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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme von SanDisk durch Western Digital

Brüssel, 4. Februar 2016

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des Datenspeicher-Herstellers SanDisk durch seinen Konkurrenten Western Digital nach der EU-Fusionskontrollverordnung freigegeben, nachdem sie zu der Schlussfolgerung gelangt war, dass das Vorhaben den Wettbewerb in Europa nicht beeinträchtigt.

Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte dazu: „Ich freue mich, dass diese mehrere Milliarden schwere Übernahme in einer schnell wachsenden Branche ohne Verzögerungen vonstatten gehen kann. Um das zu erreichen, haben wir das Vorhaben aus der strategisch wichtigen IT-Branche gemeinsam mit den US-Kartellbehörden zügig, aber sorgfältig geprüft, und sind dabei zu dem Ergebnis gelangt, dass es weder im Einzelhandel noch auf dem Markt für Gewerbekunden nachteilige Auswirkungen auf den Wettbewerb haben wird“.

Die Untersuchung der Kommission

Western Digital und SanDisk sind Anbieter von Speicherprodukten wie Festplatten oder Halbleiter-Festplatten auf Grundlage der Flashspeicher-Technologie, die sowohl in Verbraucherelektronik als auch in Unternehmensanwendungen zum Einsatz kommen. Wie die Kommission feststellte, überschneiden sich die Tätigkeiten der beiden Unternehmen lediglich bei Flashspeicher-Geräten für Unternehmensanwendungen einschließlich Halbleiter-Festplatten.

Die Kommission hat deshalb die Auswirkungen der Übernahme auf den Wettbewerb in diesem Bereich untersucht und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass sie trotz des relativ hohen gemeinsamen Marktanteils der beiden Unternehmen wettbewerbsrechtlich unbedenklich ist. Auf dem Markt sind mit Intel, Toshiba, Micron und Samsung weitere starke und fest etablierte Anbieter vertreten, die auch das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen weiter unter Wettbewerbsdruck setzen werden.

Die Kommission auch die vertikalen Verbindungen zwischen der Flashspeicher-Sparte von SanDisk und den nachgelagerten Märkten der Flashspeicher-Lösungen für Unternehmensanwendungen untersucht. Flashspeicher sind ein wichtiges Vorprodukt für Halbleiter-Festplatten und andere Flashspeicher-Lösungen. Hier gelangte die Kommission zu dem Schluss, dass das Unternehmen nach dem Zusammenschluss nicht in der Lage sein wird, Wettbewerber am Zugang zu Flashspeicher-Kapazität zu hindern, und dass konkurrierende Flashspeicher-Hersteller weiterhin über eine ausreichende Kundenbasis verfügen würden. Ausschlaggebend für diese Schlussfolgerung war zum einen die begrenzte Präsenz von SanDisk auf dem vorgelagerten Markt der Flashspeicher-Produktion. Zum andern sind weiterhin mehrere Wettbewerber in der Produktion von Flashspeicher tätig und bieten Halbleiter-Festplatten und anderen Flashspeicher-Lösungen an.

Daher ist die Kommission zu dem Ergebnis gelangt, dass das Vorhaben auch in diesem Bereich keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt. Die Kommission hat bei ihrer Untersuchung eng mit der US-Kartellbehörde Federal Trade Commission zusammengearbeitet.

Der Zusammenschluss war am 22. Dezember 2015 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet worden.

Unternehmen und Produkte

Western Digital produziert und vertreibt Festplattenlaufwerke, unter anderem zur Verwendung für PCs und Unterhaltungselektronik sowie für Cloud-Computing und Rechenzentren. Darüber hinaus stellt das Unternehmen Halbleiter-Festplatten für Unternehmensanwendungen auf der Grundlage der Flashspeicher-Technologie her.

SanDisk ist auf die Herstellung von Flashspeicher-Lösungen spezialisiert, darunter Festplatten-Laufwerke für Unternehmen und Privatkunden sowie Wechselspeicherkarten, USB-Speicherstifte und eingebettete Flash-Produkte für mobile Anwendungen und Unterhaltungselektronik.

Ein Festspeicherplatten-Laufwerk ist ein Speicher für digitale Informationen, bei dem für die Speicherung und Konsultation eine oder mehrere rotierende Metall- oder Glasscheiben mit Magnetoberfläche verwendet werden. Ein Lese-/Schreibkopf an einem Positionierungs-Mechanismus ermöglicht den Zugang zu den Daten der von einem Spindelmotor angetriebenen Scheibe.

Eine Flashspeicher-Halbleiter-Festplatte ist ein Speicher, auf dem digitale Daten mit Flashspeicher-Technologie gespeichert werden. Ein solcher Speicher enthält weder eine Scheibe noch einen Spindelmotor, um die Scheibe in Rotation zu versetzen, sondern verwendet stattdessen Baugruppen integrierter Schaltkreise, um Daten dauerhaft zu speichern.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Die Übernahme wurde nach dem Standardverfahren für die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen geprüft. Weitere Informationen werden unter der Nummer der Wettbewerbssache M.7772 im öffentlich zugänglichen Register auf der Website der GD Wettbewerb veröffentlicht.

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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