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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Neuer Europass-Rahmen: Kompetenzen und Qualifikationen besser präsentieren

Straßburg, 4. Oktober 2016

Die Kommission hat heute einen Vorschlag zur Überarbeitung der Europass-Entscheidung angenommen. Der Europass umfasst eine Reihe von Instrumenten und Diensten zur Förderung der Transparenz von Kompetenzen und Qualifikationen in der gesamten Europäischen Union.

Die Kommission hat heute einen Vorschlag zur Überarbeitung der Europass-Entscheidung angenommen. Der Europass umfasst eine Reihe von Instrumenten und Diensten zur Förderung der Transparenz von Kompetenzen und Qualifikationen in der gesamten Europäischen Union. Die von der Kommission vorgeschlagenen Änderungen zielen darauf ab, diese Instrumente zu vereinfachen und sie an das digitale Zeitalter anzupassen. Zudem kommt eine neue Komponente hinzu, bei der Big Data genutzt wird, um Arbeitsmarktentwicklungen und den Qualifikationsbedarf zu erfassen und zu antizipieren.

Das wertvollste Gut Europas sind die Menschen: Sie sind diejenigen, die den Wohlstand schaffen. Ihre Kompetenzen sind die Triebfedern für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum in der vom schnellen Wandel geprägten globalen Wirtschaft. Der Europass ist eine der bekanntesten und am meisten genutzten europäischen Ressourcen im Bereich Kompetenzen. Seit seiner Einführung im Jahr 2005 wurden über 60 Millionen Europass-Lebensläufe erstellt, und jedes Jahr haben Hunderttausende von Lernenden in der gesamten EU den Diplomzusatz und die Zeugniserläuterung erhalten, wodurch ihre Qualifikationen im Ausland leichter verständlich und besser vergleichbar werden. Abgerundet wird dies durch Unterstützung vor Ort, die von Kontaktstellen in den Mitgliedstaaten geleistet wird.

Auf diesem erfolgreichen Konzept – einfach zu verwendende Instrumente, die den Menschen dabei helfen, ihre Kompetenzen und Qualifikationen in allen Amtssprachen der EU darzustellen – wird auch der neue Europass-Rahmen aufbauen. Er wird unter anderem Folgendes umfassen: ein verbessertes Tool zur Erstellung von Lebensläufen und Kompetenzprofilen, kostenlose Selbstbewertungsinstrumente zur Beurteilung der eigenen Kompetenzen, maßgeschneiderte Informationen über Lernangebote in ganz Europa, Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Qualifikationen sowie aufbereitete Informationen darüber, welche Kompetenzen am meisten auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind und wo dies der Fall ist. Um den Informationsaustausch zu erleichtern und den Endnutzern einen besser integrierten Service zu bieten, wird der neue Europass-Rahmen zudem mit anderen EU-Instrumenten und ‑Diensten in den Bereichen Beschäftigung und (Berufs-)Bildung verknüpft, z. B. dem EURES-Portal zur beruflichen Mobilität.
Nationale Anlaufstellen bieten den Menschen weiterhin individuelle Beratung und Orientierungshilfe im Kompetenz- und Qualifikationsdschungel.

Die für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität zuständige Kommissarin Marianne Thyssen erklärte: „Kompetenzen ebnen den Weg zum Wohlstand und sind ein Schlüsselfaktor, um einen hochwertigen Arbeitsplatz zu finden. Diejenigen, die sich die richtigen Kompetenzen aneignen, können ihr Potenzial als selbstbewusste, aktive Bürgerinnen und Bürger in einer Arbeitswelt im Wandel voll ausschöpfen. Mit dem neuen Europass-Rahmen erhalten die Menschen Instrumente, um ihre Kompetenzen benutzerfreundlich zu präsentieren und auf Informationen und Unterstützungsdienste zuzugreifen, sodass sie fundierte Entscheidungen für ihren Bildungs- und Berufsweg in ganz Europa treffen können.“

Die Überarbeitung des Europasses ist Teil der neuen europäischen Agenda für Kompetenzen, die am 10. Juni 2016 vorgestellt wurde.

