche Fassung des heutige Beschlusses wird auf der Webseite der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register unter der Nummer M.8242 veröffentlicht.

IP/17/1024

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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