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Europäische Kommission - Pressemitteilung

EU drängt anlässlich des Weltgipfels zum Artenschutz auf weitere Verschärfung der Vorschriften über den Handel mit wild lebenden Tier- und Pflanzenarten

Brüssel, 23. September 2016

Am 24. September werden sich Vertreter von 182 Ländern und der EU auf der 17. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens der Vereinten Nationen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten (CITES CoP17) im südafrikanischen Johannesburg versammeln, um konkrete Maßnahmen zum besseren Schutz einiger der am stärksten gefährdeten Arten unseres Planeten zu vereinbaren.

Die EU nimmt erstmals als ordentliches Mitglied des CITES an dieser Konferenz teil und wird sich gemäß dem EU-Aktionsplan zur Bekämpfung des illegalen Artenhandels für strengere Maßnahmen auf internationaler Ebene einsetzen. Sie unterstützt nachdrücklich eine Aufrechterhaltung des Verbot des Elfenbeinhandels.

Die 17. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens der Vereinten Nationen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten (CITES CoP17) wird vom 24. September bis zum 5. Oktober 2016 im südafrikanischen Johannesburg stattfinden.Sie bietet den Parteien ein Forum, um die Umsetzung des CITES-Übereinkommens – das mehr als 35 000 Pflanzen- und Tierarten abdeckt und sicherstellt, dass der Handel mit ihnen legal, rückverfolgbar und nachhaltig bleibt – zu prüfen und neue verbindliche Maßnahmen für den Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen zu vereinbaren.

Die EU und ihre Mitgliedstaaten, vertreten durch den Kommissar für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei, Karmenu Vella, treten mit geeinter Stimme und einer ehrgeizigen Agenda in Johannesburg auf. Die EU wird vorschlagen, gegen den illegalen Artenhandel und die damit verbundene Korruption vorzugehen sowie internationale Normen für den Handel mit Jagdtrophäen festzulegen, um sicherzustellen, dass ein solcher Handel nur dann erfolgt, wenn er sowohl legal als auch nachhaltig ist. Darüber hinaus schlägt sie vor, weitere Arten von Meerestieren (Haie), Holz (Palisander) und exotischen Heimtieren (Reptilien) in CITES aufzunehmen bzw. ihren Schutz im Rahmen des Übereinkommens zu verbessern (Papageien und Säugetiere), da mit diesen Arten nicht nachhaltiger oder illegaler internationaler Handel getrieben wird.

Kommissar Vella erklärte: „Die EU ist stolz darauf, bei der Bekämpfung des illegalen Artenhandels weltweit eine Vorreiterrolle einzunehmen. Wir sehen CITES CoP als eine Chance, den illegalen Artenhandel und die zugrunde liegende Korruption noch härter zu bekämpfen. Durch CITES werden wir mit unseren Partnern an der vollständigen Umsetzung des neuen Aktionsplans der EU zur Bekämpfung des illegalen Artenhandels arbeiten. Wir errichten eine globale Allianz zwischen den Ländern, um wild lebende Tiere und Pflanzen in ihrem natürlichen Lebensraum zu schützen, Transitstellen zu schließen und die illegale Nachfrage auszumerzen“.

Insbesondere wird die EU eine Aufrechterhaltung des Verbots des internationalen Handels mit Elfenbein unterstützen und sich nachdrücklich für die Annahme strenger Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Elfenbein, aber auch mit Nashörnern, Tigern, Menschenaffen, Schuppentieren und Palisander einsetzen.

Die Anstrengungen der EU sind Teil eines breiter angelegten Ansatzes zur Bekämpfung des illegalen Handels mit wild lebenden Tier- und Pflanzenarten. Anfang dieses Jahres hat die EU einen umfassenden Aktionsplan gegen den illegalen Artenhandel vereinbart, der bis 2020 gemeinsam von der EU und den Mitgliedstaaten umgesetzt werden soll.

 

Hintergrund

Der illegale Artenhandel steht bei den internationalen kriminellen Netzwerken an vierter Stelle. In den vergangenen Jahren ist er dramatisch angestiegen. Schätzungsweise 8 bis 20 Mrd. EUR gehen jährlich durch die Hände organisierter krimineller Gruppen. Damit ist der illegale Artenhandel mit dem Drogen-, Menschen- und Waffenhandel auf eine Stufe zu stellen. Er gefährdet nicht nur das Überleben einiger bedeutsamer Arten, sondern begünstigt auch Korruption, bietet eine Finanzierungsquelle für militante Gruppen, fordert Menschenleben und enthält ärmeren Gemeinschaften dringend benötigte Einnahmen vor.

Das CITES-Übereinkommen ist ein wichtiges Instrument zur Eindämmung des illegalen Artenhandels, da es eine Rechtsgrundlage für verbindliche Maßnahmen und Sanktionen gegenüber Ländern bietet, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Die EU ist seit dem Jahr 2015 eine vollwertige Vertragspartei des CITES-Übereinkommens. In dieser Eigenschaft nimmt sie nun erstmals neben den 28 EU-Mitgliedstaaten an der Konferenz der Vertragsparteien teil.

Die EU unterstützt das CITES-Übereinkommen seit vielen Jahren und beabsichtigt, auch weiterhin beträchtliche finanzielle Hilfe sowohl für die Aktivitäten des Übereinkommens als auch den Artenschutz, insbesondere in Afrika, bereitzustellen.

 

Weitere Informationen

Factsheet: Standpunkt der Europäischen Union bei der 17. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien (COP) des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen (CITES)

Vollständige Liste der von der EU bei der CITES-Konferenz CoP17 vorgelegten Vorschläge

 

IP/16/3144

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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