Navigation path

Left navigation

Additional tools

Europäische Kommission - Pressemitteilung

Kommissionsbericht: Fortschritte bei der Jugendgarantie und der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen

Straßburg, 4. Oktober 2016

Die Europäische Kommission hat heute eine Mitteilung vorgelegt, in der sie die wichtigsten Erfolge der Jugendgarantie und der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen (Youth Employment Initiative – YEI) seit dem Start 2013 darstellt.

Die Europäische Kommission hat heute eine Mitteilung vorgelegt, in der sie die wichtigsten Erfolge der Jugendgarantie und der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen (Youth Employment Initiative – YEI) seit dem Start 2013 darstellt und Schlussfolgerungen für die Verbesserung der Maßnahmen der EU und der Mitgliedstaaten zur Umsetzung nationaler Jugendgarantie-Programme zieht. Im vergangen Jahr hatte diese Kommission beschlossen, die Vorfinanzierungsmittel aus der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen zu erhöhen, um die Umsetzung der Jugendgarantie zu beschleunigen. In seiner Rede zur Lage der Union am 14. September 2016 betonte Kommissionspräsident Juncker seine Entschlossenheit, „die europäische Jugendgarantie [...] weiter [zu] verbreiten, um die Kompetenzen der Europäerinnen und Europäer zu verbessern, und [sich] dabei auf die Regionen und Jugendlichen [zu] konzentrieren, die am dringendsten Unterstützung benötigen.

Valdis Dombrovskis, für den Euro und den sozialen Dialog zuständiger Vizepräsident der Kommission, dazu: „Die Jugendgarantie ist jetzt europaweit Wirklichkeit, und die finanzielle Förderung durch die EU ist entscheidend für die weitere Unterstützung der Mitgliedstaaten bei ihren Bemühungen, junge Menschen wieder in Arbeit oder eine Ausbildung zu bringen. Die jungen Menschen sind unsere Zukunft, und wir sind gemeinsam dafür verantwortlich, jedem einzelnen von ihnen eine Möglichkeit zu geben, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.“

Marianne Thyssen, Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, erklärte: „Die Maßnahmen und Reformen im Rahmen der Jugendgarantie haben für mehr als 9 Millionen junge Menschen etwas zum Positiven verändert. Die Jugendgarantie hat wichtige Reformen der Bildungssysteme und der Arbeitsverwaltungen in den Mitgliedstaaten unterstützt und Partnerschaften gefördert, die jungen Menschen bessere Chancen eröffnen sollen. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit weiterem politischem Engagement, ausreichenden Ressourcen und Entschlossenheit die Früchte der bisherigen Arbeit ernten und die Ziele erreichen können, die wir alle anstreben. Deshalb hat die Kommission vor Kurzem vorgeschlagen, die Haushaltsmittel für die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen bis 2020 zu erhöhen.“

Die Jugendgarantie wurde im April 2013 in Form einer Empfehlung des Rates auf Vorschlag der Kommission angenommen. Sie ist die politische Zusage aller EU-Mitgliedstaaten, dafür zu sorgen,
dass allen jungen Menschen innerhalb eines Zeitraums von vier Monaten, nachdem sie arbeitslos werden oder die Schule verlassen, eine hochwertige Arbeitsstelle oder Weiterbildungsmaßnahme
oder ein hochwertiger Ausbildungs- oder Praktikumsplatz angeboten wird. Die gleichzeitig initiierte Beschäftigungsinitiative für junge Menschen ist das Hauptförderprogramm der EU zur Finanzierung der Jugendgarantie-Maßnahmen. Dabei sollen insbesondere Regionen unterstützt werden, in denen die Jugendarbeitslosigkeit über 25 % liegt. Darüber hinaus nutzen alle Mitgliedstaaten die ihnen zugewiesenen Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds zur Unterstützung der Jugendbeschäftigung.

In der heute vorgelegten Mitteilung werden die bisher erzielten Fortschritte erläutert und es wird aufgezeigt, dass die Jugendarbeitslosigkeit zwar nach wie vor in vielen Mitgliedstaaten ein gravierendes Problem ist, dass sich die Arbeitsmarktsituation junger Menschen in der EU aber seit 2013 insgesamt günstiger entwickelt hat als erwartet. Die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen in der EU ist seit 2013 um 1,4 Millionen zurückgegangen, und die derjenigen, die weder eine Beschäftigung haben noch eine Ausbildung absolvieren (NEETs - Not in Employment, Education or Training), ist um 900 000 gesunken.

