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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Kommission startet „Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze“, um die Berufsaussichten für Europäer zu verbessern und ihnen den Alltag zu erleichtern

Brüssel, 1. Dezember 2016

Heute bringt die Kommission die „Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze“ auf den Weg, um zusammen mit Mitgliedstaaten, Unternehmen, Sozialpartnern, Nichtregierungsorganisationen und Bildungsanbietern dazu beizutragen, dass die starke Nachfrage nach digitalen Kompetenzen in Europa, die heutzutage auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft eine so große Rolle spielen, besser gedeckt werden kann.

Die Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze ist eine von zehn zentralen Initiativen, die die Kommission in der Europäischen Agenda für neue Kompetenzen im Juni dieses Jahres vorgestellt hat. Heute verpflichten sich eine Reihe von Partnern, darunter über 30 Organisationen und Vereinigungen wie die European Digital SME Alliance, ESRI, SAP und Google, im Rahmen der Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze die Kluft bei den digitalen Kompetenzen zu verringern. Die Kommission ruft weitere Akteure auf, sich der Koalition anzuschließen und ihrer Charta zuzustimmen. Die Mitglieder der Koalition sagen zu, dass sie die Kompetenzdefizite auf allen Ebenen angehen wollen, angefangen bei hochgradigem IKT-Spezialwissen bis hin zu den Kenntnissen, die alle europäischen Bürgerinnen und Bürger für den Alltag, die Arbeit und die Teilhabe an einer digitalen Wirtschaft und Gesellschaft benötigen. Dies ist sowohl für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie gegenüber der sich rasch weiterentwickelnden Konkurrenz als auch für die europäische Gesellschaft, an der im digitalen Zeitalter alle teilhaben sollen, von entscheidender Bedeutung.https://www.google.com/about/company/

Andrus Ansip, für den digitalen Binnenmarkt zuständiger Vizepräsident der Kommission, erklärte dazu: „Mehr Menschen den Aufbau digitaler Kompetenzen zu ermöglichen, ist wie ein Fahrschein in die digitale Wirtschaft. Wir können den digitalen Binnenmarkt in Europa nicht errichten, ohne das Defizit an digitalen Kompetenzen zu beheben. Der Start der Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze ist ein Meilenstein in unseren gemeinsamen Bemühungen, die digitalen Kompetenzen eines jeden in Europa zu verbessern.“

Günther H. Oettinger, der für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständige Kommissar, ergänzte: „Das Fehlen digitaler Kompetenzen bremst schon jetzt die Innovation und das Wachstum in Europa. Das betrifft nicht nur die IKT-Unternehmen, sondern Einrichtungen in allen Sektoren, ob privat oder öffentlich. Wir müssen dieses Hindernis beseitigen, um sicherzustellen, dass die Europäerinnen und Europäer die Arbeitsplätze erhalten, die sie verdienen, und dass unseren Unternehmen ein großes Reservoir an IT-Fachkräften zur Verfügung steht.“

Zu den digitalen Kompetenzen gehören verschiedene Fähigkeiten, die für die Bürgerinnen und Bürger wichtig sind, wie etwa das Finden von Informationen im Internet, die Kommunikation übers Internet oder die Erstellung digitaler Inhalte wie Kodierungsanwendungen. In Europa fehlt es in allen Branchen an digital qualifizierten Personen zur Besetzung freier Stellen. Bis 2020 werden bis zu 750 000 Spezialisten für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) gesucht werden. Hingegen liegt die Arbeitslosigkeit in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen in der EU bei fast 20 %. Mehr als ein Drittel der Erwerbsbevölkerung und rund 45 % der europäischen Bürgerinnen und Bürger verfügen lediglich über digitale Basiskompetenzen.

Der heutigen Eröffnungsveranstaltung in Brüssel werden Vizepräsident Ansip, Kommissar Oettinger, Kommissar Tibor Navracsics, der für Bildung, Kultur, Jugend und Sport zuständig ist, sowie Alexander De Croo, stellvertretender Premierminister Belgiens, beiwohnen.

Kommissar Oettinger hat außerdem die Preise an die vier Gewinner des Digital Skills Award 2016 überreicht.