Hintergrund

Der Europass-Rahmen

Das einheitliche europäische Rahmenkonzept zur Förderung der Transparenz bei Qualifikationen (Europass) wurde mit der Entscheidung Nr. 2241/2004/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Dezember 2004 festgelegt.

Das allgemeine Ziel der Initiative besteht darin, die Mobilität der Menschen in Europa – auch zu Bildungs- und Beschäftigungszwecken – zu fördern. Sie schärft das Bewusstsein für Instrumente, mit denen Kompetenzen und Qualifikationen veranschaulicht werden können, und erleichtert den Zugang zu diesen Instrumenten. Hiervon profitieren Lernende, Arbeitsuchende, Arbeitnehmer und Arbeitgeber ebenso wie Bildungs- und Berufsbildungseinrichtungen.

Kernstück des Europass ist eine Reihe von Dokumentvorlagen:

  • Der Europass-Lebenslauf ermöglicht es allen Bürgerinnen und Bürgern, ihre Qualifikationen, Berufserfahrungen, Fähigkeiten und Kompetenzen darzustellen.
  • Das Europass-Sprachenportfolio (ESP) dient zur Veranschaulichung von Sprachkenntnissen.
  • Die Europass-Zeugniserläuterung (ECS) wird von den für die berufliche Aus- und Weiterbildung zuständigen Behörden ausgestellt. Als Anlage zum Berufsabschlusszeugnis erleichtert sie dessen Verständnis mittels ergänzender Informationen; dies nützt insbesondere Arbeitgebern und Einrichtungen außerhalb des Landes, in dem das Zeugnis ausgestellt wurde.
  • Der Europass-Diplomzusatz (EDS) wird von den Hochschuleinrichtungen ausgestellt und dem Abschlusszeugnis beigefügt, um dessen Verständnis zu erleichtern; dies ist vor allem für Akteure außerhalb des Landes, in dem der Hochschulabschluss erworben wurde, von Interesse.
  • Im Europass-Mobilitätsnachweis (EMD) können in anderen europäischen Ländern absolvierte organisierte Lernphasen oder Ausbildungszeiten dokumentiert werden. Das Dokument wird von der entsendenden und der aufnehmenden Organisation ausgefüllt.

Seit 2005 hat die Europass-Website mehr als 126 Millionen Besuche verzeichnet. Es wurden über 93 Millionen Dokumentvorlagen heruntergeladen, und über 60 Millionen Europass-Lebensläufe – mit Abstand die erfolgreichste Komponente – wurden online erstellt.

Im Jahr 2013 wurde eine Bewertung des Europass-Rahmens durchgeführt, die den Erfolg der Initiative veranschaulichte. Die Europass-Dokumente werden von allen Interessengruppen genutzt und haben zahlreichen Menschen beim Arbeitsplatz- oder Wohnortwechsel geholfen (über 60 % der Befragten gaben an, dass der Lebenslauf, der Sprachenpass und die Zeugniserläuterung hierbei eine wichtige Rolle spielten). Gleiches gilt für die Wahrnehmung von Lernangeboten, beispielsweise die Zulassung zu Bildungseinrichtungen (hier waren die Zeugniserläuterung für 46 % der Nutzer, das Sprachenportfolio für 50 % der Nutzer und in geringerem Maße auch die anderen Vorlagen hilfreich).

Zudem spielte der Europass auch bei der Mobilität innerhalb der nationalen Grenzen eine wichtige Rolle (40 % der befragten Nutzer waren innerhalb ihres Landes mobil). In einigen Ländern sind die Dokumente inzwischen weitverbreitet, etwa in Italien und Spanien, wo eine überdurchschnittliche Nutzung des Lebenslaufs zu verzeichnen ist. In Frankreich wurde der Europass-Mobilitätsnachweis angepasst, damit Einzelpersonen ihn zur Erstellung eines Kompetenzprofils verwenden können.

Nützliche Links

Siehe auch MEMO/16/3212

Homepage von Kommissarin Thyssen

Marianne Thyssen auf Facebook und Twitter

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IP/16/3213

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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