Diese ermutigenden Trends lassen den Schluss zu, dass die Jugendgarantie, unterstützt durch die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen, in der Praxis etwas bewirkt hat. Rund 9 Millionen junge Menschen haben ein Angebot im Rahmen der Jugendgarantie angenommen, die meisten davon Stellenangebote.Außerdem hat die Jugendgarantie den politischen Wandel befördert und EU-weit zu Strukturreformen und innovativen Maßnahmen geführt.

 Die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen, für die auf EU-Ebene Mittel in Höhe von 6,4 Mrd. EUR für gezielte Maßnahmen mobilisiert wurden, hat die schnelle Umsetzung der Jugendgarantie in den Mitgliedstaaten und die direkte Unterstützung von 1,4 Millionen jungen NEETs in den Regionen mit der höchsten Jugendarbeitslosigkeit ermöglicht. Die von der Kommission 2015 vorgenommene 30%ige Erhöhung der Vorauszahlungen im Rahmen der Initiative an die förderfähigen Mitgliedstaaten – insgesamt rund 1 Mrd. EUR – hat maßgeblich dazu beigetragen, dass genügend Barmittel zur Verfügung standen, um die Maßnahmen vor Ort schneller in Gang zu setzen.

Angesichts dieser Fortschritte hat die Kommission vor Kurzem vorgeschlagen, die Haushaltsmittel für die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen zu erhöhen und zusätzlich 1 Mrd. EUR für die YEI bereitzustellen, die mit einer weiteren Milliarde aus dem Europäischen Sozialfonds aufgestockt wird. Mit diesen 2 Milliarden könnten bis 2020 eine Million mehr junge Menschen in den Mitgliedstaaten unterstützt werden, in denen die Jugendarbeitslosigkeit am höchsten ist. Diese Maßnahmen kommen zu den Finanzmitteln hinzu, die im Rahmen des ESF zur Verfügung gestellt werden.

In der heute vorgelegten Mitteilung wird die Notwendigkeit hervorgehoben, die Jugendgarantie zu beschleunigen und breiter aufzustellen und das Tempo bei der YEI-Umsetzung zu erhöhen. Es wird eingeräumt, dass mehr zur Unterstützung der „schwer erreichbaren“ jungen Menschen getan werden muss: Jugendliche, die nicht bei der öffentlichen Arbeitsverwaltung gemeldet sind, nur eine geringe Qualifikation besitzen, die Schule abgebrochen haben und denen etliche Faktoren (Armut, soziale Ausgrenzung, Behinderung und Diskriminierung) den Zugang zum Arbeitsmarkt versperren. Gleichzeitig ist die Qualität der Angebote und Leistungen für junge Menschen noch verbesserungsfähig.

Hintergrund

Die Jugendgarantie und die Beschäftigungsgarantie für junge Menschen wurden 2013 beschlossen. Sie sollen die Mitgliedstaaten bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit unterstützen und sind Teil einer breiter angelegten politischen Agenda zur Förderung der gesellschaftlichen Inklusion junger Menschen.

Kommissionspräsident Juncker erklärte dazu in seiner Rede zur Lage der Union am 14. September 2016: „Ich kann und werde nicht akzeptieren, dass Europa der Kontinent der Jugendarbeitslosigkeit ist und bleibt. Ich kann und werde nicht akzeptieren, dass die Millennium-Generation, die Generation Y, möglicherweise die erste Generation seit 70 Jahren ist, der es schlechter geht als ihren Eltern.[…] Wir werden die europäische Jugendgarantie auch weiter verbreiten, um die Kompetenzen der Europäerinnen und Europäer zu verbessern, und uns dabei auf die Regionen und Jugendlichen konzentrieren, die am dringendsten Unterstützung benötigen.

Wie in der Absichtserklärung von 2016 dargelegt, beabsichtigt die Kommission, ihre Maßnahmen zur allgemeinen Unterstützung junger Menschen zu intensivieren. Die Jugendgarantie-Instrumente sollten dabei uneingeschränkt als Teil einer breiter angelegten Initiative zum Einsatz kommen. So kündigte Kommissionspräsident Juncker in seiner Rede zur Lage der Union am 14. September 2016 die Einrichtung eines Europäischen Solidaritätskorps an. Das Korps, das sich auf die zentralen EU-Werte des Engagements und der Solidarität stützen wird, soll sozial denkenden jungen Menschen unter 30, unabhängig davon, ob sie in den Genuss der Jugendgarantie kommen oder nicht, die Möglichkeit geben, anderen zu helfen und neue Fähigkeiten und Erfahrungen zu erwerben, entweder in ihrem Heimatland oder in einem anderen Mitgliedstaat. Die Kommission wird ihre Ideen dazu bis Ende des Jahres vorlegen.