Partner helfen bei der Verbesserung der digitalen Kompetenzen

Die neue Koalition baut auf der Arbeit der Großen Koalition für digitale Arbeitsplätze, der Kampagne eSkills for Jobs und der Strategie für allgemeine und berufliche Bildung 2020 auf. Seit 2013 ist es mit der Großen Koalition gelungen, die digitalen Kompetenzen von mehr als 2 Millionen Menschen mit Unterstützung von über 80 teilnehmenden Organisation zu verbessern und 13 nationale Koalitionen für digitale Kompetenzen in den Mitgliedstaaten einzurichten.

Drei neue nationale Koalitionen – in der Tschechischen Republik, in Estland und Slowenien – werden in Kürze auf den Weg gebracht und vier weitere sind im Entstehen. Ziel ist es, bis 2020 in allen Mitgliedstaaten nationale Koalitionen zu errichten.

Es wird davon ausgegangen, dass dank dieser Initiativen bis zum Jahre 2020 insgesamt Folgendes ermöglicht wird:

  • Ausbildung von 1 Million arbeitsloser junger Menschen zur Besetzung der freien Arbeitsplätze in der digitalen Wirtschaft durch Praktika, Lehren und Schulungsprogramme.
  • Unterstützung der Weiterqualifizierung und Umschulung der Arbeitskräfte und insbesondere konkrete Maßnahmen zur Unterstützung von KMU, die vor besonderen Herausforderungen stehen, wenn es darum geht, IT-Fachkräfte zu gewinnen und zu binden und ihre Mitarbeiter umzuschulen.
  • Modernisierung der allgemeinen und beruflichen Bildung, um allen Schülern und Lehrkräften die Möglichkeit zur Nutzung digitaler Tools und Materialien im Unterricht und beim Lernen zu geben und ihre digitalen Kompetenzen zu entwickeln und auszubauen.
  • Neuausrichtung und Nutzung der verfügbaren Finanzmittel zur Förderung der digitalen Kompetenzen und zur Sensibilisierung für die Bedeutung der digitalen Kompetenzen für die Beschäftigungsfähigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe.

Die Kommission wird die Arbeit der Koalition unterstützen, indem sie die Maßnahmen auf EU-Ebene koordiniert, Partnerschaften fördert und den Austausch bewährter Verfahren unterstützt.

Europäische Agenda für neue Kompetenzen

Die Europäische Agenda für neue Kompetenzen enthält zehn konkrete Initiativen zur Verbesserung der Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit der Menschen in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und Stakeholdern. Drei dieser Initiativen – die Kompetenzgarantie (die in „Weiterbildungspfade“ umbenannt wurde), der Vorschlag für die Überarbeitung des Europäischen Qualifikationsrahmens und die „Blaupause zur Branchenzusammenarbeit für Kompetenzen“ – wurden von der Kommission im Juni 2016 angenommen. Der Überarbeitungsvorschlag für den Europass-Rahmen wurde im Oktober 2016 angenommen. Am 5. Dezember 2016 wird Marianne Thyssen, Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, die Europäische Woche der beruflichen Kompetenzen eröffnen. Im Laufe der Woche finden eine Reihe von Veranstaltungen in Brüssel und den Mitgliedstaaten statt, mit denen die Attraktivität und das Image der beruflichen Aus- und Weiterbildung verbessert werden sollen. Die übrigen Maßnahmen der Kompetenz-Agenda werden 2017 anlaufen: Überarbeitung des Bezugsrahmens für Schlüsselkompetenzen, Instrument zur Erstellung von Kompetenzprofilen für Drittstaatsangehörige, Analyse und Austausch bewährter Verfahren zur Bekämpfung der Abwanderung von Fachkräften sowie Vorschlag zur Erfassung des beruflichen Werdegangs von Hochschulabsolventen.

Weitere Informationen

Gewinner des Digital Skills Award 2016

Koalition für digitale Kompetenzen und ArbeitsplätzeKonferenzprogramm

Europäische Agenda für neue Kompetenzen

Strategie für einen digitalen Binnenmarkt

IP/16/4081

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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