Die Empfehlung für eine Jugendgarantie wurde am 22. April 2013 vom EU-Ministerrat (siehe MEMO/13/152) auf der Grundlage eines von der Kommission im Dezember 2012 vorgelegten Vorschlags (siehe IP/12/1311 und MEMO/12/938) angenommen und vom Europäischen Rat auf seiner Tagung im Juni 2013 gebilligt.

Alle 28 Mitgliedstaaten haben Umsetzungspläne für die Jugendgarantie vorgelegt und die notwendigen Schritte unternommen, um ihre Jugendgarantie-Programme aufzustellen. In diesen Plänen werden die Schritte zur Umsetzung der Jugendgarantie aufgeführt, der Zeitrahmen für die wichtigsten Reformen und Maßnahmen abgesteckt, die Rolle der Behörden und anderer Partner sowie die Finanzierung beschrieben (Näheres hier). Die Kommission verfolgt die Umsetzung der nationalen Jugendgarantie-Programme im Rahmen des Europäischen Semesters.

Die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen wurde 2013 gestartet, um junge Menschen unter 25 in Regionen, in denen 2012 die Jugendarbeitslosigkeit über 25 % lag, gezielt zu unterstützen. Die YEI ist eine der Hauptfinanzierungsquellen für die Umsetzung der Jugendgarantie. Gegenwärtig erfüllen 20 Mitgliedstaaten die Kriterien für die YEI-Förderung.[1]

Ursprünglich war die YEI mit einem Etat von 6,4 Mrd. EUR für den Zeitraum 2014-2018 eingerichtet worden. Im Zuge der Halbzeitüberprüfung des EU-Haushalts 2014-2020 schlug die Kommission vor, die Mittelzuweisungen für die YEI um 1 Mrd. EUR zu erhöhen, die mit einer weiteren Milliarde aus dem Europäischen Sozialfonds aufgestockt werden sollte. Damit würden die YEI-Mittel bis 2020 um insgesamt 2 Mrd. EUR auf insgesamt 8,4 Mrd. EUR seit dem Start der Initiative im Jahr 2013 erhöht. Und dank erhöhter Fördermittel aus der Kohäsionspolitik werden mehrere Mitgliedstaaten, die YEI-Mittel erhalten können, die Möglichkeit haben, bis zu 2 Mrd. EUR mehr an ESF-Mitteln in Maßnahmen zur Jugendbeschäftigung zu investieren.

Die YEI ergänzt andere Aktionen auf nationaler Ebene, auch solche, die über den ESF gefördert werden. Neben der Unterstützung für einzelne Menschen kann der ESF zur Reform von Beschäftigung sowie Aus- und Weiterbildungseinrichtungen und -diensten beitragen. Im Zeitraum 2014-2020 investiert der ESF 6,3 Mrd. EUR direkt in Maßnahmen zur Jugendbeschäftigung und rund 27 Mrd. EUR in Bildungsmaßnahmen und ‑reformen.

2013 forderten die Staats- und Regierungschefs der EU die Kommission auf, 2016 darüber Bericht zu erstatten, inwieweit die „Jugendgarantie“ umgesetzt wurde und wie die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen funktioniert. Dem kommt sie mit dieser Mitteilung nach.

Weitere Informationen

MEMO: Fragen und Antworten: Mitteilung über die Jugendgarantie und die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen

Mitteilung: Die Jugendgarantie und die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen – Dreijahresbilanz

Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen: The Youth Guarantee and Youth Employment Initiative three years on

Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen: The Youth Guarantee and Youth Employment Initiative three years on (2/2)

Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen: Applying the Quality Framework for Traineeships

EU-Factsheet über die Jugendgarantie und der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen

Länder-Factsheets über die Jugendgarantie und der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen

Persönliche Erfahrungsberichte

Wo kann ich mich für die Jugendgarantie anmelden?

Factsheet: Die Jugendgarantie: Jetzt wird gehandelt

Factsheet: Addressing youth unemployment in the EU

Youth Employment Initiative funding map (Finanzierungsplan der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen)

Info-Blatt: Beschäftigungsinitiative für junge Menschen

Mitteilung über die Halbzeitüberprüfung des mehrjährigen Finanzrahmens

Kommissarin Thyssen auf Facebook und Twitter

Vizepräsident Dombrovskis auf Facebook und Twitter

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Inklusion

 

[1] Belgien, Bulgarien, Kroatien, Zypern, Tschechische Republik, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Vereinigtes Königreich.

IP/16/3216

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


Side Bar